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Mittwoch, 10. März 2010
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Das aktuelle Interview

01.02.2010

Kämpferisch optimistisch

Trainer Achim Steffens mit Vorbereitungsstand nicht unzufrieden

Gera (OTZ/Jens Lohse). Die wirklich aufschlussreichen Vergleichsmöglichkeiten fehlen Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 derzeit. Nach der 0:3-Niederlage im Test am letzten Mittwoch gegen die Bundesliga-A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena fiel die für Freitag geplante Partie gegen den Thüringenliga-Zweiten FSV Wacker 03 Gotha ins Wasser - oder besser in den Schnee. Zu viel von der weißen Pracht war am Spielort in Ohrdruf heruntergekommen, so dass der Platz nicht zu beräumen war. "Die Begegnung soll am Montag oder am Mittwoch nachgeholt werden. Näheres erfahre ich aber erst am Sonntag", hatte 03-Trainer Achim Steffens erklärt. Er behält die Ruhe, ist mit dem derzeitigen Stand der Vorbereitung nicht unzufrieden. "Wir müssen nicht alle Testspiele gewinnen. Das ist gar nicht gut für den Kopf der Spieler", so Steffens. "Wenn nicht gespielt werden kann, müssen wir eben elementare und mentale Dinge trainieren. Wir sind auf dem richtigen Weg", verrät er.

Die Trainingseinheiten hat fast der komplette Kader durchgezogen. Kapitän Marc Janke pausierte eine Woche krankheitsbedingt. Stammtorwart Norman Wohlfeld ist derzeit etwas angeschlagen, fehlte deshalb auch im Test gegen Jena. An Neuzugängen in der Winterpause bleibt es bei Raik Hildebrandt (SV Motor Altenburg) und Immo Trübger (SV Schott Jena). "Beide passen zu uns, sowohl vom Charakter als auch mit ihren Anfahrtswegen", weiß Steffens, der ohnehin kein Freund von Notverpflichtungen vor der Rückrunde ist. "Ich will nicht alles verrückt machen wie zum Beispiel in Pößneck. Da spielen sieben Mann vor. Manche verschwinden von einem Tag zum anderen wieder. Damit verärgert man nur Leute. Das will ich nicht", so Achim Steffens.

Die Generalprobe vor dem Oberliga-Rückrundenstart gegen den VfL Halle 96 am 14. Februar gibt es dann am nächsten Samstag beim sächsischen Landesligisten Kickers ´94 Markkleeberg. Vorher soll noch ein Test stattfinden - wenn nicht gegen Gotha, dann gegen einen anderen Verein. Die Durchführung der Partie gegen Halle sieht Achim Steffens aber bereits heute gefährdet. "Es gehört ja mehr dazu, als den Platz zu beräumen. Zuschauertraversen, Parkplätze und Anfahrtwege gehören auch dazu. Manchmal ändert sich die Großwetterlage aber auch schneller als man denkt. Wir sind auf jeden Fall gerüstet, sollte es am 14. Februar losgehen", gibt sich der 03-Trainer kämpferisch optimistisch.

Interview-Archiv

Hier finden interessierte User weitere Interviews, die in der Vergangenheit veröffentlicht worden.

 

 

"Das war harte Arbeit"

Im Gespräch mit Danny Moses (Gera 03)

Halberstadt (OTZ/Jens Lohse). Mit dem 2:1 (0:1)-Erfolg bei Germania Halberstadt hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 die Abstiegsränge verlassen. Danny Moses (51.) und Nick Pohland (61.) drehten den Pausenrückstand mit ihren Treffern nach Wiederbeginn um. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Angreifer Danny Moses:

Was ist das für ein Gefühl, am ersten Advent die Abstiegsplätze zu verlassen?

Ein gutes. Vor allem wird dann die zweieinhalbstündige Heimfahrt ganz angenehm. Es geht alles ganz schnell. Vor zwei Wochen waren wir noch sechs Punkte weg von Platz 13. Mit zwei Siegen in Folge haben wir Borea Dresden eingeholt und überflügelt. Dass man keinen Dreier geschenkt bekommt, hat man auch heute wieder gesehen. Das war harte Arbeit. Wir haben uns für die letzten Wochen belohnt, Chancen hatten wir selbst einige, hinten diesmal auch das Glück auf unserer Seite.

Sie waren an beiden Treffern maßgeblich beteiligt. Schildern Sie die Entstehung bitte kurz!

Beim 1:1 bin ich der Flanke von Oliver Göschick einfach entgegen gelaufen. Der Halberstädter Torwart war sich seiner Sache zu sicher. Ich war mit dem Kopf vor ihm am Ball. Beim 2:1 habe ich bei Oliver Göschicks Eingabe den mitgelaufenen Nick Pohland gesehen. Für mich war der Winkel zu spitz. Da habe ich einfach in die Mitte gepasst.

Schon in der ersten Halbzeit hatten sich die Geraer teuer verkauft. Nur das Ergebnis stimmt noch nicht ...

Richtig. Wir hatten da schon gute Möglichkeiten. Meinen Flachschuss mit dem schwächeren linken Fuß hat der Halberstädter Torwart stark gehalten. Paul Schletzke hat freistehend vorbei geschossen. Ronny Fuhrmann hatte per Kopf kein Glück. Nach dem wechsel haben wir das dann besser gemacht.

Beantragt der Verein nun eine Verlegung der Partie nächste Woche nach Auerbach?

Das wäre vielleicht keine schlechte Idee. Doch Spaß bei Seite. Auswärts haben wir schon zehn Punkte geholt. Das ist ein beachtlicher Wert. Aber irgendwann muss auch daheim einmal der Knoten platzen. Wir wollen gegen Auerbach noch einmal nachlegen, mit 13 Punkten in die Winterpause gehen. Jeder ist schlagbar. Schott hat es in Auerbach vorgemacht. Warum sollte uns das nicht auch gelingen.

Ecken extra noch einmal trainiert

Im Gespräch mit Sven Dimter

Ist Ihnen nach dem Abpfiff ein Stein vom Herzen gefallen?

Ja, natürlich. Das war ein sehr wichtiges Spiel. Wir haben die Aufgabe erfüllt. Hinten haben wir sehr wenig zugelassen. Erst nach unserem Führungstor kamen die Jenaer zu zwei, drei gefährlichen Schüssen, bei denen Torwart Norman Wohlfeld aber sicher stand. Nach dem 0:1 hätten wir alles klar machen müssen, als Ronny Scholze nur die Querlatte traf.

War sich die Mannschaft der Bedeutung der Partie bewusst?

Klar. Der Trainer musste uns nicht besonders motivieren. Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass der Nichtabstiegsplatz nur noch drei Zähler weg ist. Die anderen Abstiegskandidaten haben wieder für uns gespielt.

Das Siegtor fiel nach einer Ecke. Wurden die in der Woche speziell trainiert?

Beim Abschlusstraining schon. Endlich hat es mal wieder geklappt. Michael Franz hat den Ball nach innen gebracht und Ronny Fuhrmann am kurzen Pfosten eingenickt.

Der Trainer hat diesmal fast nur gestandene Spieler zum Einsatz gebracht. Hat das auch für mehr Sicherheit gesorgt?

Ja, die Personalsituation hat sich etwas entspannt. Nur Danny Moses konnte noch nicht mitwirken, mal abgesehen von den Langzeitverletzten Marc Janke und Marcel Fischer. Der grippegeschwächte Nick Pohland blieb draußen. Ronny Scholze und Oliver Göschick begannen im Sturm. Sie haben ihre Sache nicht schlecht gemacht. Ein schönes Spiel war es freilich insgesamt nicht. Dafür ging es um zu viel.

Mit Halberstadt und Auerbach folgen bis zur Winterpause noch zwei schwere Gegner ...

Die Oberliga ist sehr ausgeglichen. Vielleicht können wir mit dem neuen Selbstvertrauen vom heutigen Sieg noch den einen oder anderen Punkt holen. Wir konnte bis auf Dresden II und RB Leipzig bisher mit jedem Gegner mithalten. Wenn wir die individuellen Fehler minimieren, brauchen wir vor niemand Angst zu haben, auch weil wir als Truppe weiter zusammen gewachsen sind.

Interview: Jens Lohse (OTZ)

Rote Karte viel zu hart

Im Gespräch mit Norman Wohlfeld (Gera 03)

Dresden (OTZ/Jens Lohse). Mit 0:5 (0:2) unterlag Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 gestern beim Dynamo Dresden II. Im Hans-Steyer-Stadion waren die Elsterstädter nach der roten Karte wegen einer vermeintlichen Notbremse für Torwart Norman Wohlfeld (44.) in allen Belangen unterlegen. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Geraer Schlussmann:

War das eine Rote Karte?

Den Stürmer habe ich jedenfalls getroffen. Der lief noch drei, vier Schritte, fiel dann zu Boden. Den Elfmeterpfiff kann ich verstehen, die Rote Karte allerdings nicht. Das war eine zu harte Entscheidung ohne Fingerspitzengefühl. Es waren auch noch zwei Mitspieler kurz hinter mir, so dass man die Notbremse durchaus in Frage stellen kann. In der Bundesliga kamen Torhüter in solchen Situationen schon oft mit Gelb davon.

Mit welchem Strafmaß rechnen Sie?

Ich hoffe auf ein mildes Urteil. Mit einem Spieltag Sperre werde ich wohl nicht wegkommen. Mehr als zwei Tage halte ich aber für absolut überzogen. Schließlich wollte ich nur zum Ball. So etwas muss dem Torwart schon erlaubt sein.

Bis zum 1:0 hatten sie eine fehlerfreie Partie geliefert, mehrfach in höchster Not im und am eigenen Strafraum geklärt. Beim ersten Gegentor sahen Sie aber nicht gut aus?

Darüber habe ich mich geärgert. Der Aufsetzerball des Dresdner Angreifers versprang. Das war mein Ding. Allerdings war der Platz eine Runkelwiese. Insgesamt haben wir nicht gut gespielt, schon in der ersten Halbzeit vorn die Bälle kaum halten können, so dass Dresden immer wieder kontern konnte. 

Philipp Ziegenbein rückte anschließend zwischen die Pfosten. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Es ist immer schwer, als 20-Jähriger ohne Oberliga-Erfahrung ins kalte Wasser geworfen zu werden, zumal in unserer derzeitigen Situation. Beim Elfmeter hatte er die Ecke geahnt, war fast dran am Ball. Anfänglich war er ziemlich nervös. Danach hat er sich gesteigert, mit einigen Paraden weitere Gegentore verhindert. Nächste Woche gegen den 1. FC Lok Leipzig müssen ihn seine Mitspieler noch besser unterstützen. Ich drücke ihm jedenfalls die Daumen.

Der Ball geht einfach nicht ins Tor

Im Gespräch mit Oliver Göschick (Gera 03)

Gera (OTZ/Jens Lohse). Wieder wurde es nichts mit dem langersehnten Heimsieg für Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03. Gegen den Tabellendritten FSV Budissa Bautzen musste sich der Gastgeber mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Mittelfeldspieler Oliver Göschick.

Was kann man noch machen, um endlich zu Hause einmal drei Punkte einzufahren?

Ich weiß es auch nicht. Da haben wir die ersten 30 Minuten für unsere derzeitigen Möglichkeiten richtig guten Fußball gespielt, uns einige Großchancen erarbeitet, aber machen den Ball einfach nicht rein. Mit dem ersten Angriff gingen dann die Bautzener in Führung. So etwas geht eigentlich gar nicht. Dabei waren wir vom Trainer perfekt eingestellt. Zurzeit haben wir eben die Seuche am Fuß. 

Auch nach der Halbzeit war noch alles drin?

Ja, aber da ging es im Abschluss so weiter. Danny Moses konnte seine beiden Kopfballgelegenheiten nicht verwerten. Ronny Scholzes Schuss nach meiner Vorarbeit wurde noch von der Linie geschlagen. Der Ball geht einfach nicht ins Tor.

Wie steckt die Mannschaft solche Rückschläge wie die Verletzung von Marc Janke weg?

Es nimmt uns natürlich mit, dass nach dem Muskelbündelriss für ihn die Hinrunde praktisch gelaufen ist. Er ist ja nicht nur ein Führungsspieler, sondern auch unser Kapitän und der bisher beste Torschütze. So etwas passt gar nicht in unser Konzept, zumal die Personaldecke ohnehin schon sehr dünn ist. Aber jammern hilft nicht. Es muss ja weitergehen.

Und wie geht es weiter?

Wir brauchen so schnell wie möglich wieder ein Erfolgserlebnis, müssen Punkte holen. Tobias Friedrich kommt hoffentlich bald wieder zurück. Von seiner Erfahrung verspreche ich mir viel. Und dann muss sich das sehr gute Training von Achim Steffens ja irgendwann auszahlen. 

Nach acht Wochen Verletzungspause hatten Sie heute Ihren ersten Kurzeinsatz. Hat das Knie gehalten?

Ja, erstaunlich gut. Nach nur einer Woche Training hatte ich persönlich noch gar nicht mit einer Einsatzchance gerechnet. Jetzt bin ich aber froh, dass mich der Trainer gebracht. Ich denke, nächste Woche bei Dynamo Dresden II bin ich dann schon etwas weiter.

Jetzt sind ganze Kerle gefragt

Im Gespräch mit Marcel Ast (Gera 03)

Gera (OTZ/Jens Lohse). Mit 0:2 (0:2) zog Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 bei Spitzenreiter RB Leipzig vor gut 1000 Zuschauern den Kürzeren. Nach der erneuten Niederlage unterhielt sich unsere Zeitung mit Rechtsverteidiger Marcel Ast:

Schon nach elf Minuten war die Partie entschieden. Da lag Ihr Team bereits mit 0:2 zurück. Wie ist so etwas möglich?

Wir schienen Angst vor denen zu haben, waren einfach in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug. Wir haben deren Passspiel zugelassen, dann noch entscheidende Fehler wie vor dem 0:1 gemacht. Das wir es besser können, haben wir in der zweiten Halbzeit bewiesen. Wenn wir auch so begonnen hätten, hätte die Null wahrscheinlich länger gestanden. Aber egal, das Normale ist eingetreten. Unsere Punkte im Abstiegskampf müssen wir gegen andere Gegner holen.

Mit etwas Glück wäre Marc Janke nach Wechsel sogar der Anschluss gelungen.

Es ist ein blöder Spruch, aber es ist wirklich so: Steht man da unten, gehen solche Dinger nicht rein. Richtig ist natürlich, dass wir uns das Glück erarbeiten müssen. Das sind keine Durchhalteparolen. Was wollen wir machen? Wir können uns angesichts der Niederlagen nicht vergraben. Nächste Woche geht es gegen Bautzen. Wir haben noch 21 Spiele Zeit, um zu punkten.

Personell befindet sich die Mannschaft am Limit. Nun war auch noch Ronny Scholze wegen eins Muskelfaserrisses nicht dabei.

Ja, die Mannschaft stellt sich derzeit fast selbst auf. Aber die Elf, die auf dem Platz stehen, haben alle den Anspruch an sich, Oberliga-Spieler zu sein. Alle müssen einhundert Prozent und mehr geben, damit wir als Team erfolgreich sind. Jetzt sind ganze Kerle gefragt. Nach zwei schönen Oberliga-Jahren können wir jetzt doch nicht alles hinwerfen, uns kampflos ergeben. Auf der zweiten Halbzeit von heute lässt sich da aufbauen.

Nächste Woche kommt Bautzen. Gelingt da der erste Dreier unter Trainer Achim Steffens?

Wir müssen alles daran setzen. Bautzen zählt zu unseren Lieblingsgegnern. Gegen die haben wir bisher in vier Oberliga-Partien noch nicht verloren, zehn Punkte geholt. In dieser Saison ist Budissa aber oben mit dabei. Die Voraussetzungen haben sich also geändert. Wir müssen wie Männer auf den Platz treten, über den Kampf zum Spiel finden und anfangs Druck aufbauen. Unsere Chancen bekommen wir immer. Vielleicht können wir sie dann nutzen.

Gespräch: Jens Lohse  

Nach dem Ausscheiden des 1. FC Gera 03 unterhielt sich unsere Zeitung mit Trainer Achim Steffens:

Das Glück ist noch nicht wieder zurück, oder?

Das ist nicht nur Pech. Da kommen mehrere Komponenten zusammen. Das Gegentor war vermeidbar. Wir müssen selbst öfter treffen. Dass dann beim Elfmeterschießen alle ran müssen, wusste ich auch nicht. Maik Strobel hatte schon einen Eisbeutel auf dem Knöchel, hatte die Schuhe schon ausgezogen. Sein Schuss war zu schwach.

Ihre Handschrift war schon erkennbar.

Das kann ich nicht beurteilen. Wir wollten aber gewinnen. Das ist uns nicht gelungen.

Wie haben Sie die gelb-rote Karte gesehen?

Für mich war es keine. Ronny Scholze hat mit langem Bein geklärt. Aber egal. Wir müssen immer besser als der Schiedsrichter sein.

Torchancen hatte Ihre Mannschaft genug.

Maik Strobel muss vor der Halbzeit freistehend das 2:0 machen. Dann hat der Pößnecker Torwart einige Male stark gehalten. Gerade Barichs Schuss nach der schönsten Kombination des Tages habe ich schon drin gesehen.

Die nächsten Aufgaben werden nicht leichter.

Nein. Vielleicht müssen wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Von heute auf morgen kommen wir da nicht raus. Wir brauchen die eine oder andere Serie. 

Gespräch: Jens Lohse  

Kennt die Oberliga in- und auswendig: Achim Steffens

Die Angst vorm Siegen nehmen

Im Gespräch mit dem neuen Trainer

Achim Steffens

Gera (OTZ/Jens Lohse). Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 hat einen neuen Trainer. Achim Steffens betreut seit gestern die Mannschaft. Mit dem 59-Jährigen, der u.a, schon für den FC Sachsen Leipzig, den VfB Leipzig und den FC Carl Zeiss Jena tätig war, unterhielt sich unsere Zeitung:

Sie saßen am Samstag bei der Geraer 0:1-Niederlage gegen Borea Dresden auf der Tribüne. Was haben Sie gesehen?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der 1. FC Gera 03 in dieser Saison Spiele verloren hat, die man nicht verlieren braucht, wobei das kein Vorwurf an meinen Vorgänger sein soll. Steht man einmal da unten, greifen die Mechanismen des Fußballs. Auf jeden Fall wird durch den Trainerwechsel den Spielern ein Alibi genommen - und das wird höchste Zeit.

Was wollen Sie verändern?

Erst einmal müssen die Spieler so takten wie ich, dass heißt, sie müssen leidenschaftlich arbeiten. Sie müssen viel investieren, wahrscheinlich mehr als sie es es bis jetzt getan haben. Hinzu muss auch das Glück wieder kommen, aber das trifft ohnehin nur den Tüchtigen.

Sie gelten als Trainer alten Schlags, als "harter Hund". Gefallen Ihnen diese Attribute?

Sie sind mir auf jeden Fall bekannt. Fakt ist aber auch, dass ich bei allen meinen bisherigen Spielern einen hohen Beliebtheitsgrad habe. Die Spieler haben es bei mir sicherlich nicht leicht. Aber alles, was ich tue, mache ich, um zu gewinnen. Niederlagen fressen mich auf.

Sie kennen die Oberliga in- und auswendig, wären mit Eilenburg vor drei Jahren fast aufgestiegen. Was ist mit mit dem 1. FC Gera 03 drin?

Die Chancen, sich zu verbessern, sind erst einmal da. Neue Leute im Vorstand sorgen für neuen Schwung. Als Mannschaft müssen wir jetzt da unten raus. Fakt ist, der Saisonstart war verkorkst. Wir stecken mitten im Abstiegskampf, wobei die Spieler begreifen müssen, dass die Betonung auf Kampf liegt.

Reicht die Qualität der Spieler aus?

Das weiß ich noch nicht. Ich habe an jedem der letzten Wochenenden ein Oberliga-Spiel beobachtet. Das, was ich von Gera gesehen habe, sagt mir, dass es zum Klassenerhalt reichen müsste. Es haben ja nur Nuancen gefehlt, die Spiele für sich zu entscheiden. Aber die haben sich eben gehäuft, speziell immer in der zweiten Halbzeit. Ich muss der Mannschaft zuerst die Angst vorm Siegen nehmen, die sich in Köpfen irgendwie aufgebaut hat.

Am Sonntag geht es gegen den VfB 09 Pößneck. Der Pokal ist angesichts der klammen Vereinskasse zu wichtig, um ihn als Spiel zum Eingewöhnen zu nehmen, oder?

Jedes Spiel ist wichtig. Wenn wir uns verbessern wollen, gehören Siege dazu. Eine Mannschaft entwickelt sich nur im Erfolg. Zu gewinnen, macht die Sache viel leichter. Dann glauben mir die Spieler alles, was ich sage. Deshalb wollen wir damit gegen Pößneck anfangen.

Gespräch: Jens Lohse

Gera (OTZ/Jens Lohse). Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 hat auch im vierten Heimspiel der Saison eine Niederlage kassiert. Gegen den Tabellenvorletzten SC Borea Dresden musste man vor nur 190 Zuschauern über eine 0:1-Niederlage quittieren. Das Siegtor der Gäste fiel acht Minuten vor Spielende nach einem Eckball. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Innenverteidiger Sven Dimter:

Die Mannschaft hat heute die große Chance zum Befreiungsschlag vertan. Woran lag es?

Wir haben zahlreiche gute Chancen ausgelassen. Das war heute unser großes Manko. Wären wir heute in Führung gegangen, hätten wir uns das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Wenigstens ein 0:0 hätte am Ende aber herausspringen können. Das hätte uns zumindest etwas weitergeholfen. So stehen wir immer noch ohne Punkt zu Hause da.

Wir haben Sie das Gegentor gesehen?

Den Dresdner Eckball hat Torwart Norman Wohlfeld unter Bedrängnis in die Mitte abgefaustet. Der folgende Distanzschuss wäre um Meter am Tor vorbei gegangen. Doch weil wir es versäumt haben, hinten raus zu rücken, stand der Borea-Kicker, der mit dem Kopf die Richtung des Balles entscheidend veränderte, eben auch nicht im Abseits. Für Dresden war das ein Glücksding. 

Nach dem Zwickau-Sieg keimte Hoffnung auf. Nun macht sich wieder Ernüchterung breit.

Ja, zumal die Gegner ja nicht einfacher werden. Als nächstes müssen wir in zwei Wochen zu Spitzenreiter RB Leipzig. Mit Sonntagsreden gewinnt man sowieso keine Spiele. Das geschieht auf dem Platz. Jetzt lassen erst einmal alle die Köpfe hängen. Aber es geht immer weiter. Auch nach acht Spieltagen ist man noch nicht abgestiegen.

Chancen gab es heute genug. Fehlte wieder ein Quäntchen Glück?

Sicherlich. Paul Schletzke und Marc Janke tauchten nach Wiederbeginn völlig allein vor dem Dresdner Torwart auf, haben den Ball aber nicht untergebracht. Nick Pohlands Kopfballtor fiel der Abseitsfahne des Assistenten zum Opfer. Je länger es 0:0 steht, desto gefährlicher wird es für den Gastgeber. Das ist im Fußball so.

Auch für den Trainer wird es mit jeder Niederlage schwerer, die Mannschaft zu motivieren, oder?

Da enthalte ich mich. Wir haben die Woche über gut trainiert. Der Trainer hat uns gut eingestellt. Die Tore müssen wir schon selbst schießen. Und Fehler aus dem Platz macht es auch keine.

Gespräch: Jens Lohse

Der Sieg war nachträgliches Geburtstagsgeschenk für unseren Keeper

28.09.2009

Positives Gefühl umgesetzt

Im Gespräch mit Norman Wohlfeld (Gera 03)

Zwickau (OTZ/Jens Lohse). Seinen ersten Saisonerfolg hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 eingefahren. Beim 1:0 (0:0)-Erfolg beim bisherigen Tabellenneunten FSV Zwickau steuerte Ronny Scholze sechs Minuten vor dem Abpfiff das Tor des Tages bei. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit 03-Torwart Norman Wohlfeld:

Wie groß war der Stein, der ihnen nach dem ersten Saisonsieg vom Herzen gefallen ist?

Sehr groß. Wir waren in den ersten sechs Partien oft nahe dran am ersten Sieg, haben uns aber immer irgendwelche Fehler geleistet. Wir wussten um die Bedeutung der heutigen Begegnung. Das 1:0 ist enorm wichtig. Jetzt brauchen wir eine Serie.

Wenn man als Torwart des Tabellenvorletzten nach Zwickau kommt, denkt man, man wird von der ersten Minuten an warm geschossen. So war es aber nicht.

Nein, wir haben sehr wenig zugelassen, standen hinten wirklich gut. Wir haben die taktische Marschroute des Trainers umgesetzt. Endlich ist es uns auch einmal gelungen, zu Null zu spielen. Das hatten wir uns fest vorgenommen, wollten so hier zumindest einen Punkt entführen.

Hatte Sie Mitte der zweiten Halbzeit keine Bedenken, als Zwickau kurzzeitig den Druck erhöhte und Shubitidze nur den Außenpfosten traf?

Nein, ich hatte heute ein positives Gefühl. Beim Fußball hat eben auch der Gegner die ein oder andere Chance. Das lässt sich nicht ganz vermeiden. Da muss man auch einmal ein Quäntchen Glück haben. Das hatten wir heute. 

Wie haben Sie das Siegtor gesehen?

Nach einer Flanke von rechts hat der Zwickauer Torwart gepatzt. Ronny Scholze staubte ab. Da muss man als Offensivspieler stehen. Das späte 1:0 war gut. Da konnte wir die Führung wenigstens nicht mehr verspielen.

Am nächsten Sonntag geht es gegen Borea Dresden. Wird da gleich nachgelegt?

Das wird auf jeden Fall das nächste Schlüsselspiel. Da wollen wir auch daheim endlich den ersten Dreier einfahren, damit wieder ein paar Zuschauer mehr zu den Heimspielen kommen. Das wird richtungsweisend sein. Die Mannschaft wird auf jeden Fall mit einem ganz anderen Selbstvertrauen zu werke gehen.

Alles wie immer

Im Gespräch mit Marc Janke (Gera 03)

Gera (OTZ/Jens Lohse). Die fünfte Niederlage in Folge kassierte Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 gestern vor 347 Zuschauern im Ostthüringenderby gegen den FC Carl Zeiss Jena. Beim 1:2 (1:1) hatte Kapitän Marc Janke den Gastgeber schon nach drei Minuten in Führung gebracht, Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit ihm:

Der 1. FC Gera 03 konnte auch heute sein Punktekonto nicht ausbauen.

Es war alles wie immer in dieser Saison. Wir waren nicht schlechter als der Gegner, stehen am Ende aber mit leeren Händen. Wieder konnten wir aus einer Führung kein Kapital schlagen.

Was war für Sie spielentscheidend?

Ein Kulminationspunkt war sicherlich der Jenaer Elfmeter zum 1:1. Selbst Christian Hauser als Gefoulter hat gesagt, dass es keiner war. Da weiß ich nicht, was der Schiedsrichter gesehen hat. Auf der anderen Seite war er nicht so schnell beim Pfeifen. Dadaurch war die Sicherheit weg. Bis dahin lief es gut. Wir haben nur wenig zugelassen und hatten einige gute Gelegenheiten, auf 2:0 zu erhöhen.

Was kann man noch machen?

Wenn wir das wüssten. Es fehlt einfach ein Quäntchen Glück und dann kommt derzeit auch noch Pech dazu. Am Anfang der Saison waren wir nicht gut. Doch seit drei Wochen haben wir uns gesteigert. Gegen Kraftsdorf, Sachsen Leipzig und auch heute haben wir gut gespielt. Wenn man unten drin steht in der Tabelle, ist das so. Das Erfolgserlebnis fehlt einfach. 

Waren Sie mit der mannschaftlichen Leistung heute zufrieden?

Wir haben uns teuer verlauft. Mit Friedrich, Fischer, Schletzke und Fuhrmann waren allein im Vergleich zur Vorwoche vier wichtige Spieler zu ersetzen. Enrico Neubert musste 90 Minuten fast ohne training durchhalten. Auch Danny Moses ist noch nicht ganz fit. Die Youngster Pavel Pfeifer und Tom Rietsch wurden ins kalte Wasser geworfen. Von ihnen kann man keine Wunderdinge erwarten.

Trotzdem macht die Mannschaft den entscheidenden Fehler immer selbst.

So ist das derzeit. Beim 1:2 hatte Amrhein viel zu viel Platz in zentraler Position. Das darf nicht passieren. Das Schlimme ist, dass unsere Schnitzer derzeit immer sofort mit einem Gegentreffer bestraft werden. Das ist bitter.

Wie geht es weiter?

Nach sechs Spieltagen besteht kein Grund zum Aufgeben. Wir werden weiter an uns arbeiten. Als Routiniers müssen wir erst einmal die Youngster wieder aufrichten.

 

 

 

Kein Jubel übers erste Tor

Im Gespräch mit Neuzugang Danny Moses

Leipzig (OTZ/Jens Lohse). Auch beim FC Sachsen Leipzig platzte der Knoten nicht. Fußball-Oberligist 1. FC Gera zog im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch mit 1:2 (1:0) den Kürzeren. Dabei hatte die Grüttner-Elf zur Halbzeit nach einem Kopfballtor von Danny Moses (42. Min) noch geführt. Erst in der Nachspielzeit kassierte man das 1:2. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Danny Moses.

Über Ihr erstes Oberliga-Tor im Geraer Trikot können Sie sich gar nicht richtig freuen. 

Eigentlich nicht. Wenn unterm Strich nichts dabei rauskommt und wir verlieren, kann ich nicht feiern. Den Torjubel habe ich diesmal sowieso weggelassen. Schließlich ist Sachsen Leipzig mein Ex-Verein.

Wie ist das Tor entstanden?

Ein Freistoß kam in den Strafraum. Die vor mir zum hochgesprungenen Spieler haben den Ball nicht bekommen. Ich habe meinen Kopf dran gehalten und dann war der Ball drin. Das Tor war trotzdem wichtig für mich, bringt es doch Selbstvertrauen. Schließlich habe ich vor meiner Vertragsunterschrift in Gera ein halbes Jahr nicht gespielt.

80 Minuten hatte die Mannschaft Spiel und Gegner im Griff. Was war dann los?

Ich weiß es auch nicht. Ich bin erst eineinhalb Wochen hier. Nach dem Ausgleich haben wir die Ordnung verloren. Da sind wir noch zu grün. Irgendwie reicht die Konzentration nicht bis zur letzten Minute.

Wenn nach der ersten Halbzeit abgepfiffen würde, hätten die 03er schon 13 Punkte auf dem Konto. Woran liegen die Schwächen nach Wiederbeginn?

Wenn wir das wüssten, würden wir es ändern. Auf jeden Fall liegt es nicht am Trainer. Wir sind körperlich fit, halten auch als Team zusammen. Auch heute haben wir nicht schlecht gespielt. Aber irgendwie greift derzeit ein Rad ins andere. Es läuft alles gegen uns.

Am nächsten Sonntag kommt der Tabellendritte FC Carl Zeiss Jena II. Leicht wird die Aufgabe keineswegs.

Kein Spiel ist leicht, gerade in unserer derzeitigen Situation. Die Oberliga ist aber enorm ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Nächste Woche müssen wir dann eben einmal versuchen, zwei erste Halbzeiten zu spielen. Ein Erfolgserlebnis wäre enorm wichtig.

Gespräch: Jens Lohse

 

 

Schritt in die richtige Richtung

Im Gespräch mit Paul Schletzke (Gera 03)

Kraftsdorf (OTZ/Jens Lohse). Mit einem 2:0-Erfolg bei Landesklassist Kraftsdorfer SV 03 hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 den Einzug in die nächste Runde des Thüringer Oddset-Pokals geschafft. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Linksverteidiger Paul Schletzke, der sein Team kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung geschossen hatte.

Die Geraer wirkten heute unwahrscheinlich konzentriert. Hatten Sie auch diesen Eindruck?

Ja, aber das war auch nötig. Wir hatten hier ja in der Vorbereitung schon einmal gespielt und uns trotz des 3:1-Siegs auf dem kleinen Platz recht schwer getan. Wir wussten, dass es heute nur über den Kampf geht. Wenn man hier in Rückstand gerät, wird es ganz, ganz schwer.

Vor zwei Wochen waren Sie in Aue nach Ihrem Patzer vor dem 0:1 noch todunglücklich. Gegen Erfurt II standen Sie nicht in der Startelf. Nun haben Sie gleich ein Tor erzielt. Geht es auch bei Paul Schletzke wieder voran?

Ich hoffe. Seit Mitte der Woche merke ich, dass ich wieder spritziger werde. Die Verunsicherung weicht langsam. Ich hoffe, zu alter Stärke zurückfinden zu können. Die heutige Partie war ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Bei Ihrem 1:0 war auch etwas Glück mit dabei.

Ja, aber das ist egal. Nach Marc Jankes Zuspiel war ich auf einmal zwischen zwei Kraftsdorfern durch und habe den Ball dann ins kurze Eck geschoben. So viele Tore schieße ich eigentlich nicht. Deswegen war es ein schönes Gefühl. Noch wichtiger war die Führung kurz vor der Pause aber für die Mannschaft.

Eigentlich hatten Sie zwei Treffer erzielt?

Das zweite Tor nach Sebastian Barichs Querpass fiel der Abseitsfahne zum Opfer. Abseits war das aber nie und nimmer. Beim Abspiel war ich noch hinter dem Ball. Aber wir wollen ja auch nicht übertreiben. Zwei Treffer in einem Spiel sind mir bei den Männern noch nie gelungen.

Oberliga-Punkte gibt es für den heutigen Sieg keine. Die muss sich die Mannschaft nun bei Sachsen Leipzig holen.

Das ist richtig. Aber wenn wir mit der Einstellung von heute zu Werke gehen, sind wir nicht chancenlos. Unser Passspiel lief heute ganz gut. Wir haben uns als Team präsentiert. Und dann hat mich auch Neuzugang Danny Moses überzeugt, der gerade in der ersten Halbzeit viele Bälle gesichert hat und eine echte Verstärkung für uns werden kann.

 

 

30.08.2009

Im Interview: Harry Pleß

Krisenstimmung bei Gera 03

Im Gespräch mit dem Sportlichen Leiter Harry Pleß

Gera (OTZ/Jens Lohse). Eine 2:0-Führung durch Tore von Marc Janke (17.) und Tobias Friedrich (33.) reichte Fußbal-Oberligist 1. FC Gera 03 gestern nicht zum ersten Dreier der Saison. Gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II musste man sich noch mit 2:3 geschlagen geben, fing sich die drei Gegentore binnen einer Viertelstunde ein. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Sportlichen Leiter Harry Pleß.

Herrscht jetzt Krisenstimmung beim 1. FC Gera 03?

Nach vier Spielen und nur einem Punkt sind die Fans natürlich unzufrieden. Mir war vor der Saison klar, dass es ein schwieriges Jahr wird. Der Sieg heute war freilich fest eingeplant. So ist die Niederlage nach einer 2:0-Führung natürlich besonders bitter.

Worin sehen Sie die Ursachen dafür, dass die Mannschaft zwei so unterschiedliche Halbzeiten abgeliefert hat?

Wir sind schon zum dritten Mal in Führung gegangen, haben es aber nie geschafft, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die ersten drei Punkte in einer Saison sind die schwierigsten und müssen hart erarbeitet werden. Irgendwie versuchen wir immer, den Vorsprung zu früh nur noch zu verwalten. Das klappt derzeit nicht, weil wir hinten zu viele Fehler machen.

Kann sich die Mannschaft selbst aus dem Schlamassel ziehen?

Rot-Weiß Erfurt ist auch mit nur einem Punkt zum Derby nach Jena gefahren und hat dort 3:0 gewonnen. Jetzt hat man gleich nachgelegt. Daran sieht man, wie wichtig ein Erfolgserlebnis für ein Team ist. Es reicht nicht, die Niederlagen auf das Fehlen von Barich und Neubert zu schieben. Vom Durchschnittsalter gehören wir immer noch zu den erfahreneren Mannschaft in der Oberliga. An Routine mangelt es also nicht. Alle Spieler stehen in der Pflicht. Niemand wird mehr in Watte gepackt. Von den Haudegen wie Friedrich oder Dimter erwarte ich nach einer 2:0-Führung einfach mehr.

Verstärkungen wird es also nicht geben?

Am Montag ist der letzte Tag für Vereinswechsel. Danach kann man nur noch vereinslose Spieler verpflichten. Die kosten viel Geld, müssten extern finanziert werden. Wir waren uns eigentlich einig, den Kader allenfalls im Winter nochmals punktuell zu verstärken. Ein neuer Spieler müsste uns wirklich sofort helfen.

Auch der Trainer steht nicht zur Diskussion?

Das wäre völlig daneben. Wir haben einen Punkt, drei Mal knapp verloren. Kein Gegner hat uns vorgeführt. Die Mannschaft ist nie auseinander gebrochen. Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, wobei ein Sieg im Pokal in Kraftsdorf nicht ausreicht. Nur ein Oberliga-Dreier kann Bremsen lösen.

 

 

07.08.2009

Kapitänsbinde ist keine Belastung

Im Gespräch mit Angreifer Marc Janke

Gera (OTZ/Jens Lohse). Mit 20 Treffern in zwei Spielzeiten ist der 29-jährige Marc Janke erfolgreichster Oberliga-Torschütze des 1. FC Gera 03. In dieser Saison trägt er auf dem Platz auch die Kapitänsbinde. Mit dem Publikumsliebling unterhielt sich unsere Zeitung vor dem Saisonauftakt:

Wie schätzen Sie die Spielstärke der Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison ein?

Ich glaube, an der Spielstärke hat sich nicht viel verändert. Wir haben sicher einige wichtige Spieler verloren. Aber es sind ja auch einige hinzugekommen. Und Sven Dimter mit seinen 30 Jahren und der Erfahrung von vier Jahren beim ZFC Meuselwitz oder Angreifer Hendrik Pohland sind auch nicht irgendwer. Oliver Göschick hat mir in der Vorbereitung ebenfalls gefallen. Hinzu kommen viele hungrige junge Spieler. Wir brauchen uns also nicht zu verstecken.

Halten Sie einen einstelligen Tabellenplatz für realistisch?

Natürlich, warum nicht? Klarer Aufstiegsfavorit ist RasenBallsport Leipzig. Die haben jetzt schon von der Qualität eine Drittliga-Mannschaft. Sie werden sich durchsetzen.

Zehn Oberliga-Tore haben Sie im Schnitt für die Geraer in den letzten beiden Jahren erzielt. Soll es bei dieser Quote auch in diesem Jahr bleiben?

Zehn Tore sind eigentlich nicht viel. Wenn es am Ende 15 sind, wäre ich sicherlich auch nicht böse. Letztlich ist aber egal, wer dieTore schießt. Die können ruhig andere machen. Letzte Saison war ich mehr der Vorbereiter, haben immerhin zu 15 unserer Treffer den finalen Pass gegeben.

Sie waren in der Vorbereitung anfangs zwei Wochen krank. Wie fit fühlen Sie sich derzeit?

Ich hinke noch etwas hinterher, gerade was Spritzigkeit und Schnelligkeit betrifft. Das merke ich. Aber ich bin ein Typ, der schnell fit wird, der sich aus den Trainingseinheiten das nimmt, was er braucht, um die noch vorhandenen Rückstände aufzuarbeiten. Ich bin guter Dinge.

Ehrt es Sie, erstmals in dieser Saison als Kapitän aufzulaufen?

Klar macht mich das stolz. Es ist Ehre und Verpflichtung zugleich. So viel habe ich darüber nicht nachgedacht. Ich werde nicht viel anders machen als in den Jahren zuvor. Belasten tut mich das Amt jedenfalls nicht.

Auf welche Spiele freuen Sie sich am meisten?

Ich bin in jedem Spiel motiviert. Mit dem Abstieg des FC Sachsen Leipzig und den Entwicklungen bei RasenBallsport Leipzig ist die Oberliga natürlich wieder attraktiver geworden. Und da es immer schön ist, vor einer großen Kulisse zu spielen, freue ich mich auf diese Begegnungen, wie auch die gegen den 1. FC Lok Leipzig, besonders. Sich gegen die vermeintlich großen Namen zu beweisen, gibt einen zusätzlichen Ansporn.

Reicht es zum Saisonauftakt beim VfL 96 Halle zu einem Punkt?

Also ich will in Halle gewinnen. Das ist ein Aufsteiger, der sicherlich kompakt auftreten wird, aber vor dem wir keine Angst haben müssen. Ich denke, wir sind spielerisch so stark, um die drei Punkte zu entführen. Ein Zähler reicht mir da nicht.

 

 

14.07.2009

Morgen um 18 Uhr empfängt Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 zu seiner offiziellen Saisoneröffnung im Stadion der Freundschaft den Drittliga-Vertreter FC Carl Zeiss Jena. Vor der Begegnung unterhielt sich unserer Zeitung mit Gastgeber-Trainer Rene Grüttner:

Herr Grüttner, wie lief die Vorbereitung bisher?

Alle haben gut mitgezogen. Die Disziplin stimmt. Die angeschlagenen Spieler habe ich bei den Spielformen noch geschont. Wir haben das Spielsystem etwas umgestellt. Der Ausdauer-Test letzte Woche hat ergeben, dass einige noch etwas Nachholebedarf haben. Daran werden wir individuell arbeiten. Zu Saisonbeginn sind alle fit. Gerade die älteren Spieler gehen mit gutem Beispiel voran. Tobias Friedrich ist bei jedem Lauf ganz vorn mit dabei.

Ein Wort zu den Neuzugängen?

Sven Dimter ist mit seiner Erfahrung ein Vorbild auf dem Platz. Seine Übersicht hat man schon beim Test in Eisleben gesehen. Er wird ein ganz wichtiger Mann für uns. Oliver Göschick ist beidfüßig, kann auf beiden Außenbahnen spielen. Von den beiden noch 17-jährigen ist Dimo Raffel etwas weiter, war in allen Trainingseinheiten und Wettkämpfen sehr bemüht. Aufgrund seines Alters darf ich ihn in der Oberliga erst im Oktober einsetzen. Tom Rietsch wird sicher noch ein halbes Jahr brauchen, bis er sich an das Tempo und das Niveau bei uns gewöhnt hat. Er hat einen Torriecher, traf folgerichtig auch in Eisleben zum 3:0. Hendrik Pohland habe ich noch nicht gesehen. Aber Harry Pleß hat erzählt, dass er in Sehmatal sehr stark war.

Haben Sie sich mit dem Vorstand schon auf ein Saisonziel geeinigt?

Einen einstelligen Tabellenplatz haben wir uns vorgenommen. Die junge Mannschaft ist sehr hungrig. Rückschläge müssen wir freilich einplanen.

Alles spricht von RB Leipzig und dem Engagement von Red Bull. Welche Meinung haben Sie dazu?

Die Leipziger und ihre Sponsoren werden sicher bis zur Winterpause abwarten. Läuft es nicht nach ihren Vorstellungen, wird noch einmal Geld nachgepumpt. Über die Saison wird man sich durchsetzen, schon allein aufgrund der finanziellen Mittel und des daraus resultierenden Spielermaterials. Aber man sollte gewarnt sein. RB Leipzig wird zum FC Bayern der Oberliga. Alle Teams werden gegen diesen Gegner 150 Prozent geben. Deshalb glaube ich nicht an einen lockeren Durchmarsch.

Was wollen Sie im Vergleich zu Nico Quade verändern?

Ich will, dass nicht so viel hinten herum gespielt wird. Die Zeit der Rückpässe zum Torwart ist vorbei. Mit einem schnellen Umkehrspiel wollen wir uns aus der Defensive lösen. Die Abwehr muss besser stehen. Da haben wir in der Vorsaison zu viele Gegentore kassiert. Gegen Eisleben sah das Konzept unter Wettkampfbedingungen gar nicht so schlecht aus.

Morgen kommt der FC Carl Zeiss Jena zum Test. Freuen Sie sich auf den Vergleich?

Jeder freut sich auf das Duell mit einem Drittligisten. Vom Zeitpunkt der Begegnung passt es mir aber gar nicht in den Kram. Wir sind noch im Grundlagen-Ausdauer-Training. Jena ist eineinhalb Wochen vor dem Punktspielstart. Jeder will sich beim Trainer für die Stammelf empfehlen, wird an seine Leistungsgrenze gehen. Da ist die Gefahr für uns groß, überrollt zu werden. Wir peilen trotzdem ein achtbares Ergebnis an.

Wie sieht es personell aus?

Marc Janke fällt wegen einer Grippe aus. Oliver Göschick klagt über Knieprobleme. Paul Schletzke, Ronny Scholze und Maximilian Dörlitz schone ich noch. Alle anderen Spieler sind heiß auf den namhaften Kontrahenten. 

Das Gespräch führte Jens Lohse

 

 

 

Heiko Fischer

Der Aufsichtsrat hat vor wenigen Tagen den neuen Vorstand des 1.FC Gera 03 berufen. Ihm gehören nunmehr an:

Heiko Fischer - Vorsitzender
Dr. Wuttig
Mario Seifert

Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden des 1.FC Gera 03, Herrn Heiko Fischer, führten wir dieses Interview.

 Sie sind am 09.06.2009 vom Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden des 1. FC Gera 03 berufen wurden. Können Sie uns einmal einen kurzen Abriss zu Ihrer Person geben?

Natürlich möchte ich mich zur Einleitung des Interviews erst einmal vorstellen. Mein Name ist Heiko Fischer und ich bin im Jahr 1967 in Gera geboren. Habe hier meine Schulbildung genossen und mich mit meinem Geschäftspartner 1990 bei den LVM Versicherungen selbständig gemacht. Selbstverständlich bin ich auch heute noch für diese Unternehmen tätig und betreibe eine Versicherungsagentur in der Stadt. Einige könnten mich auch als Mitorganisator der LVM-Arena in Gera kennen, welche sich dem public-viewing zur WM oder EM zugesprochen hat. 

Warum der 1FC Gera 03?

Als stiller Beobachter des Geraer Fußballs, bin ich Anfang des Jahres durch einen Hauptsponsor auf die Mitarbeit beim 1. FC Gera 03 angesprochen wurden. Darauf hin habe ich einige Wochen im Hintergrund die Abläufe und Gegebenheiten der Vereinsarbeit studiert. Hierbei habe ich viele positive Menschen kennen gelernt, die mir in den meisten Fällen offen gegenüber standen. Ich habe großen Wert darauf gelegt, dass ich alles und alle neutral betrachte. Jeder hat so im Verein seine Anschauung der Gegebenheiten, welche ich respektieren will. Besonders hat mich die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Verein beeindruckt. Vereinsmitglieder, die für eine geringe Aufwandsentschädigung Ihre Freizeit der Sache stellen. Fans, die zum Verein stehen und keine dritte Halbzeit brauchen und sich konstruktiv einbringen möchten. Der Entschluss war dann für mich schnell gefasst, dass auch ich dem Verein nicht nur finanziell, sondern auch durch meine persönliche Arbeit unterstützen möchte. 

Es ist aber doch ein sehr gewagter Seiteneinstieg, da Sie nicht aus dem Fußball kommen.

Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, aber ich glaube nicht, dass der Verein in dieser Position und Situation zwingend einen Fußballer braucht. Als Vorstandsvorsitzender des 1.FC Gera 03 sollte man nicht nur emotional sportlich gesteuert sein, nein wir brauchen hier besonnenen Weitblick mit dem Ziel den Verein in ruhiges Fahrwasser zu bringen um die sportlichen Erfolge zu halten und auszubauen. 

Wie sehen Sie die momentane Situation vom 1. FC 03 Gera?

Ich bin ein Freund des offen Wortes und daher sage ich Ihnen, das wir eine Menge Arbeit vor uns haben. Mit "wir" meine ich nicht nur den Vorstand, sondern alle Freunde und Förderer des 1. FC Gera 03. Ich für meine Person kann nur sagen, dass ich mich diesem Projekt stelle und die Fäden fest in der Hand halten werde, damit unser Verein eine tragende Säule in der Fußballlandschaft Geras bleibt. Ein entscheidender Punkt sind unsere schlechten Trainingsbedingungen für die 1. Mannschaft. Hier müssen wir die nächsten Jahre ansetzen, um diese Situation zu entschärfen. Erste Gespräche laufen hier schon und ich werde diese in den nächsten Wochen vertiefen. Dennoch haben wir sportlich in der Oberliga überzeugen können und eine Duftmarke gesetzt. Sicherlich wird die neue Saison aus vielerlei Hinsicht eine Bewährungsprobe. Wir befinden uns im Umbruch und einige sportliche Mitbewerber unserer Klasse haben mächtig aufgerüstet. 

Wenn Sie von Fußballlandschaft in Gera sprechen, wie sollte sich unser Verein zukünftig positionieren?

Hier beziehe ich klar Stellung, dass es uns zukünftig in Gera gelingen muss, dass sich Fußballvereine nur noch dem sportlichem Wettkampf stellen und nicht mehr dem verbalem Einerlei. Sicherlich ist es im Fußball immer so eine Sache, Emotionen unter Kontrolle zu halten, doch man sollte "Feindschaften" nicht schüren und schon gar nicht entstehen lassen. Wir sollten eben nie vergessen, warum wir täglich unsere Vereinsarbeit tun. Es geht um den Sport und hier um den Fußball in Gera, welcher in der Stadt eine lange Tradition hat und nicht an Namen von Vereinen fest gemacht werden sollte. Im gemeinsamen Schulterschluss sollte es uns mittelfristig gelingen, den Namen Gera wieder nach "Fußballdeutschland" tragen zu können. Ich wünsche mir, dass dies keine Vision bleibt und sich die Entscheidungsträger der entsprechenden Vereine hierzu finden werden, um konstruktive Arbeit im Sinn der Sache zu leisten. Der 1. FC Gera 03 wird zukünftig das Miteinander pflegen und Gespräche suchen. Wobei hier keine Fusionsgespräche gemeint sind. 

Welche Veränderungen planen sie?

Viele denken, der Feind des Guten ist das Bessere. Daher muss ich mit ruhiger Hand gewisse Dinge optimieren, ohne sinnvoll gewachsene Strukturen zu zerstören. Sicherlich ist es notwendig, dass ich personell Veränderungen durchführen muss, da ich mein operatives "Dream-Team" selbst formen möchte. Im sportlichen Bereich werden wir in der kommenden Saison gut aufgestellt sein. Wir werden weiter daran arbeiten, dass wir die optimale Mischung aus jungen Spieler und alten Hasen im Kader haben und so zu einer schlagkräftigen Truppe avancieren. Hierzu kann ich nur unserem sportlichem Leiter danken, welchen wir übrigens die Vertragsverlängerung angeboten haben. Weiterhin muss und wird es uns gelingen, dass wir uns innovativer und professioneller aufstellen. Hier stehen viele Dinge auf meiner Agenda und sind teilweise schon angeschoben. Unser Marketing wurde durch die Geraer Firma ESP Marketing analysiert und optimiert. Weiterhin ist es uns gelungen im Bereich der Sponsorensuche und deren Betreuung die Firma Prolife Sportmarketing zu gewinnen. Uns muss es einfach zukünftig gelingen, dass wir nicht schon die Saat essen, sondern diese einbringen, um die Früchte zu ernten. 

Welche Resonanzen spüren Sie im Moment im Hinblick auf Ihr Engagement?

Nur positive. Das ist ja auch der Grund, warum ich mich der Aufgabe stellen wollte. Ich hätte nie gedacht, das sich so positive Energien für den 1. FC Gera 03 ergeben könnten. Viele meiner Kontakte haben sich spontan bereit erklärt den Verein zu unterstützen und so werden sich interessante Netzwerke für den Fußball in der Stadt bilden. Im Verein selbst, suchen viele Mitglieder mit mir das Gespräch, da man die Chance des Wandels nutzen will, um konstruktive Dinge einbringen zu wollen. Nicht jede noch so gute Idee können wir allerdings sofort umsetzen, da wir erst einmal unsere alten Baustellen abarbeiten müssen.  

Was wünschen Sie sich im Hinblick auf Ihre Tätigkeit

Das sind viele Sachen. Zum Beispiel ist es für mich eine Herzensfreude, wenn ich sehe wie sich der Fußballnachwuchs in dieser Stadt und bei uns im Verein müht und sich dem Wettkampf stellt. Genau diese Kinder sind der Lohn unserer Aufwendungen. Ich wünsche mir in diesem Bereich, dass sich ein Leistungszentrum in der Stadt bildet. Weiterhin wünsche ich mir, dass ich für unseren Verein und die Sache, viele Förderer gewinnen kann, die sich freiwillig mit dem Fussballvirus anstecken lassen. Ich bin Realist und weiß, dass es ohne eine Vielzahl von Sponsoren nicht möglich ist, saubere Vereinsarbeit zu betreiben. 

 

 

 

Eineinhalb Tore für den Opa

Zauberfuß Franz: Lok ist ein geiler Gegner

 

Der 1. FC Lok Leipzig scheint zu Ihren Lieblingsgegnern zu gehören. Schon im Testspiel im August trafen Sie per Freistoß.

Lok ist doch auch ein geiler Gegner. Es macht viel Spaß gegen die zu spielen. Da kommen viele Zuschauer ins Stadion. Die Stimmung ist gut auf den Rängen. Da ist man natürlich noch etwas mehr motiviert als sonst.

Heute haben sie sozusagen eineinhalb Tore geschossen. Schildern Sie die Situationen bitte kurz!

Den Freistoß zum 1:0 habe ich gut getroffen. Es ist immer das Ziel, den Ball in Kopfhöhe nach innen zu ziehen. Da muss man volles Risiko gehen. Direkt konnte ich es aus dieser Position nicht versuchen. Beim 2:0 war die Aufgabe einfacher. Aber solche Bälle habe ich im Training auch schon vorbei geschossen. Marc Janke hat sich aber toll durchgesetzt und nach innen gepasst. Da brauchte ich nur noch den Fuß hinzuhalten.

Sie hatten heute noch eine besondere Motivation?

Richtig, mein Opa ist heute 79 Jahre alt geworden. Für ihn haben ich die eineinhalb Tore auch geschossen.

Wie hat die Mannschaft die Beurlaubung von Trainer Nico Quade aufgenommen?

Das ist Geschichte. Ich bin Spieler. Wir können auch unter Rene Grüttner gewinnen, wie man heute gesehen hat. Er hat drei gute Trainingseinheiten in der Woche geleitet, war gut vorbereitet. Wir haben viel Standards trainiert. Das hat man heute auch gemerkt. Wir haben heute all das gezeigt, was der Trainer von uns sehen wollte.

Was war der Sieggarant heute?

Wir haben hinten sehr sicher gestanden, kaum etwas zugelassen. In der eigenen Hälfte wollten wir auf Sicherheit spielen, dann das Risiko suchen. Vorn hatten die Offensivspieler alle Freiheiten.

Sie haben noch keinen Vertrag in Gera unterschrieben. Wie weit sind die Verhandlungen fortgeschritten?

Die Gespräche laufen. Ich denke, nächste Woche fällt eine Entscheidung. Im Spiel habe ich heute nicht an einen neuen Vertrag gedacht. Trotzdem können die Tore bei den Verhandlungen natürlich von Vorteil sein. wir werden sehen, was dabei herauskommt.

Das Gespräch führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

 

 

Interimslösung auf dem Trainerstuhl gefunden

Im Gespräch mit Coach Rene Grüttner vor dem Spiel gegen Lok Leipzig

Gera (KA/Jens Lohse). Am Montag hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 seinen Trainer Nico Quade vom Trainings- und Wettkampfbetrieb freigestellt. Der designierte Vorstandsvorsitzende Heiko Fischer äußerte sich zu den Gründen: "Wir haben Nico sportlich nichts vorzuwerfen. Allerdings wollen wir nach seinem selbst verkündeten Rücktritt zum Saisonende in den letzten Wochen selbst mit dem Sportlichen Leiter Harry Pleß ganz nah an der Mannschaft sein, um auch fürs neue Spieljahr eine schlagkräftige Truppe zu formieren. Nico bekommt dadurch die Gelegenheit, die Suche nach einer neuen persönlichen Herausforderung zu intensivieren." In den restlichen beiden Begegnungen gegen den 1. FC Lok Leipzig und den FSV Zwickau wird Rene Grüttner - bisher Coach der Reservemannschaft - die 03-er verantwortlich betreuen. Mit dem 35-Jährigen unterhielt sich Jens Lohse:

Wie überrascht waren Sie, als Sie angerufen wurden mit der Bitte, die Geraer Oberliga-Elf die restlichen beiden Saisonpartien zu betreuen?

Schon am Sonntag Abend hatte es erste Kontakte mit dem Vorstand gegeben. Ich sollte mich bereithalten, hieß es. Montag Mittag war dann alles geklärt. In der Kürze der Zeit lag diese Lösung doch nahe. Harry Pleß wollte das Amt nicht übernehmen. Also war ich der nächste, der gefragt wurde. Es ist für mich eine große Aufgabe, ein Oberliga-Team zu führen. Ich hoffe, die Mannschaft macht mir das Leben leicht. Ein Punkt gegen Lok Leipzig am Pfingstsonntag wäre eine schöne Sache.

Damit würdigt der Verein auch Ihre Arbeit als Trainer der Reserve. Wie sehen Sie das?

Ja, wenn ich etwas anfange, arbeite ich immer sehr akribisch, bin mit ganzem Herzen bei der Sache. Dementsprechend werde ich die Mannschaft für Sonntag auch einstellen.

Wie verlief das erste Training?

Meiner kurzen Ansprache haben alle sehr aufmerksam zugehört. Die Spieler waren sehr diszipliniert, haben alle Trainingsanforderungen ordentlich umgesetzt. Es gab keinerlei negative Bemerkungen. Ich fahre eine klare Linie. Alle Spieler sprechen mich mit Trainer an. Klüngeleien gibt es bei mir nicht, auch wenn ich mit einigen Kickern noch selbst zusammengespielt habe.

Was werden Sie anders machen?

Ich habe eine intakte Mannschaft übernommen. Nico hat sportlich sehr gute Arbeit geleistet. Die Spieler sind fit. Im Training gibt es nicht viel zu ändern. Ich werde sicherlich einige neue Ideen einbringen, vor allem die Anspannung vor den beiden Spielen erhöhen.

Können Sie sich vorstellen, die Mannschaft auch in die neue Saison zu führen?

Darüber mache ich mir erst einmal keine Gedanken. Es gibt eine klare Absprache, die heißt, dass ich Trainer für zwei Spiele bin. Schauen wir mal, was danach kommt. Es lastet kein Druck auf mir. Ich hoffe, die Mannschaft stärkt mir den Rücken. Zu Hause gegen Lok Leipzig wollen wir noch einmal richtig Gas geben. Wir wollen uns nicht den Vorwurf machen lassen, nicht alles gegeben zu haben. Kampfgeist bis zum Umfallen ist gefragt.

Wie sieht es personell gegen den 1. FC Lok Leipzig aus?

Paul Schletzke fällt definitiv aus, nachdem sein Arm nach der Verletzung in Auerbach durch einen Gips ruhiggestellt werden musste. Auch hinter dem Einsatz von Sebastian Barich steht ein dickes Fragezeichen. Er war am letzten Sonntag umgeknickt. Marco Weißhaupt stößt erst wieder am Samstag beim Abschlusstraining zur Mannschaft. Er steht deshalb nicht im Aufgebot. Ab sofort trainiert Torwart Philipp Ziegenbein mit dem Team. Tino Ledig und Pavel Pfeifer aus der Landesklasse-Mannschaft rücken in den Kader, eventuell auch noch Tom Diepold.

Wer betreut die Reserve-Mannschaft zukünftig?

Andre Gerstenberger macht das. Ich werde ihm sicherlich etwas unter die Arme greifen. Das Training leitet er.

Was machen Sie am 3. Juli, wenn der Trainingsauftakt für die neue Saison ansteht?

Da bin ich in Bad Blankenburg an der Landessportschule. Vom 22. Juni bis 5. Juli absolviere ich dort den C-Lizenz-Übungsleiterlehrgang.

 

 

 

Letzte Motivation fehlt in Auerbach

Im Gespräch mit Harry Pleß (Gera 03)

Auerbach (OTZ/Jens Lohse). Mit 0:2 zog Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 beim Tabellenzweiten in Auerbach den Kürzeren. Düring (37.) und Dressel (63.) trafen für die Vogtländer ins Schwarze. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Sportlichen Leiter Harry Pleß:

Was hat letztlich den Ausschlag für die Niederlage gegeben?

Die Auerbach waren einfach einen Tick aggressiver. Die haben losgelegt wie die Feuerwehr, uns sofort unter Druck gesetzt, Da war Torwart Jens Roß schon in der Anfangsviertelstunde mehrfach gefordert, bei einem Pfostenschuss des Gastgebers auch mit dem Glück im Bunde. Wir hatten vor der Pause zwei gute Kopfballchancen durch Christof Neumann. Das 1:0 hat dann natürlich Auerbach in die Karten gespielt.

Mit Marco Weißhaupt und Tobias Friedrich fehlten den Geraern zwei Routiniers. Spielte deren Fehlen auch eine Rolle?

Zu diesem Saisonzeitpunkt hat jede Mannschaft wichtige Spieler zu ersetzen. Bei Auerbach standen Tomoski und Pfoh nicht zur Verfügung. Der Gastgeber war einfach stärker. Die sind zu Hause nicht ohne Grund als einzige Mannschaft ungeschlagen. Da konnten wir uns bei Schlussmann Roß bedanken, der mit vielen guten Paraden eine höhere Niederlage verhindert hat.

Die letzte Motivation hat also bei den Geraern gefehlt ...

... In der Mannschaft steckt mehr, als sie heute gezeigt hat. Innerlich hatte ich auf ein Unentschieden gehofft. Aber Auerbach war eben sehr entschlossen. Bei der Hitze konnte sich nicht jeder unserer Spieler so überwinden, wie es für einen Punkt erforderlich gewesen wäre.

Sind Sie mit der Punkteausbeute der Mannschaft bisher zufrieden?

Sicher. 46 Punkte sind zwei Zähler mehr als in der letzten Saison. Und das trotz eingeleiteter Verjüngung, die wir fortsetzen werden. Platz fünf oder sechs sollte diesmal herausspringen.

Letzte Woche haben Sie den ersten Neuzugang präsentiert. Wier ist Oliver Göschick?

Ein 24-jähriger Mittelfeldspieler vom Sachsenligisten FC Oberlausitz Neugersdorf, der sowohl auf der rechten als auch der linken Außenbahn zu Hause ist. Oberliga-Erfahrungen sammelte er mit Neugersdorf bereits in der Oberliga-Saison 2005/06, als er 21 Mal zum Einsatz kam und zwei Treffer erzielte. Er ist ein Typ wie Paul Schletzke. Hoffentlich schlägt er bei uns auch so gut ein. Göschick wurde in Hoyerswerda geboren und sucht ab 1. Juli in Gera eine Zivildienststelle.

 

 

 

 

 

Enrico Neubert

Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den VfB 09 Pößneck ist Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 zumindest für zwei Nächte auf den vierten Tabellenplatz vorgerückt. Christof Neumann (12.) und Sebastian Barich (60.) hatten vor nur 235 Zuschauern die Geraer Treffer erzielt. Pößnecks Römer war zwischenzeitlich der Ausgleich gelungen (23.). Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Defensivspieler Enrico Neubert:

Unterm Strich stehen die drei Punkte. Schöner Fußball sieht aber anders aus.

Die Spiele gegen Pößneck waren bis jetzt doch immer sehr verkrampft. Man kennt sich. Das ist ein Derby. Da ist mit Schönspielen kein Blumentopf zu gewinnen. Für uns war heute wichtig, die 44-Punkte-Marke, die wir uns zum Saisonziel gesetzt hatten, zu durchbrechen. Das haben wir geschafft. Jetzt kommen mit Auerbach, Lok Leipzig und Zwickau noch drei schwerere Gegner. Da kommen dann auch interessantere Spiele zustande. Heute hat nur der Sieg gezählt.

Dass die Geraer Tore erzwungen waren, kann man nicht unbedingt sagen. Aber die Chancenverwertung war dafür fast optimal.

So ist das im Fußball. Manchmal hat man 20 gute Gelegenheiten und trifft das Tor nicht. Heute sind unsere Treffer nicht in Druckphasen entstanden. Dafür war unsere Chancenausbeute fast optimal. Pößneck war nach dem 2:1 sichtlich geschockt, hatte nicht mehr so viel zum Zusetzen.

Wie beeinflusst Sie der Weggang von Trainer Nico Quade zum Saisonende?

Wir bereiten uns auf die Begegnungen ganz normal vor. Wir sind Fußballer genug und mit dem entsprechenden Ehrgeiz ausgestattet, um bis zum letzten Spieltag alles zu geben. Für manchen Spieler geht es ja noch um einen neuen Vertrag. Der Trainer hat mit uns gesprochen. Ich akzeptiere seine Entscheidung.

Hätten Sie Ihren Vertrag in Gera verlängert, wenn Sie gewusst hätten, dass der Trainer geht?

Ja, das mache ich an der Mannschaft fest. Für mich kommt es auch darauf an, mein fußballerisches Engagement mit meinem Job unter einen Hut zu bringen. Das klappt ganz gut. Ich bin der Letzte, der aus dem Gründungskader von 2003 noch übrig geblieben ist. Mir gefällt es in Gera sehr gut. Ich bin gespannt, wer Trainer wird. Aber eigentlich ist das egal. Vielleicht ist es ja auch an der Zeit, von einem neuen Coach neue Impulse zu bekommen. Das wird auch für mich eine Herausforderung.

Wieviele Punkte holt der 1. FC Gera 03 noch aus den letzten drei Saisonpartien?

Ich könnte sagen - neun. Mal sehen, wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir wollen unsere Gegner ärgern. Für einige unserer Kontrahenten geht es noch um etwas. Was herauskommt, werden wir sehen. Ich freue mich jedenfalls auf die Partien.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

 

 

Führung nicht über die Zeit gebracht

Im Gespräch mit Harry Pleß (Gera 03)

Wolfen (OTZ/Jens Lohse). Vom abstiegsbedrohten FC Grün-Weiß Wolfen entführte Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 einen Auswärtspunkt. Den Führungstreffer durch den zur Halbzeit eingewechselten Christian Schmidt (56.) egalisierte der Gastgeber noch (76.). Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Sportlichen Leiter der Geraer, Harry Pleß:

War das ein gewonnener Punkt oder zwei verlorene Zähler?

Da möchte ich mich nicht festlegen. Beide Mannschaften hätten gewinnen können. Wir können mit dem Unentschieden gut leben, verbleiben damit auf Platz fünf punktgleich hinter Halberstadt. Allerdings wollten wir heute die 44 Punkte perfekt machen, die unser Saisonziel waren. Das klappt nun erst am Freitag gegen Pößneck.

Versäumten es die Geraer nach dem Führungstor von Christian Schmidt den Sack zuzumachen?

Ja, das war unser Manko. Gerade Christoph Neumann und Sebastian Barich waren dem zweiten Treffer nahe. Aber auch die Wolfener haben sich nach dem Wechsel gesteigert. Wir hatten die bessere Spielanlage. Insgesamt hat im Abschluss aber der letzte Biss gefehlt. Selbst nach dem Ausgleich hatte Marc Janke gleich vom Anstoß weg die Riesenchance zum 1:2, scheiterte aber am Wolfener Schlussmann.

Der ZFC Meuselwitz scheint sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen zu lassen. Ist die Halata-Elf auch Ihr Aufstiegsfavorit?

Da halte ich mich noch bedeckt. Auch Auerbach gibt nicht kleinbei, leistet sich kaum eine Schwäche. Vier Spieltage stehen noch an. Da kann noch viel passieren. Vielleicht spielen wir in Auerbach ja das Zünglein an der Waage.

Wenn der 1. FC Lok Leipzig drin bleibt, bleibt die Oberliga attraktiv. Wie sehen Sie das?

Ja natürlich, zumal ja mit dem FC Sachsen Leipzig ein weiterer Zuschauermagnet nach unten kommt. Insofern können wir den Aufstieg von Meuselwitz oder Auerbach verkraften.

Wie geht es in der nächsten Saison mit dem 1. FC Gera 03 weiter?

Wir spielen weiter in der Oberliga. Ich bastle schon eifrig an dem Team für die neue Saison. Mit dem Ex-Zwickauer Maik Strobel und dem bisherigen Torwart der Reserve Philipp Ziegenbein haben in der letzten Woche zwei weitere Spieler für das nächste Spieljahr unterschrieben. In Verhandlungen stehe ich noch mit Sebastian Barich, Paul Schletzke, Christian Schmidt, Michael Franz sowie den Routiniers Tobias Friedrich und Marco Weißhaupt. An zwei Neuzugängen bin ich auch schon dran. Vakant ist noch der Trainerposten. Namen kursieren schon genug. Aber wir haben uns noch nicht entschieden.

 

 

Einfach kraftlos gewirkt

Im Gespräch mit 03-Trainer Nico Quade

Gera (OTZ/Jens Lohse). Einen herben Dämpfer musste Fußball-Oberligist 1. FC Gera gestern Abend im Heimspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II hinnehmen. Dem Tabellenletzten unterlag die Quade-Elf sang- und klanglos vor 220 Zuschauern mit 0:4 (0:1). Fast mit dem Pausenpfiff geriet man durch einen verwandelten Foulelfmeter in Rückstand (45.). In der Schlussphase wurde die Gastgeber noch drei Mal eiskalt ausgekontert (85./87./90.). Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit 03-Trainer Nico Quade.

Nach vier Siegen zuletzt in Folge hatten die Zuschauer einen anderen Auftritt der 03-er erwartet. Was war heute mit Ihrer Mannschaft los?

Wir wirkten einfach kraftlos. Zu keiner Zeit konnten wir unser Leistungsvermögen auch nur annähernd ausschöpfen. Von der ersten Minute an war das viel zu wenig. Wir haben es einfach nicht verstanden, den Gegner unter Druck zu setzen. Die wenigen Chancen haben wir versiebt.

In der Schlussphase wurde es dann fast blamabel. Darf man sich so abschlachten lassen?

Nein, natürlich nicht. Aber meine junge Mannschaft will auch beim 0:2 und 0:3 noch weiter das gegnerische Tor berennen. Für die fehlende Übersucht sind wir heute hart bestraft worden.

Hatten Sie schon eine Vorahnung, dass die Erfolgsserie reißen würde?

Ein bisschen hatte ich es im Gefühl. Nach jedem Sieg wird es schwerer, das nächste Spiel zu gewinnen. Da ist gerade eine Begegnung zu Hause gegen den Tabellenletzten immer besonders gefährlich.

Nach 55 Minuten hatten Sie schon drei Mal gewechselt. Gebracht hat aber alles nichts.

Solche Tage gibt es im Fußball. Ich konnte heute mit meinen Wechseln nicht auf das Spielgeschehen reagieren. Friedrich, Schletzke und Janke mussten verletzungsbedingt raus.

Der Bulgare Ivanov im Erfurter Trikot war der überragende Mann auf dem Platz. Wie haben Sie ihn gesehen?

Wir konnten ihn nicht aus dem Spiel nehmen. Gegen seine Kopfballstärke fanden wir kein Mittel. Deshalb war es auch so schwierig, die Rot-Weiß-Abwehr in Gefahr zu bringen.

Was haben Sie in der Halbzeit gesagt?

Ich habe versucht, die Mannschaft noch einmal zu pushen. Wir haben dann auch etwas druckvoller agiert. Insgesamt war aber viel zu wenig Bewegung in unserem Spiel. Schade, ich hätte gern heute die 45 Punkte geschafft. Jetzt muss ich die Niederlage erst einmal sacken lassen.

 

 

26.04.2009

Nick Pohland

Serie soll halten 

(OTZ/Jens Lohse). Mit einem 2:1-Erfolg in Eilenburg landete Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 seinen vierten Sieg in Folge. Doppelter Torschütze war Angreifer Nick Pohland. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem 19-Jährigen, der vor der Saison aus Weida zur Quade-Elf gewechselt war.

Sie standen nicht in der Startelf, waren aber schon zur Halbzeit Doppeltorschütze. Das war ja heute wie im Märchen für Sie ...

Ich hatte nicht damit gerechnet, so früh eingewechselt zu werden. Umso schöner, dass es dann so gut geklappt hat mit meinen beiden Treffern vor der Pause. Dann hätten wir den Sack viel eher zumachen müssen, haben es uns selbst schwer gemacht. Die Partie war sehr ausgeglichen, hätte angesichts der vielen Möglichkeiten auf beiden Seiten auch 5:5 ausgehen können.

Schildern Sie kurz Ihre beiden Tore!

Beim 1:0 kam Christian Hausers Freistoß optimal auf den zweiten Pfosten. Ich brauchte nur noch einzunicken. Das 2:0 bereitete dann Marc Janke mit seiner Eingabe toll vor. Ich habe gegen die Laufrichtung des Torwarts vollendet.

Trotz der 2:0-Pausenführung wurde es noch einmal eng. Woran lag das?

Eilenburg hat unwahrscheinlich Druck gemacht. Gegen den Wind war es anfangs schwer für uns, uns zu befreien. Später hatten wir viele gute Konterchancen. Doch irgendwie fehlten im Abschluss dann etwas Kraft und Konzentration.

Sie mussten auch viel nach hinten arbeiten, was Ihnen sonst nicht so liegt, oder?

Alle drei Stürmer mussten mitgehen. Meine Aufgabe war, gerade bei gegnerischen Standards im eigenen Strafraum auszuhelfen. Da hat ganz gut geklappt. Durch den hohen läuferischen Aufwand war ich dann aber bei meiner Großchance nach Vorarbeit von Christian Hauser kurz vor Schluss nicht mehr richtig bei der Sache, habe zu lange gebraucht, um abzuschließen.

Sie wirken recht erschöpft?

Bisher bin ich meist über Kurzeinsätze nicht hinaus gekommen. Da schlaucht solch ein Spiel schon etwas. Aber ich bin jung. Da muss ich durch.

Reicht die Kraft noch für Mittwoch gegen Erfurt II?

Da müssen wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Unsere Serie mit bisher vier Siegen in Folge soll halten. Dann haben wir eineinhalb Woche kein Spiel. Wenn ich wieder zwei Tore mache, kann mich der Trainer ruhig wieder als Joker bringen.

 

 

 

Christian Hauser

Bisschen fürchten vor dem FCG

(OTZ/Jens Lohse). Mit 4:0 hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 sein Heimspiel gestern Abend vor 271 Zuschauern gegen den FC Carl Zeiss Jena II gewonnen. Für die Tore der Quade-Elf sorgten dabei Christof Neumann (5.), Sebastian Barich (31./67.) und Nick Pohland (89.). Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Kapitän Christian Hauser.

Es klappt derzeit alles bei den 03ern. Was ist anders als vor vier Wochen?

Das Glück und auch das Selbstvertrauen sind zurück. Es läuft wie von allein. Torwart Jens Roß hat uns heute in den wenigen brenzligen Situationen mit zwei guten Paraden vor dem Anschluss bewahrt. Und Sebastian Barich gelingt derzeit ohnehin alles, egal ob Hacke, Spitze, rechts oder links. Das neue 4-3-3-System bewährt sich immer besser. Tobias Friedrich und ich als die beiden Sechser stimmen uns gut ab.

Hatten Sie die Zeiss-Reserve so schwach erwartet?

Nein, ich dachte es wird schwieriger. Aus dem Drittliga-Kader war niemand dabei, wobei man die Stärke eines Teams nicht unbedingt an Namen ausmachen kann. Heute war auch der Platz richtig gut. Ein Dank deshalb auch an die Platzwarte, die sich in Vorbereitung der Junioren-Europameisterschaft mächtig ins Zeug legen. 

Nach drei Siegen in Folge ist Gera wieder auf Platz fünf vorgerückt. Was geht da noch?

Ich persönlich schaue gar nicht auf die Tabelle. Wir haben jetzt 39 Punkte. 44 - wie im Vorjahr - waren unser erklärtes Ziel. Wir sind also noch nicht am Ende unserer Träume.

Die Chancenverwertung war fast optimal ...

Marc Janke war heute für mich eine der Schlüsselfiguren. Alle vier Tore hat er vorbereitet. Das zeugt von seiner Stärke und einem Klasse-Spiel. Christof Neumann trifft. Sebastian Barich ist nicht zu bremsen. Und vor allem für Nick Pohland freut mich sein Tor. Er ist mit seinen 19 Jahre noch sehr jung, trainiert die erste Saison bei uns und ist in den Einheiten sehr fleißig. Er hält seinen Mund, arbeitet im Stillen an sich. Den Treffer heute hat er sich redlich verdient.

Sie selbst plagen weiterhin muskuläre Probleme ...

Das geht schon seit fünf Wochen. Es kommt einfach keine Ruhe rein. Dank der Physiotherapie-Praxis Achs-Albrecht war ich zu den meisten Spielen bisher ziemlich fit. Deren Unterstützung hilft mir ungemein.

Jetzt geht es nach Eilenburg. Wird dort der nächste Dreier angepeilt?

Na klar. Nach dem 3:0 heute gegen Zwickau sind aber auch die Eilenburger gut drauf. Wir wollen unsere Serie von sechs Siegen aus der Hinrunde wiederholen. Der Erfolg gegen Aue II war der Weckruf, ein Spiel vom gleichen Kaliber wie im Herbst gegen Markranstädt. Wir sind heiß aufs Gewinnen. Die Gegner sollten sich derzeit vor uns ruhig etwas Fürchten.

 

 

 

Trainingsweltmeister stark in Bautzen

Im Gespräch mit Sebastian Barich

Bautzen (OTZ/Jens Lohse). Überraschend deutlich mit 3:0 (2:0) hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 seine Auswärtsbegegnung vor 600 Zuschauer bei Budissa Bautzen gewonnen. Christof Neumann per Kopf (38.), Marc Janke per Abstauber (43.) und Sebastian Barich nach tollem Alleingang (50.) steuerten die Treffer bei. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Sebastian Barich:

Die Mannschaft und speziell Sie haben heute vor Spielfreude nur so gesprüht. Was war anders als in den letzten Begegnungen?

Der Druck ist weg. Der Aufstieg würde für uns und den Verein um Jahre zu früh kommen. Also konzentrieren wir uns wieder darauf, den Ball laufen zu lassen und nach vorn zu spielen. Die Erfolge kommen dann von ganz allein, wie man heute sehen konnte. Ich hoffe, wir starten ein ähnliche Serie wie in der Hinrunde, als wir sechs Mal in Folge gewonnen haben.

War das Ihr bestes Spiel im Trikot des 1. FC Gera 03?

Ja, ich glaube schon. Bisher haben mich Verletzungen und Sperren in dieser Saison immer wieder etwas zurück geworfen. Heute konnte ich der Mannschaft viel geben.

Sie waren an zwei Toren beteiligt. Das 1:0 haben Sie mit einer gelupften Flanke vorbereitet, das 3:0 per Solo selbst erzielt. Ihr Sportlicher Leiter Harry Pleß sprach schon vom "weißen Brasilianer".

Langsam, langsam. Läuft es gut, dann versucht man auch mal das eine oder andere Kabinettstückchen. Die Flanke zum 1:0 kam maßgenau und Christof Neumann hat toll verwandelt. Bei meinem Alleingang haben ich zwei Bautzenern Knoten in die Beine gespielt und dann vollendet. Heute hat fast alles geklappt.

Haben Sie Respekt vor den anstehenden englischen Wochen?

Nein, darauf freue ich mich sogar. Wir sind nämlich Trainingsweltmeister. Die Woche über klappt immer alles perfekt, in den Sonntagsspielen längst nicht alles. Mal sehen, wie sich das dann in den Mittwoch-Heimspielen gegen Jena II und Erfurt II gestaltet. Ich bin jedenfalls guter Dinge.

Jetzt kommt der FC Carl Zeiss Jena II, der heute gegen Zwickau mit 3:0 gewonnen hat. Leicht wird die Aufgabe auf keinen Fall.

Nein, wir aber haben, hoffe ich, endlich verstanden, dass wir selbst eine sehr gute Mannschaft beisammen haben. Wir müssen unser Ding machen, nicht so viel auf den Gegner schauen. Dann sind wir stark. Selbst wenn wir einmal in Rückstand geraten wie gegen Aue II, geht immer noch etwas. Dann heißt es, nicht zu meckern, sondern den Schalter umzulegen und sich aufzubäumen. Denn es geht immer weiter.

 

 

Finte-Schuß-Tor-Sieg-Danke-Janke

05.04.2009

Tolle Geraer Aufholjagd

Im Gespräch mit Marc Janke

Gera (OTZ/Jens Lohse). Mit einer tollen Aufholjagd gegen den FC Erzgebirge Aue II hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 II seine Negativserie beendet. Gegen die "kleinen Veilchen" fuhr man einen 3:2 (0:2)-Erfolg ein, bei dem Maik Strobel (75.), Marcel Ast (78.) und Marc Janke (80.) mit ihren Treffern binnen sechs Minuten einen 0:2-Rückstand wettmachten. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Marc Janke.

Haben Sie schon einmal ein so verrücktes Fußballspiel erlebt?

Das gibt es immer wieder einmal. Das macht den Fußball ja so interessant. Drei Tore in sechs Minuten nach einem 0:2-Rückstand sind aber etwas Besonderes. Heute waren viele Emtionen dabei. Das Glück war heute eindeutig auf unserer Seite. Nach dem verschossenen Elfmeter hatte ich eigentlich gedacht, dass uns heute nichts mehr gelingt.

Eigentlich war das Spiel doch schon verloren, oder ...

Verloren hat man erst nach 90 Minuten, im Zweifelsfall sogar erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Wir haben kämpferisch alles gegeben, wussten, dass - wenn uns der Anschluss gelingt - noch einmal alles möglich ist. Daran haben wir geglaubt.

Als Sie dann das 3:2 geschossen haben; haben Sie auch daran gedacht, nach fast elf Monaten endlich einmal wieder im Stadion der Freundschaft getroffen zu haben?

Nein, erst einmal nicht. Da hat die Freude überwogen. Daran haben ich keinen Gedanken verschwendet. Dafür war ich auswärts ziemlich treffsicher. Auswärts oder zu Hause, ist doch egal. Hauptsache die Tore fallen überhaupt.

Wie wichtig war der Sieg heute?

Enorm wichtig. Wir wollten unbedingt gewinnen und auch guten Fußball spielen. Das ist uns vor der Pause überhaupt nicht gelungen. Dann hat es geklappt. Wir haben die Tore erzwungen. Der Fußballgott war auf unserer Seite. Warum wir aber immer die erste Halbzeit verschlafen, weiß ich auch nicht.

Können Sie mit den Auern mitfühlen?

Ja, für die ist das ein Katastrophe. Die fahren mit hängenden Köpfen nach Hause. Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen. Mich interessieren mehr unsere drei Punkte. Die haben wir gebraucht.

Freuen Sie sich auf die Osterpause?

Teils, teils. Zum einen hätten wir die Euphorie von heute sicher gern so schnell wie möglich weitergetragen. Zum anderen ist die zweiwöchige Pause aber auch gut. Wir haben viele verletzte und angeschlagene Spieler in unseren Reihen. Die haben jetzt etwas Zeit sich zu regenerieren, damit wir in Bautzen am 19. April mit einem starken Kader auflaufen können. Heute hat sich gezeigt, wie wichtig Alternativen auf der Bank sind.

 

 

 

Auf ihn ist immer Verlass: Marcel Ast. Hier im Testspiel gegen den FC Erzgebirge Aue

29.03.2009

Marcel Ast 

Markranstädt (OTZ/Jens Lohse). Mit 0:2 (0:2) zog Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 beim SSV Markranstädt den Kürzeren und fiel in der Tabelle auf Rang sieben zurück. Die Gäste konnten sich nur eine klare Tormöglichkeit erarbeiten und kassierten beide Gegentore durch Mittenzwei (15.) und Meißner (45.+2) bereits in der ersten Halbzeit- Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Verteidiger Marcel Ast.

Auch im vierten Spiel in Folge gab es für den 1. FC Gera 03 keinen Sieg. Was ist momentan los?

Uns fehlt es einfach im Spiel nach vorn an der erforderlichen Durchschlagskraft. So versuchen wir immer zuerst, dass hinten die Null steht. In der Vorwoche gegen Meuselwitz ist uns das gelungen. Heute sind wir schon nach einer Viertelstunde einem Rückstand hinterher gelaufen. Zwar haben wir dann die Partie über weite Strecken ausgeglichen gestaltet, konnten uns aber nur eine klare Torchance erarbeiten, die dann Tobias Friedrich auch noch vergab.

Spielt die dünne Personaldecke auch eine Rolle?

Sicherlich, aber das darf keine Ausrede sein. Es stehen trotzdem elf Spieler in der Anfangsformation, die den Anspruch an sich haben, Oberliga-Spieler zu sein. Dass man von einem A-Junior wie Marcel Fischer, der hier sein erstes Spiel von Anbeginn gemacht hat, keine Wunderdinge erwarten kann, ist klar. Aber wir müssen uns spielerisch wieder mehr zutrauen, auch wenn uns Weißhaupt, Scholze, Schletzke, Strobel und Barich nicht zur Verfügung stehen.

Markranstädt war nach drei Siegen in Folge richtig heiß. Haben Sie mit der Aggressivität des Gastgebers in den Zweikämpfen gerade zu Beginn gerechnet?

Darauf waren wir eingestellt. Nur uns hat in diesen Duellen der letzte Biss gefehlt. Nur fünf Prozent weniger zu geben, reicht schon aus, um diese Zweikämpfe zu verlieren. Die Oberliga ist sehr ausgeglichen. Wenn uns dann noch solch einfache Fehler vor den Gegentoren unterlaufen, sind wir selbst schuld. Beim 0:1 verlieren wir den Ball im Vorwärtsgang. Die ganze linke Seite war dann auf. Beim 0:2 kurz vor der Pause bekommen wir den Ball einfach nicht weg.

Nun fällt auch noch Ronny Fuhrmann im nächsten Spiel gegen Erzgebirge Aue II wegen seiner fünften gelben Karte aus. Sind die ständigen Umstellungen auch kontraproduktiv?

Ja, aber damit muss man rechnen, je länger die Saison wird. Da nehmen Verletzungen und Sperren zu. Umso wichtiger ist es , dass jeder 100 Prozent gibt. So lange hinten die Null steht, können wir nicht verlieren.

Bekommt der Verein jetzt die Quittung dafür, dass man in der Winterpause mit Tröger und Raab zwei gestandene Oberliga-Spieler ziehen ließ und sich nicht verstärkte?

Darüber haben andere zu entscheiden. Fakt ist, wir müssen aufhören, zu jammern. Die Jungen müssen ran. Marcel Fischer war bei seinem Debüt von Anbeginn heute sicher sehr aufgeregt. Maximilian Dörlitz hat seine Sache ganz gut gemacht. Die älteren Spieler müssen die Youngster auf dem Platz besser führen. Wenn sie aber mit sich selbst beschäftigt sind, ist das natürlich nicht möglich.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

Ronny Fuhrmann hier beim Spiel gegen den FC Rot-Weiss Erfurt

27.03.2009

Die Unterstützung der Familie ist wichtig

Das Exclusiv-Interview mit Ronny Fuhrmann.

Ronny, Du hast gestern Deinen Vertag beim 1.FC Gera verlängert. Die Freude bei den Fans ist riesengroß. Wird das dann Deine letzte Saison?

(lacht) Das weiß ich noch nicht. Darüber mache ich mir momentan auch keine Gedanken. Ich habe auch gar nicht so lange überlegen müssen, ob ich bleibe oder nicht. Ich fühle mich seit Jahren in Gera sehr wohl.

Wovon hängt solch eine Entscheidung denn ab?

Das spielen viele Komponenten eine Rolle. Der eigene Fitnesszustand, der Verein, die Mitspieler, der Trainer. Aber auch und besonders die familiäre und berufliche Situation zu Hause. Da ich in Erfurt wohne und arbeite ist es oft nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Aber bisher konnte ich es mit der Unterstützung meiner Familie, die sehr wichtig ist, meist gut organisieren.

Was waren denn Deine bisher schönsten Momente in Gera?

Oh, da gibt es über die Jahre jetzt schon eine ganze Menge. Der 4:1 Sieg über Chemnitz letztes Jahr oder der Auswärtssieg bei Lok Leipzig fallen mir spontan ein. Auch der Aufstieg in die Oberliga, der Erfolg über Rot-Weiss Erfurt im Pokal und die DFB-Pokalspiele sind schon etwas besonderes.

Am Wochenende geht es nun nach Markranstädt, was erwartest Du von diesem Spiel?

Einerseits, dass es sicherlich wie im letzten Jahr ein hartes Stück Arbeit wird, um dort zu punkten. Vor allem aber, dass alle Spieler wieder so konzentriert in die Partie gehen wie gegen Meuselwitz. Dann stehen unsere Chancen gut.

Gegen Meuselwitz waren alle Spieler auf der Höhe des Geschehens. Besonders Torhüter Jens Roß. Gab das den Ausschlag für den Punktgewinn?

Ein gehaltener 11m oder gute Paraden motivieren immer alle. Jens war nicht nur letzten Sonntag ein großer Rückhalt. Den Ausschlag gab aber eine insgesamt geschlossene Mannschaftsleistung. Nur so kann man punkten. Nur wenn alle ihr Leistungsvermögen voll abrufen. Das Meuselwitzspiel stimmt uns deswegen auch optimistisch für nächsten Sonntag.

Die Verletztenliste aber ist recht lang. Macht Dir das keine Sorgen?

Natürlich ist es gerade auch für den Trainer von Vorteil, aus dem Vollen schöpfen zu können. Aber Sorgen mache ich mir nicht. Unser Kader ist auch in der Breite gut aufgestellt, so dass wir Verluste kompensieren können. Leichter wird es natürlich nicht, wenn Stammkräfte fehlen, aber ich denke, dass auch unser Kapitän Christian Hauser bis Sonntag wieder fit ist und spielen kann. Auch alle anderen Spieler unseres Kaders haben Oberliganiveau.

Also ist ein eventueller Punktgewinn realistisch?

Durchaus. Das ist auch unser Ziel, sonst bräuchten wir nicht am Sonntag nach Markranstädt fahren. Die haben zwar gegen Meuselwitz für Furore gesorgt, aber das hatte Lok Leipzig bevor sie gegen uns spielten auch. Wir sind optimistisch und denken positiv.

Dann wünschen wir Dir und dem Team für den Sonntag und in Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Danke.

 

 

22.03.2009

Extraprämie vom Torwarttrainer motiviert

Gera  (OTZ/Jens Lohse). Nach dem 0:0 des 1. FC Gera 03 gegen den ZFC Meiselwitz unterhielt sich unsere Zeitung mit Gastgeber-Torwart Jens Roß.

Mit dem gehaltenen Elfmeter und weiteren tollen Paraden haben Sie den Geraern heute den einen Punkt gerettet. War das Ihre beste Saisonleistung?

Ja, wahrscheinlich. Aber auch sonst waren das ein oder andere gute Spiel von mir noch dabei wie beim unglücklichen 1:1 daheim gegen Auerbach oder beim 2:0-Erfolg zum Rückrundenauftakt in Magdeburg.

Was haben Sie beim Elfmeter gedacht?

Ich hatte ein gutes Gefühl. Ich habe mir gesagt: ´Den hältst Du!` Unser Torwarttrainer Heiko Linke hatte vor dem Spiel eine Extraprämie ausgelobt, wenn ich zu Null spiele. Die wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich wollte in die linke Ecke gehen und Verteidiger Maik Strobel hat mir das auch nochmal gezeigt.

Danach haben Sie auch noch Sebastian Gasch in 1:1-Situationen zwei Mal den Schneid abgekauft ...

Der gehaltene Elfmeter hat Selbstvertrauen gegeben. Ich hatte diese Woche sehr gut trainiert. Und auch die gesamte Mannschaft ist heute ganz anders aufgetreten als zuletzt in Halberstadt. Es war eine tolle Stimmung auf dem Platz. Jetzt können wir hoffentlich wieder nach oben schauen.

Der ZFC Meuselwitz war der erwartet starke Gegner. Wie haben sie das Spiel gesehen?

Wir wussten, dass der ZFC viel mit langen Bällen auf den baumlangen Bocek operiert. Ronny Fuhrmann hat gegen ihn heute ein starkes Spiel gemacht, ihn kaum zur Entfaltung kommen lassen.

War der Elfmeter überhaupt einer?

Man kann ihn geben, muss es aber nicht. Oswald hat clever eingefädelt, den Ball erst vorbeigespielt und ist dann an mir hängen geblieben. Aber egal, mit einem gehaltenen Elfmeter 0:0 zu spielen ist für mich doch schöner als ohne gehaltenen Elfmeter.

 

 

 

Mit vollem Einsatz immer Vorbild. Nicht nur auf dem Platz: Unser Kapitän Christian Hauser

18.03.2009

Meuselwitz Paroli bieten

Das Exclusiv-Interview mit unserem Kapitän Christian Hauser

 

Halberstadt abhaken und nach vorn sehen. Lautet so Eure Devise?

Nun, es ist wichtig, die Fehler aus dem letzten Spiel auszuwerten und diese zu analysieren. Dennoch geht der Blick natürlich nach vorn. Wir dürfen uns von Niederlagen nicht beeindrucken lassen und machen das auch nicht.

Welche Rolle hat in Halberstadt das Fehlen von Leistungsträgern gespielt?

Es ist für jede Mannschaft, egal in welcher Liga sie spielt, schwer, Leistungsträger zu entbehren. Wir mussten gleich auf mehrere verzichten. Das ist schwer zu kompensieren.

Gab das den Ausschlag für die Niederlage?

Zum teil ja, wir dürfen uns andererseits aber auch nicht hinter solchen Ausfällen verstecken. Auch alle anderen Spieler im Team haben mittlerweile Oberliganiveau. In Halberstadt waren es individuelle Fehler, die zur Niederlage führten. Nach dem Tor von Christof Neumann hatten wir selbst zwei 100 % ige Chancen. Wenn wir da ein Tor machen, wir es noch mal spannend. Machst Du die Tore nicht, kannst Du nicht gewinnen. Aber so ist Fußball.

Warum wurdest Du ausgewechselt?

Ich hatte eine Zerrung. Leider ging es dann ab Mitte der ersten Halbzeit nicht mehr, obwohl ich es versucht habe.

Christian, nach nunmehr zwei Niederlagen in Folge, erwarten wir mit dem ZFC Meuselwitz im Stadion der Freundschaft eine Mannschaft, die zu den Favoriten für den Aufstieg zählt. Bist Du bis dahin wieder fit?

Das kann ich noch nicht sagen. Aber mit Ronny Fuhrmann und Marc Janke stehen erfahrenen Spieler, die in Halberstadt gefehlt haben, wieder zur Verfügung. Die Mannschaft ist stark genug, um Meuselwitz Paroli zu bieten.

In den letzten beiden Spielen hat auch Meuselwitz etwas geschwächelt, aber gegen Aue in den letzten 12 Minuten dennoch gezeigt, dass man immer bis zum Scchluß mit dem Halata-Team rechnen muss.

Gegen Aue haben sie gezeigt, dass sie ein Spitzen-Team sind. Aber auch eine Spitzen-Mannschaft kann schwächeln. Keiner spielt eine ganze Saison lang am oberen Limit. Auch Meuselwitz nicht.

Liegt darin unsere Chance?

Wir machen unsere Chance nicht vom Gegner abhängig, sondern besinnen uns auf unsere Stärken. Davon haben wir genug, was wir im Laufe der Saison auch schon oft unter Beweis stellen konnten.

Was will uns die Mannschaft am Sonntag beweisen?

Die Mannschaft will es den Fans und sich selbst beweisen, dass sie nicht so schlecht ist wie das Ergebnis von Halberstadt auszusagen scheint. Wir dürfen jetzt auch nicht alles an diesem einen Spiel messen, sondern werden wie bisher kontinuierlich weiterarbeiten und uns unter Leitung von Nico Quade auch als Mannschaft weiter entwickeln.

Weiter als Platz fünf der Tabelle?

Mit dem derzeitigen Tabellenplatz haben viele zu Beginn der Saison nicht gerechnet. Ich denke alle können sicherlich insgesamt zufrieden sein. Unser Ziel war es, mit der enorm verjüngten Mannschaft eine Basis für kommende Jahre zu schaffen und in dieser Saison einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Was das betrifft, liegen wir mehr als nur gut im Rennen. Dennoch ist es natürlich unser Ziel das Erreichte nicht leichtfertig herzugeben.

Was erwarten Sie nun vom Spiel gegen Meuselwitz?

Meuselwitz kommt als klarer Favorit obwohl sie in der Rückrunde bisher nicht immer überzeugen konnten. Wir rechnen uns durchaus unsere Chancen aus und wollen wie immer gewinnen. Der Trainer wird die richtigen Worte und die richtige Aufstellung finden, um auch wieder vor heimischem Publikum zu punkten. Da bin ich mir sicher.

Danke Christian, wir wünschen Dir und der Mannschaft am Sonntag viel Erfolg.

 

 

 

Harry Pleß

15.03.09

In Halberstadt unter die Räder gekommen

Im Gespräch mit Harry Pleß, Sportlicher Leiter des 1. FC Gera 03

Fußball (OTZ/Jens Lohse).  Mit 1:4 kam Oberligist 1. FC Gera 03 gestern im Auswärtsspiel beim VfB Germania Halberstadt unter die Räder. Beim Stand von 0:3 gelang Christof Neumann der Ehrentreffer. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Sportlichen Leiter der 03-er, Harry Pleß.

Das 1:4 klingt deutlich. War der Spielverlauf auch dementsprechend?

Ja, wir hatten nicht den Hauch einer Chance. Halberstadt hat hochverdient gewonnen, hatte das Spiel jederzeit im Griff. Wir haben uns erst beim Stand von 0:3 richtig angefangen, zu wehren, hätten da das Spiel sogar kippen können.

Worauf spielen Sie an?

Nach Christof Neumann 1:3 hatten wir noch zwei Großchancen. Aber Christian Schmidt traf nur das Außennetz und Christof Neumann hat freistehend über den Kasten geschossen. Gelingt uns da der Anschlusstreffer, können wir die zweite Luft bekommen.

Der gelbgesperrten Tobias Friedrich blieb nicht der einzige Ausfall, oder?

Nein, dummerweise haben uns auch noch Manndecker Ronny Fuhrmann und Torjäger Marc Janke wegen ihrer starken Erkältungen gefehlt. Beide hatten bisher alle Saisonspiele bestritten. Solche Ausfälle gehen an der jungen Mannschaft natürlich nicht spurlos vorbei, zumal wir dann kurz vor der Halbzeit auch noch Kapitän Christian Hauser verletzungsbedingt vom Platz holen mussten, nachdem er Gefahr lief, sich eine Oberschenkelzerrung zuzuziehen.

Wie haben Sie die Gegentore gesehen?

Fast alle resultierten aus individuellen Fehlern. Beim 1:0 konnte ein Halberstädter Mittelfeldspieler fast ungehindert über den halben Platz laufen. Beim zweiten Tor wird der Ball unglücklich abgefälscht. Dann verliert Sebastian Barich den Ball dribbelnd im eigenen Strafraum. So kann man auswärts nicht gewinnen.

Wird Halberstadt mehr und mehr für den 1. FC Gera 03 zum Angstgegner und Stürmer Florian Eggert zum Alptraum der Abwehr?

Es scheint fast so. Die Halberstädter sagen selbst, dass wir ihnen liegen. Und dass Eggert wie schon im Hinspiel drei Tore erzielt und uns quasi im Alleingang abschießt ist schon bitter. Vor anderthalb Jahren im Sommer, als er bei uns zum Probetraining war, hat er noch nicht so stark ausgespielt. Jetzt hat er sechs seiner zwölf Saisontore gegen uns erzielt.

Von der bisherigen Auswärtsstärke war diesmal nichts zu sehen ...

Wir konnten zu keiner Zeit an die Leistung von Magdeburg anknüpfen, waren chancenlos und konnten kaum einen wichtigen Zweikampf gewinnen. Allerdings steckt die Grippe in der Mannschaft. Auch Michael Franz fühlte sich schwach. Außer Ronny Scholze hatten wir sonst nur noch Spieler auf der Bank, die bereits am Samstag in der Reserve oder bei den A-Junioren aufgelaufen waren.

Sehen wir gegen den ZFC Meuselwitz wieder einen anderen 1. FC Gera 03?

Da bin ich mir sicher.

 

 

Borea-Schlussmann Axel Mittag rettet mit den Fingerspitzen gegen Marc Janke

08.03.2009

Marc Janke: "Das Tor ist wie vernagelt"

Wie tief sitzt die Enttäuschung nach der Niederlage? Immerhin wäre mit einem Sieg Rang drei möglich gewesen.

Ich bin sehr enttäuscht. Aber nicht nur vom Ergebnis sondern in erster Linie von unserer Leistung. Manchmals läuft eben nichts zusammen. Da ist jeder Ball weg, wird jeder Zweikampf verloren. Aber da muss man versuchen, über den Kampf ins Spiel zu finden. Den Start haben wir total verschlafen, nach einer Steigerung ab der 25. Minute dann in der zweiten Halbzeit fast nur noch das Borea-Tor belagert.

Wo lag das Problem?

Wir sind in alte Muster verfallen, wieder früh in Rückstand geraten. Da ist es dann immer schwer.

Der Foulelfmeter zum 1:1 schien die Wende zu bringen. War es einer?

Ja, ganz klar. Schon der Dresdner Torwart hat mir in die Beine gegriffen, der Kapitän mich dann endgültig von hinten umgetreten. Ich hätte auch selbst geschossen, aber Christof Neumann war sich ganz sicher.

Die Freude währte aber nicht lange ...

Richtig. Dann bekommen wir postwendend ein richtig bescheuertes Tor. Schon das 0:1 war ein halbes Eigentor von Ronny Fuhrmann. Beim 0:2 patzt dann Jens Roß. Aber kein Vorwurf - wir alle haben heute Fehler gemacht.

Sie warten in dieser Saison noch immer auf ihr erstes Tor im Stadion der Freundschaft. Woran liegt´s?

Ich weiß es auch nicht. Das Tor hier ist wie vernagelt. Auswärts habe ich schon sieben Mal getroffen. Heute war ich einmal schon am gegnerischen Torwart vorbei, der dann aber doch noch mit den Fingern an den Ball kam. Und kurz vor Schluss lag das Leder eben auf meinem nicht ganz so starken linken Fuß.

Ist der Druck in den Heimspielen zu groß?

Nein, wir haben keinen Druck von außen, machen uns den Druck selbst. Wir wollen immer gewinnen, haben auch das Potenzial dazu. Daran liegt es nicht. Ich brauche Druck, um richtig gut zu sein.

Nun stehen mit Halberstadt, Meuselwitz und Markranstädt drei schwere Aufgaben an. Steht die Mannschaft wieder auf?

Klar, wir haben doch nur ein Spiel verloren. In allen drei Partien sind wir nicht der Favorit. Das liegt uns ohnehin mehr. Und hoffentlich treffe ich auch mal wieder vor den heimischen Fans.

 

 

 

Hochmotiviert gegen Borea: Christian Schmidt

04.03.2009

Besondere Motivation

Christian, Du hast selbst drei Jahre für Borea gespielt. Mit welchen Erwartungen gehst Du in das Spiel am Sonntag.

Wie immer mit dem Ziel, dass wir als Mannschaft den Platz als Sieger verlassen. Gegen Dresden ist die persönliche Motivation natürlich besonders hoch.

Hast Du noch Kontakte nach Dresden?

Zum Verein eigentlich kaum. Aber mit Christof Klippel und Frank Seifert stehe ich noch in regelmäßigem Kontakt.

Habt Ihr auch über das Spiel gesprochen?

Nein noch nicht, aber wir werden im Laufe der nächsten Tage bestimmt noch telefonieren und darüber fachsimpeln.

Welche Erinnerungen verbinden Dich heute noch mit Borea?

Gute und schlechte. Einerseits war es toll für Borea in der A-Jugend-Bundesliga zu spielen. Andererseits hat mich meine Meniskusverletzung damals weit zurückgeworfen, so dass ich mit 19 nicht sofort den geplanten Sprung in die Erste Mannschaft geschafft habe.

Deine Wurzeln liegen aber in Gera, oder?

Ja, ich habe in Gera in der E-Jugend mit dem Fußballspielen begonnen, ehe ich später dann über die C- und B-Junioren des FCC nach Dresden kam.

Nun bist Du seit zwei Jahren, nachdem Du bei verschiedenen Vereinen gespielt hast, wieder in der Heimat. Was hat Dich dazu veranlasst?

Nun, meine Familie wohnt in Gera, hier leben auch meine Freunde. Nachdem Gera damals in die Oberliga aufstieg, wollte ich mich beweisen.

Das war aber nicht so einfach, oder?

Richtig. Zu Beginn der ersten Oberliga-Saison war ich noch verletzt und hatte gegen die routinierten und teilweise regionalligaerfahrenen älteren Spieler einen schweren Stand.

Nun hast Du in der Hinrunde dieser Saison schon genau so viel Spiele wie im gesamten letzten Jahr absolviert. 

Ja. Die enorme Verjüngung der Mannschaft, die der Verein sich auf die Fahnen geschrieben hat, kam mir dabei zu Gute. Das besonders Positive daran ist, dass diese junge Mannschaft auch in diesem Jahr sehr gut mitspielt und das Potential für einen Platz ganz oben hat. Dafür möchte auch ich meinen Beitrag leisten.

Am besten schon am Sonntag gegen Dresden?

In diesem Spiel besonders. Nachdem ich in Magdeburg auf Grund meiner Gelb-Sperre noch nicht dabei sein konnte, brenne ich natürlich auf einen Einsatz.

 

 

 

Die Madgeburger Stürmer waren trotz seiner Gelben Karte bei Maik Strobel abgemeldet

01.03.2009

Wohlgefühlt in Innenverteidigung

Heute haben Sie Innenverteidiger gespielt. Ist das Ihre Lieblingsposition?

Ja, dort habe ich schon die gesamte Vorbereitung gespielt. In den Testspielen haben wir zwar das eine oder andere unnötige Gegentor kassiert. Heute hat aber alles super geklappt. Wir waren sehr diszipliniert, haben uns keine größeren Fehler geleistet. Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt, wir sollen unsere Konterchancen besser nutzen. Und das haben wir eiskalt getan.

Hat Sie Ihre schnelle gelbe Karte behindert?

Gut, man kann dann in den Zweikämpfen nicht mehr so hinlangen, muss etwas vorsichtiger sein. Man muss eben noch konsequenter eng am Mann stehen, dass man gar nicht zu spät kommen kann. Mit etwas Cleverness konnte ich Gelb gut überspielen. Nach dem Wechsel gab es dann auch noch kaum brenzlige Situationen.

Wussten Sie um die Stärke eines Christian Reimann im Magdeburger Sturm?

Ja, ihn kannte ich schon aus meinen Zwickauer Zeiten, als er noch für den VFC Plauen kickte. Aber Christian Reimann kam heute außer bei zwei Schüssen vor der Pause kaum zum Zuge. Der Gegner konnte sich kaum klare Chancen erarbeiten. Die sechs Spieler aus dem Magdeburger Profikader sind gegen uns kaum aufgefallen.

Den Siegeswillen schienen die Geraer den Magdeburgern voraus zu haben. Wie haben Sie das gesehen?

Kämpferisch waren bei uns alle sehr stark, während bei den Gastgebern der letzte Biss fehlte. Die Regionalliga-Anschlusskader konnten sich nicht so recht motivieren, ihre Stärken allenfalls ansatzweise unter Beweis stellen. Wir hingegen waren richtig heiß, zum ersten Mal seit Anfang Dezember wieder einmal auf einem Rasenplatz zu stehen. Seitdem hat sich für uns alles auf dem lästigen Kunstrasen abgespielt.

Nun kommt Borea Dresden nach Gera. Soll der nächste Dreier her?

Warum nicht, wobei die Dresdner in der Vorbereitung mit einigen starken Ergebnissen aufhorchen ließen. Sie sind nicht zu unterschätzen. Wir müssen mit der gleichen Einstellung wie heute zu Werke gehen. Die Konkurrenten haben auf jeden Fall unseren heutigen Sieg wahrgenommen. Wir bleiben oben dran. Leicht wird es auch gegen Borea nicht.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

Setzen gemeinsam weiter auf die Jugend: Trainer Nico Quade (re) und der sportliche Leiter Harry Pleß

Verjüngte Mannschaft hat sich enorm gesteigert

Auf Platz fünf überwintert der 1. FC Gera 03 in der Oberliga. Bevor Mannschaft und Trainer in die verdiente Winterpause treten, unterhielt sich unsere Zeitung mit Trainer Nico Quade, der am letzten Samstag seinen 34. Geburtstag feierte:

26 Punkte und Platz fünf können sich nach dem eher verpatzten Saisonstart sehen lassen. Wie schätzen Sie die Hinrunde ein?

Unter dem Aspekt, die Mannschaft in der Sommerpause enorm verjüngt zu haben und verstärkt auf Spieler mit regionalem Bezug zu setzen, haben wir eine ordentliche Hinserie abgeliefert. Vier Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison sprechen eine klare Sprache.

Dabei standen Sie Ende September kurz vor der Entlassung, als vor dem Spiel gegen Markranstädt vom Vorstand ein Sieg gefordert wurde und es nach 89 Minuten noch 1:1 hieß ...

Im Nachhinein betrachtet wäre es ein Fehler vom Verein gewesen, mich zu entlassen. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass der Stachel von damals bei mir noch ziemlich tief sitzt. Ich verstehe nicht, dass man von der Vereinsführung so wenig Geduld besessen hat. Dabei war uns doch vor der Saison bewusst, dass diese junge Mannschaft Zeit braucht. Und dann waren zu diesem Zeitpunkt mit Christian Hauser und Ronny Scholze zwei Leistungsträger auch noch längere Zeit verletzt gewesen. Meine Arbeit nach zwei Niederlagen in Frage zu stellen, hat schon weh getan.

Danach hat der 1. FC Gera 03 aber eindrucksvoll bewiesen, dass Ihr Konzept doch das richtige war, oder?

Ich wusste, dass der Einbau der vielen jungen Spieler nicht reibungslos geschehen kann. Nehmen wir nur den 19-jährigen Nick Pohland. Er kam aus der A-Junioren-Landesklasse aus Weida zu uns, hatte dort bei den Männern in der Thüringenliga in einer halben Saison seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Von ihm kann ich doch nicht erwarten, dass er von heute auf morgen wie ein Mike Sadlo auftritt. In einigen Spielen wie gegen Magdeburg II, Halberstadt oder Meuselwitz fehlen dann eben die Erfahrungswerte. Halberstadt oder Meuselwitz waren nicht vier Tore besser. Aber es hat sich ja auch punktemäßig alles zum Guten entwickelt.

Wird das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz jetzt konkretisiert?

Nein. Mein Ziel ist, dass sich die einzelnen Spieler weiterentwickeln. Die meisten haben noch einige Jahre Zeit, um am Zenit ihres Könnens angekommen zu sein. In zwei bis drei Jahren haben wir dann eine richtig starke Truppe beisammen und wollen dann auch angreifen. Deswegen werde ich diese Saison nichts an Plätzen festmachen. Der fünfte Rang, auf dem wir derzeit stehen, gefällt mir aber schon ganz gut.

Welche Spieler haben für Sie die größten Fortschritte gemacht?

Schletzke, Franz, Strobel, Schmidt, Neumann sowie die Torhüter Roß und Wohlfeld haben sich zu gestandenen Oberliga-Spielern entwickelt. Keiner von ihnen ist 25 Jahre. Auch Pohland trainiert sich immer besser heran. Das hat er gegen Zwickau für mich bestätigt, als er unser torgefährlichster Angreifer war. Mit A-Junior Fischer steht der nächste Youngster auf dem Sprung.

Welche Probleme sehen Sie beim 1. FC Gera 03?

So wie sich die Mannschaft entwickelt, muss sich auch das Umfeld entwickeln. Unsere Trainingsbedingungen sind, glaube ich, die schlechtesten in der Oberliga. Regnet es ein bisschen, wird der Trainingsplatz gesperrt. Den Kunstrasen müssen wir uns mit dem Nachwuchs und dem FV Gera Süd teilen. Wir brauchen mehr Sponsoren, mehr Zuschauer. Wenn die jungen Spieler aufgrund der besseren Bedingungen im Sommer zu anderen Vereinen wechseln würden, wäre unser Konzept über den Haufen geworfen. Und noch etwas macht mich nachdenklich. Wenn man uns im Kommentar eines Wochenblatts nach dem 2:1-Erfolg bei Lok Leipzig nicht einmal ohne Wenn und Aber zum Sieg gratulieren kann, kommt darin der ganze hässliche Neid zum Ausdruck, der im Geraer Fußball herrscht. Ich freue mich jedenfalls, wenn ich Udo Korn auf dem Kunstrasen vor oder nach dem Training treffe, wir uns über Fußball oder über "Gott und die Welt" unterhalten und wenn Gera Süd in der Thüringenliga gewinnt.

Wird der Verein in der Winterpause noch einmal auf dem Transfermarkt tätig?

Zwei Spieler können den Verein verlassen. Sascha Tröger und Tobias Friedrich haben wir die Freigabe erteilt. Routinier Friedrich war dem Verein gegenüber immer sehr loyal. Für ihn ist die berufliche Belastung aber zu groß. Sollten beide gehen, müssen wir reagieren, da auch Robin Pfeifer langzeitverletzt ist. Mit einem 17-er Kader kann ich nicht in die Rückrunde gehen. Wir werden uns in der Region umschauen. Ein Aufstieg ist für uns deshalb auch kein Thema. Wir können uns freuen, überhaupt so weit oben zu stehen.

Wann und wie geht es weiter?

Diese Woche wird noch trainiert. Dann geht es in die wohlverdiente Weihnachtspause. Die jungen Spieler steigen am 3. Januar mit einem Hallenturnier in Weißenfels ein. Am 9. Januar ist offizieller Trainingsauftakt, am 17. Januar das erste Testspiel wahrscheinlich gegen Thüringen Weida. Auch der Rest der Wintervorbereitung steht. Nur die Verhandlungen zu möglichen Testspielen gegen den Chemnitzer FC oder Tennis Borussia Berlin sind noch nicht abgeschlossen.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ) 

 

 

 

05.12.2008

Spannung steigt

Maik, nun spielst Du gegen Deine ehemalige Mannschaft. Wie fühlt sich das an?

Ich musste ja bis zum letzten Spieltag warten. Also kann die Spannung gar nicht größer sein.

Hast Du eine persönliche Zielsetzung für den Sonntag?

Persönliche Interessen stehen in einer Mannschaftssportart prinzipiell hinten an. Wir wollen wie immer als Einheit den Sieg. Aber klar ist, dass ich gern in der Startformation stehen möchte und drei Punkte wären natürlich auch nicht schlecht.

Hat der Trainer schon mit Dir darüber gesprochen?

Nein, noch nicht. Es ist ja im Moment auch noch nicht ganz klar, ob wirklich alle fit sind und mit welcher Taktik wir ins Rennen gehen. Vieles wird sich morgen Vormittag beim Abschlusstraining entscheiden. Aber ich bin mir sicher, dass der Trainer wie immer eine erfolgreiche Formation auf den Platz schickt.

Vor einigen Wochen noch, hättest Du gegen Deine ehemalige Mannschaft von der Tribüne aus zuschauen müssen.

Ja, erst war ich gesperrt, dann kam die Verletzung. Um so mehr freue ich mich, dass ich zu diesem Spiel endlich wieder richtig fit bin.

Hast Du noch Kontakte nach Zwickau?

Ja, zu vielen Spielern, wie zum Beispiel Falk Fährmann, Alexander Köcher und Marcus Jazwinski habe ich noch regelmäßig Kontakt.

Habt Ihr auch über das Spiel gesprochen?

Natürlich. Das geht schon seit Tagen so. Die Jungs sind gut über uns informiert. Bestimmt gibt es im Vorfeld des Spieles noch die ein oder andere Wette unter uns (lacht). 

Bei unseren Gästen hat sich im Laufe des Jahres eine enorm positive Entwicklung vollzogen. Letztes Jahr nur Drittletzter, steht man momentan ganz oben in der Tabelle. Bereust Du deinen Wechsel jetzt?

Nein, auf gar keinen Fall. Zwar hatte ich auch in Zwickau eine sehr schöne Zeit, aber ich fühle mich in Gera sehr wohl und habe im letzten halben Jahr viel hinzugelernt. Außerdem spielen wir ja auch oben mit und können auf eine sehr positive Hinrunde zurückblicken. 

 

 

  

Kapitän mit Vorbildwirkung: Christian Hauser

03.12.2008

Verantwortung für junge Spieler ist Chefsache

Das exclusive Interview zum Spiel gegen den FSV Zwickau mit unserem Kapitän Christian Hauser.

Christian, die Hinrunde neigt sich dem Ende entgegen. Wie schätzen Sie den Verlauf der Saison ein?

Das sollten Sie mich am Sonntag nach dem Zwickau-Spiel fragen (lacht). Aber allen Ernstes, ich denke wir können mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein. Ich glaube, dass es uns im Sommer nur wenige zugetraut haben, oben mitzuspielen.

Worauf führen Sie das zurück?

Einerseits verfügen wir über eine Truppe mit hohem Potential in allen Mannschaftsteilen. Andererseits haben wir uns über die professionelle Trainingsarbeit in den letzten Monaten die Erfolge hart erarbeitet und letztendlich auch verdient.

Als Kapitän haben Sie besondere Verantwortung, gerade auch die jungen Spieler zu führen. Wie schätzen Sie deren Entwicklung ein?

Das kann ich schwer beurteilen. Ich kenne den Grossteil der Mannschaft erst seit diesem Sommer. Aber Spieler wie z.B. Michael Franz, Christian Schmidt und Paul Schletzke sind äußerst talentierte Spieler.

Talent ist aber nicht alles, oder?

Nein natürlich nicht. Sie müssen ständig an sich arbeiten und sich weiterentwickeln. Hierbei kommt uns älteren Spielern und dem Trainer große Verantwortung zu, was nicht nur den sportlichen, sondern auch den pädagogischen Bereich betrifft.

Wie meinen Sie das?

Bei jungen Spieler, wie auch den unseren, besteht für die Erfahrenen ständig die Verantwortung, die Jungs z.B. nach einer Serie von sechs Siegen und der dann folgenden unerwarteten Niederlage in Pößneck für solche Spiele wie gegen Auerbach und Lok Leipzig wieder aufzubauen. Da ist auch von meiner Seite her immer wieder das Gespräch zu suchen, um positiv einzuwirken.    

Dies scheint gelungen zu sein.

Ja, das ist es. Besonders was das Leipzig-Spiel betrifft. Gerade auch unter den besonderen Bedingungen mit Flutlicht und den vielen Zuschauern. Das zeigt auch, dass die jungen Spieler enorm gewachsen sind und sich ihrer Verantwortung stellen.

Was erwarten Sie nun vom Spiel gegen Zwickau?

Leider müssen wir weiterhin auf Paul Schletzke und nun auch noch auf Sebastian Barich verzichten. Aber der Trainer hat im Laufe der Saison bewiesen, dass er immer die treffende taktische Marschroute ausgeben kann und alle haben sich mittlerweile daran gewöhnt, immer wieder in einer neuen Formation zu spielen. Die Mannschaft ist auch in der Breite stark besetzt.

Unsere Gäste aus Zwickau doch aber auch.

Ja. Allein die Tabelle bestätigt das. Die Mannschaft hat sich im Sommer enorm verstärkt.

Mit Sebastian Helbig, einem der neuen Spieler der Mannschaft von Peter Keller haben Sie in Dresden gemeinsam gespielt.

Ja, ich freue mich auch darauf, ihn und auch Robert Pietsch wiederzusehen. Mit beiden verbinden mich noch gute Erinnerungen an Dresden. Aber am Sonntag werden wir 90 Minuten lang keine Freunde sein.

Also steht nur ein Sieg zur Debatte?

Wir gehen immer mit dieser Zielsetzung in ein Spiel. Am Sonntag kommt hinzu, dass wir unseren Fans und natürlich auch uns selbst im letzten Heimspiel ein kleines Weihnachtsgeschenk machen wollen, ehe wir in die Pause gehen.

War da nicht noch was?

(Lacht) Oh, Sie sind gut informiert. Ja, ganz klar. Ein Dreier für unseren Trainer zum Geburtstag. Das spornt alle nochmals zusätzlich an.

 

 

 

Fahren mit Ihrem Team hochmotiviert nach Leipzig: Harry Pleß (links) und Trainer Nico Quade

25.11.2008

Spiele bei Lok - Etwas ganz Besonderes

Das exclusive Interview zum Spiel in Leipzig mit Harry Pleß, dem Sportlichen Leiter des 1.FC Gera 03

Alles schaut gespannt auf die Begegnung am Freitag. Welchen Stellenwert hat diese Begegnung für Sie?

Zum einen wollen wir uns aus sportlicher Sicht mit einem positiven Ergebnis weiterhin im oberen Tabellendrittel festsetzen. Zum anderen ist es natürlich kein normales Punktspiel, sondern gegen Lok Leipzig zu spielen, ist schon etwas Besonderes. Auch im Umfeld des 1.FC Gera 03 sorgt die Partie für Gesprächsstoff. In den letzten Tagen bin ich oft darauf angesprochen worden.

Wie erklären Sie sich das gesteigerte Interesse?

Einerseits geht es auf das Ende der Hinrunde zu und unsere Elf hat sich im Laufe dieser erstaunlich gut entwickelt, was kaum jemandem entgeht. Andererseits stehen mit den Begegnungen in Leipzig und am letzten Spieltag zu Hause gegen den Tabellenführer aus Zwickau noch zwei brisante Spiele an. Das weckt Interesse.

Sie kennen die Probstheidaer noch aus Ihrer Zeit als Trainer bei Sachsen Leipzig.

Ja, nur zu gut. Zwar gab es in dieser Zeit keine Punktspiele zwischen den beiden, aber die Mannschaften waren und sind in Leipzig und Umgebung und auch in der dortigen Presse allgegenwärtig. Besonders der Dezember 2003 wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben.

Was war damals?

Wir mussten mit dem FC Sachsen, den Nico Quade und ich damals gemeinsam trainierten, im Halbfinale des sächsischen Landespokal ins Bruno-Plache-Stadion. Als Regionalligist waren wir gegen den unterklassig spielenden FC Lok natürlich Favorit. Am Ende konnten wir uns in einem emotionsgeladenen und spannenden Spiel vor etwa 2000 Zuschauern knapp mit 2:1 durchsetzen. Zum Ende des Spieles wurde es so chaotisch, dass wir schon Minuten vor dem Schlusspfiff den Innenraum verlassen mussten.

Diesmal ist die Favoritenrolle auf der Seite der Gastgeber?

Ja, ganz klar. Auch wenn dies vor Saisonbeginn wohl keiner erwartet hätte. Es ist schon beeindruckend, wie sich die Mannschaft als Aufsteiger in der Oberliga etabliert hat.

Worauf führen Sie das zurück?

Nun, einerseits hat man in Leipzig gute Arbeit geleistet, ein Team aufgebaut, welches mit Kampfkraft und Geschlossenheit auftritt und von seinen Fans wie keine andere Mannschaft angetrieben und unterstütz wird. Andererseits hat Lok Leipzig momentan die einmalige Chance wieder die Nummer 1 in der Sachsen-Metropole zu werden. Sollte der FC Sachsen in der Regionalliga weiterhin so schwächeln und der 1.FC Lok aufsteigen, hätte man dieses bedeutende und umkämpfte Ziel erreicht. Dies verleiht zusätzlich Kraft. Lok hat große Tradition und vielleicht auch große Zukunft.

Ist der derzeitige zweite Tabellenplatz der Leipziger nur eine Momentaufnahme oder trauen Sie der Mannschaft von Trainer Rainer Lisiewicz das Wunder eines eventuellen Aufstiegs wirklich zu?

Durchaus. Wir haben die Mannschaft mehrfach beobachtet. So z.B. letzten Mittwoch beim Sieg in Aue. Es ist schon phänomenal, mit welcher Energie diese Mannschaft auftritt. Das ist kein Vergleich mehr zum Sommer, als wir zum Testspiel in Probstheida waren. Auch Peter Keller, Trainer vom FSV Zwickau und Christoph Franke, der den Chemnitzer FC im letzten Jahr in die Regionalliga führte, und mit denen ich in Aue sprach, waren begeistert.

Also stehen unsere Chancen am Freitag schlecht?

Nein, so würde ich das nicht sehen. Auch unsere Mannschaft konnte im Laufe der Saison einen enormen Aufwärtstrend verzeichnen, der nur in Pößneck kurz unterbrochen wurde. Insgesamt können wir nicht nur mit der Tabellensituation, sondern auch mit dem „wie“ sehr zufrieden sein. Die Mannschaft ist eng zusammengewachsen, die jungen Spieler wurden im Stamm des Kaders integriert und konnten dies mit hervorragenden Leistungen bestätigen. Sowohl spielerisch als auch kämpferisch stehen wir den Leipzigern in nichts nach. Deren größter Vorteil ist zweifelsohne die große Fangemeinde, die hinter der Mannschaft steht.

Gibt das am Freitag den Ausschlag?

Das werden wir sehen. Sicherlich ist es für uns eine Premiere, vor solch einer Kulisse zu spielen. Ich rechne mit 2000 bis 3000 Zuschauern. Dass das Spiel unter Flutlicht stattfindet, verleiht der Begegnung natürlich besonderen Reiz. Um so mehr dürften unsere Spieler natürlich auch motiviert sein.

Ihr Tipp für das Spiel!?

Die Chancen stehen 50:50. Vieles wird von der Tagesform abhängen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir mit mindestens einem Punkt nach Gera zurückkehren. Wir fahren hochmotiviert und selbstbewußt nach Leipzig. 

Unsere Redaktion bedankt sich bei Harry Pleß für das Interview.

 

 

Formkurve zeigt immer weiter nach oben: Christof Neumann

22.11.2008

Heute: Christof Neumann

Spielt man gegen den Tabellendritten, kann man nicht unbedingt erwarten, zu gewinnen. Trotzdem waren das heute zwei verlorene Punkte, oder?

Ganz klar. Wenn man drei Minuten vor Schluss noch mit 1:0 führte und bei einem Überzahlkonter sogar die Chance hat, alles klar zu machen, kann man mit einem Unentschieden nicht zufrieden sein. Das ist bitter. Auerbach war der erwartet schwere Gegner, die nicht nur kämpferisch sondern auch mit spielerischen Mitteln zu gefallen wusste.

Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die 03-er enorm gesteigert. Wir haben Sie das gesehen?

Wir waren heute eine Klasse besser als in Pößneck. Nur unsere Konter hätten wir besser ausspielen müssen. Auf dem glitschigen Untergrund hatte man einen schweren Stand. Trotzdem war es, wie ich finde, ein recht gutklassiges Oberliga-Spiel.

Wussten Sie, dass Auerbach gerade in den Schlussminuten sehr gefährlich ist, die letzten beiden Partien in Markranstädt und gegen Aue II nach Rückständen da noch gedreht hatte?

Ja, darauf waren wir vorbereitet. Uns war klar, dass uns heute nicht nur 80 Minuten guter Fußball reichen würden sondern Auerbach bis zum Abpfiff gefährlich ist. Umso bitterer war ja der späte Ausgleich.

Ihr 1:0 war ein Traumtor ...

Ja, gemeinsam mit Marc Janke habe ich mich durchgespielt, wobei dessen Schnelligkeit wichtig war. Sein zweites Anspiel habe ich dann an der Strafraumgrenze direkt genommen und mit recht genau ins linke Dreiangel getroffen. Mit Marc Janke verstehe ich mich im Spiel immer besser. Auch meine Formkurve zeigt nach oben. Nach sieben Monaten immer wieder mit Verletzungen komme ich langsam im Tritt.

Jetzt geht es zum 1. FC Lok Leipzig. Was ist dort drin?

Wir wollen immer gewinnen. Wir haben gegen die Leipziger schon am Ende der Vorbereitung gespielt. Beim damaligen 1:1 sahen wir gut aus. Daran wollen wir anknüpfen. Ein Flutlichtspiel vor stattlicher Kulisse ist für alle etwas Besonderes. Motivieren braucht uns niemand. Im Bruno-Plache-Stadion wollen wir uns die heute verlorenen Punkte zurück holen, auch wenn wir nur Außenseiter sind.

Das Gespräch führte Jens Lohse (OTZ) 

 

 

09.11.2008

Mit einem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Schlusslicht FC Grün-Weiß Wolfen hat Oberligist 1. FC Gera 03 den sechsten Sieg in Folge eingefahren und ist auf Rang zwei der Tabelle nach vorn gerückt. Das Tor des Tages erzielt Nick Pohland nach einer Franz-Ecke im Nachsetzen (26.). Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem 19-jährigen Angreifer, der vor der Saison aus Weida gekommen war.

Zum ersten Mal von Anbeginn aufgeboten und gleich das Siegtor geschossen. Wir fühlen Sie sich?

Ich freue mich sehr, dass es gleich mit einem Treffer geklappt hat. Dass es das entscheidende Tor sein würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

Wie haben Sie das Tor gesehen?

Die Ecke von Michael Franz kam herein. Sebastian Barich köpfte, der Torwart hielt. Meinen ersten Nachschuss hat der Torwart noch - für mich hinter der Linie - gehalten. Deshalb habe ich es dann noch einmal sicher gemacht und den Ball ins Netz geschossen.  

Wann wussten Sie, dass Sie in der Startformation stehen?

Donnerstag hat der Trainer mit mir gesprochen. Es war schon etwas Besonderes. Ich war schon aufgeregter als sonst. Die Freude war aber größer als die Aufregung.

Wolfen hat sich nicht wie ein Tabellenletzter präsentiert, oder?

Nein, aber wir wussten, dass es schwer werden würde. Wir haben von der ersten Minuten an Pressing gespielt. Das hat für mich viel Kraft gekostet. Wolfen hat gut mitgespielt. Das Spiel war typisch für die Tabellensituation. Ein Schlusslicht ist meist ein unbequemer Gegner.

Spielerisch hat die Mannschaft heute nicht überzeugt. Woran lag es?

Das weiß ich auch nicht. Wir hatten nicht besonders viele Offensivaktionen. Marc Janke hätte noch das eine oder andere Tor machen können. Ich habe versucht, viele hohe Bälle mit dem Kopf weiterzuleiten.

Nun geht es nach Pößneck. Kann die Siegesserie weiter ausgebaut werden?

Ich hoffe. Ich kann Pößneck schlecht einschätzen. Mit Christian Hauser und Sebastian müssen wir zwei wichtiger Spieler wegen Sperren ersetzen. Einfach wird es nicht. Das Spiel wird sicher ähnlich wie heute. Das gleiche Ergebnis für uns wäre nicht schlecht.

 

 

Auf dem richtigen Weg

06.11.2008

Das exclusive Interview mit Trainer Nico Quade

 

Vor dem Spiel gegen Grün-Weiss Wolfen unterhielt sich unsere Redaktion mit Nico Quade, dem Trainer der Schwarz-Gelben, über die Tabellensituation, die langfristigen Ziele des Vereins und über die ersten Früchte des Verjüngungsprozesses in der Mannschaft.

Herr Quade, wie erklären Sie sich den enormen Leistungsschub der letzten Wochen?

Nach dem Weggang gestandener Spieler hatten wir zu Beginn der Saison die erwarteten Probleme. Der Integrierungsprozess der talentierten jungen Spieler läßt sich nicht innerhalb von wenigen Tagen umsetzen, sondern ist ein langfristiger Prozess.

Ist Ihre Mannschaft jetzt da angelangt, wo sie mit ihr hinwollten?

Nein, noch lange nicht. Wir haben noch viel vor und müssen weiter so konzentriert und zielgerichtet arbeiten wie in den letzten Wochen.

Das klingt, als wären Sie immer noch nicht zufrieden?

Was verstehen Sie denn unter zufrieden? Klar freuen wir uns alle über die positiven Ergebnisse der letzten Wochen und darüber, dass die Verjüngung erste Früchte trägt. Aber unsere Ziele sind noch lange nicht erreicht.

Woran denken Sie dabei? An die Regionalliga?  

Noch nicht. Erst einmal müssen wir uns weiter stabilisieren und junge Spieler wie Michael Franz, Christian Schmidt und Paul Schletzke müssen ihre durchaus erfreuliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum bestätigen. Dabei hoffe ich, dass sie verletzungsfrei bleiben, um nicht wieder zurückgeworfen zu werden, wie momentan Maik Strobel oder Norman Wohlfeld.

Aber die Tendenz ist doch recht erfreulich?

Da haben Sie Recht. Dennoch hängt der Erfolg von vielen Faktoren ab. Da sind z.B. die bereits angesprochenen Verletzungen, die einen in der Planung immer wieder beeinträchtigen. Der Ausfall von Christian Hauser und Ronny Scholze hat uns zu Beginn der Saison schmerzhaft getroffen. Die jungen Spieler waren damals noch weit entfernt vom heutigen Leistungsniveau. Da steht man dann auch mal schnell auf einem Abstiegsplatz.

Der ist ja mittlerweile kaum noch in Sicht ...

Ja, unsere Entwicklung ist positiv und wir wedern auch weiterhin nach vorn schauen, ohne uns ständig die Tabelle vor Augen zu halten. Hauptaugenmerk liegt in einer langfristigen und vor allem stabilen Entwicklung eines jungen Teams um eine "Handvoll" erfahrene Spieler, wie Ronny Fuhrmann, herum. So, wie wir es auch vor Beginn der Saison schon angekündigt hatten.

Da sind Sie auf dem besten Wege, oder?

Sagen wir auf einem guten Weg. Immer mehr junge Spieler konnten in den vergangenen Wochen ihre Oberligatauglichkeit unter Beweis stellen und sich festigen. Man darf aber nach so kurzer Zeit von ihnen keine Wunderdinge erwarten.

An wen denken Sie dabei konkret?

An die bereits angesprochenen Franz, Schmidt und Schletzke, aber auch an Jens Roß, der einen enormen Leistungsschub vollzogen hat und mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Erfolges geworden ist. Er ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie man mit Ausdauer, Trainingsfleiß, Willen und durch das entgegengebrachte Vertrauen aller Verantworlichen sein vorhandenes Leistungspotential abrufen kann.

Wer steht noch auf Ihrem Zettel?

Da sind zum Einen Christof Neumann, der seine langwierige Krankheit endlich überwunden hat und Nick Pohland, der mit seinen gerade einmal 18 Jahren in der Landesklasse-Elf in drei Spielen schon fünf mal getroffen hat und dem ich noch viel mehr zutraue. Zum Anderen aber auch die erst 18-jährigen Marcel Fischer, Michael Schmidt und Tom Diepold, die durch ihre überzeugenden Leistungen bei den A-Junioren und im Team von Rene Grüttner berechtigterweise immer stäker an der Oberliga-Tür anklopfen. 

Neuverpflichtungen sind, wenn ich Sie recht interpretiere, wohl demzufolge tabu?

Nein. Selbstverständlich halten wir besonders in der Region die Augen auf und haben da noch ein / zwei verheißungsvolle junge Talente auf dem Zettel. Aber da müssen Sie sich einfach mal überraschen lassen.

Sie machen mich neugierig. Gibt es schon konkrete Vorstellungen Ihrerseits, oder gar schon Gespräche?

Ja, mit einem sehr jungen Spieler aus dem näheren Umfeld, der auf Landesebene kickt und wöchentlich Tore erzielt, gab es bereits erste Gespräche. Mehr verrate ich aber jetzt noch nicht.

Kein Geheimnis hingegen ist, dass Ihre Mannschaft am Sonntag Abend Tabellenführer sein könnte. Es wäre doch schön, dies am Montag in der Zeitung zu lesen, oder?  

Das ist prinzipiell richtig. Jeder Trainer der Welt sollte seine Ansprüche ganz oben ansiedeln. Abgesehen davon ist unser Ziel am Wochenende jedoch gegen Wolfen erst einmal ein Sieg, ohne auf die Tabelle zu schauen. Aber es wird sicherlich viel schwerer als ein Außenstehender denkt. Unabhängig davon ist die Tabelle, wie auch schon vor vier oder fünf Wochen doch nur eine Momentaufnahme und wir denken wöchentlich von Spiel zu Spiel. Wir wollen uns festigen, uns weiterentwickeln und unsere langfristigen Ziele somit sugzessive umsetzen. Und dies nicht nur mit der Ersten Mannschaft.

Diese Ziele wären ...?

Es beginnt im Nachwuchsbereich mit einem geplanten Leistungszentrum, welches neu eingeführt werden soll und mit der Umsetzung eines in den letzten Wochen ganz neu erarbeiteten Konzeptes, um Jahr für Jahr mehr eigene und talentierte Spieler noch besser zu fördern und schneller in der Ersten oder Zweiten Mannschaft zu integrieren. Weiterführend sollen die Verbindungen zur regionalen Wirtschaft stabilisiert und ausgeweitet werden. Denn wir sind erst am Anfang und noch lange nicht an unserem Ziel.

Wir bedanken uns bei Nico Quade für die offenen Worte und wünschen ihm und der Mannschaft am Sonntag viel Erfolg! 

 

 

 

02.11.2008

Mit einem 3:1 (1:0)-Erfolg beim FC Rot-Weiß Erfurt II hat der Oberligist 1. FC Gera 03 seine Erfolgsserie fortgesetzt. In der Erfurter Grubenstraße machten Michael Franz (33.), Paul Schletzke (48.) und Christian Schmidt (78.) den dritten Geraer Auswärtserfolg der Saison perfekt. Zwischenzeitlich war Kemal Sarvan (63.) der Anschluss gelungen. Damit stieß die Quade-Elf auf den vierten Platz nach vorn - nur noch zwei Punkte hinter Spitzenreiter ZFC Meuselwitz. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Torschützen zum 1:0, Michael Franz.

Sie spielten als gebürtiger Geraer einst für den FC Rot-Weiß Erfurt. Haben Sie sich deshalb über Ihr heutiges Tor besonders gefreut?

Ich freue mich über jedes Tor. Ich habe kein Problem mit den Erfurter. Sicher ist es immer etwas besonderes, gegen seinen alten Verein zu treffen. Ich kenne noch einige hier. Wichtiger ist aber, dass wir als Mannschaft zum fünften Mal in Folge gewonnen haben. Und mit dem gewinnen soll noch nicht Schluss sein.

Nun haben Sie bereits im dritten Spiel hintereinander ins Schwarze getroffen. Stehen Sie zurzeit immer richtig, oder woran liegt´s?

Ich weiß auch nicht. Ich versuche immer, wenn wir über die Außenpositionen in die Spitze spielen, mit nachzurücken. Derzeit klappt das richtig gut. Wir haben eben einen Lauf und auch bei mir läuft es super.

Was war für Sie die entscheidende Szene das Spiels?

Ich glaube, das war als die Erfurter gleich nach Wiederbeginn eine große Ausgleichschance hatten, Marcel Ast da aber auf der Linie klären konnte. Wäre da ddas 1:1 gefallen, wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre. Im Gegenzug fiel nach meinem Freistoß durch Paul Schletzke das 2:0. Natürlich war auch unser drittes Tor sehr wichtig. Dadurch haben wir der Erfurter Schlussoffensive frühzeitig den Wind aus den Segeln genommen. Alles in allem hätte das Spiel angesichts der zahlreichen Chancen der Rot-Weißen aber auch anders ausgehen können.

Jetzt kommt Schlusslicht Wolfen. Sind die nächsten drei Punkte schon fest eingeplant?

Vorsicht. Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen. Erfurt stand auch auf einem Abstiegsplatz und hat uns das Leben ziemlich schwer gemacht. In der Oberliga können alle Teams Fußballspielen. Zwar sind wir nur noch zwei Punkte hinter Meuselwitz. Aber auf die Tabelle wollen wir eigentlich erst nach der Hinrunde blicken und schauen, wo wir stehen. Derzeit denken wir immer von Spiel zu Spiel. Damit fahren wir sehr gut.

 

 

 

Mit seinem ersten Oberligator zum 3:2 Siegtreffer erfolgreich

25.10.2008

Heute: Christian Schmidt

Vier Siege in Folge! Wohin führt der Weg des 1. FC Gera 03?

Wir haben derzeit einen Lauf. Am Anfang der Saison hätten wir ein solch enges Spiel wahrscheinlich nicht gewonnen. Aber mit dem gewachsenen Selbstvertrauen kommt dann eben auch das Glück zurück wie heute beim Eilenburger Lattenfreistoß kurz vor Schluss.

Schildern Sie bitte kurz Ihr Siegtor?

Marc Janke hatte sich auf der rechten Seite klug freigelaufen, bekam den Ball und passte nach innen. Ich war eigentlich hinter meinem Gegenspieler, bin aber irgendwie mit dem Fuß zwischen dessen Beine gekommen und habe das Leder über die Linie bugsiert.

Stellen Sie heute einen Kasten Bier in die Kabine?

Da werde ich nicht umhin kommen. Schließlich war es nicht nur das Siegtor sondern auch mein erster Oberliga-Treffer überhaupt im 03-Trikot. Ich hoffe, das zweite Erfolgerlebnis lässt nicht so lange auf sich warten.

Wie bewerten Sie Ihre eigene Leistung heute?

Ich hatte immer dann starke Aktionen, wenn Platz da war und ich meine Schnelligkeit ausspielen konnte. Das ist meine große Stärke. Schön, dass ich auch beim 3:2 am rechten Fleck war. Letztlich gewinnt aber immer die gesamte Mannschaft.

Nach dem schnellen Rückstand sind die Geraer schnell zurück gekommen ...

Ja, das stimmt. Es lief heute auch spielerisch besser als in der Vorwoche gegen Bautzen. Wir haben die erste Halbzeit nicht verschlafen sondern richtig aufgedreht. Der Doppelschlag zum 2:1 war wichtig.

Die nächsten Gegner mit dem FC Rot-Weiß Erfurt II und Grün-Weiß Wolfen stehen auf Abstiegsplätzen. Was ist da drin?

Natürlich wollen wir gewinnen, Aber man darf in dieser Oberliga keinen unterschätzen. Deshalb ist vollste Konzentration gefragt, gerade auch gegen Mannschaften, die unten drin stehen. Wenn wir unsere Siegesserie fortsetzen könnten, wäre das aber toll.

Das Interview führte Jens Lohs (OTZ)

 

 

18.10.2008

Das aktuelle Interview. Heute: Marc Janke

Das Spiel war nicht unbedingt schön anzusehen. Unterm Strich standen aber die drei Punkte. Warum wurde die erste Halbzeit verschlafen?

Zunächst waren wir wieder in unsere alte Lethargie verfallen, sind nach nicht mal einer Minute in Rückstand geraten. Bis zur Pause hat uns dann der Willen gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann gekämpft und gezeigt, was wirklich in uns steckt. Da war alles ganz anders. Wir haben ja nicht umsonst drei Tore geschossen.

Da war es für Sie dann auch nicht weiter schlimm, dass Sie selbst kein Tor geschossen haben ...

Wenn die anderen treffen, ist mir das egal. Hauptsache die Tore fallen. Ich bin wieder viel gelaufen, habe wenigstens das 3:1 noch vorbereitet und war auch an der Entstehung unseres zweiten Tores beteiligt. Besonders habe ich mich heute für Christof Neumann gefreut. Ich hat sich die beiden Tore redlich verdient, versucht schon seit Wochen, dass der Knoten endlich platzt. Heute ist es ihm endlich gelungen.

Ein weiterer Garant für den heutigen Sieg war Torwart Jens Roß. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Er hat seine Oberliga-Tauglichkeit eindrucksvoll nachgewiesen. Als Mannschaft standen und stehen wir zu ihm. Nach seiner Einwechslung hat er mit drei tollen Paraden dazu beigetragen, den Sieg in Gera zu behalten, hat vor allem auch viel Ruhe ausgestrahlt. Wir haben zwei starke Torhüter in unseren Reihen. An den Gegentoren bisher in dieser Saison waren sie zu 90 Prozent schuldlos.

Nächste Woche geht es gegen den FC Eilenburg. Wie stehen da die Chancen?

Das wird ein ähnliches Spiel wie heute. Allerdings schätze ich die Eilenburger noch etwas spielstärker ein als Bautzen. Wir müssen wieder über den Kampf zum Spiel finden, dann allerdings möglichst von der ersten Minute an. Wenn man in Rückstand gerät, ist es gerade taktisch schwer, wieder ins Spiel zu finden. Eilenburg liegt uns ganz gut. In der Vorsaison haben wir beide Spiele gewonnen. Wir wollen die nächsten drei Punkte holen.

Dieses Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

Marcel Ast gegen Albert Bunjaku

12.10.08

Durch eine 0:2 (0:1)-Niederlage vor 1483 Zuschauern gegen den FC Rot-Weiß Erfurt musste Oberligist 1. FC Gera im Achtelfinale des Thüringer Oddset-Landespokals die Segel streichen. Jeweils nach Freistößen waren für die Gäste Rockenbach da Silva (28.) und Wolf (87.) erfolgreich. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Defensivspieler Marcel Ast.

Sind Sie enttäuscht über das Ausscheiden?

Ja, natürlich. Aber es war ein ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe. Zwei Standards haben letztlich entschieden, bei denen wir etwas geschlafen haben. Für uns war es Werbung in eigener Sache. Den Zuschauern hat die Partie, glaube ich, ganz gut gefallen. Vielleicht kommen ein paar von ihnen gegen Bautzen oder Eilenburg wieder.

Hatten Sie das 1:0 vom Mai 2007 in Pößneck in den Köpfen?

Sicherlich, war das in den Hinterköpfen und hat uns stark gemacht. Erfurt hat deshalb auch sehr vorsichtig gespielt. Sie haben uns nicht auf die leichte Schulter genommen wie vor zwei Jahren. Eigentlich sagt man ja, Geschichte wiederholt sich. Dafür war es heute aber wohl noch zu früh.

Trotz einem Mann mehr in der letzten halben Stunde fiel auf, dass Gera die Rot-Weißen nie ernsthaft unter Druck setzen konnte. Woran lag das?

Unsere größte Chance, war das vermeintliche Abseitstor. Die Fernsehbilder haben gezeigt, dass Marc Janke nicht im Abseits stand. Gelingt uns da das 1:1, geht alles wieder von vorn los. Später haben uns die Mittel gefehlt. Erfurt hat sich zu zehnt hinten rein gestellt, die Bälle teilweise planlos nach vorn geschlagen. Da fiel uns nichts ein.

Wie sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?

Die war in Ordnung. Mein Gegenspieler Albert Bunjaku ist ein guter Fußballer. Ich konnte ihn heute ganz gut abklemmen. Er war mit sich nicht zufrieden, was das Frustfoul vor seiner gelb-roten Karte belegte. Nicht ganz glücklich, war meine Aktion vor dem Freistoß zum 0:1, als ich Bunjaku von Beinen geholt habe. Vielleicht hätte ich da besser stehen bleiben sollen.

In der Oberliga stehen zwei Heimspiele gegen Bautzen und Eilenburg an. Was kommt da heraus?

Alles ist in der Tabelle sehr eng beeinander. Wir müssen hundert Prozent Leistung bringen, um erfolgreich zu sein. Es wäre schon, wenn wir unsere kleine Serie fortsetzen könnten. Wir müssen derzeit immer über den Kampf zum Spiel finden. Was dann heraus kommt, werden wir sehen.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

"Der Stachel sitzt bei Erfurt sicher noch tief"

So wie hier nach dem Spiel gegen Markranstädt wollen wir Trainer Nico Quade auch nach dem Spiel gegen RWE sehen.

Nico Quade, vor zwei Wochen stand Ihr Job noch auf der Kippe. Nach zwei Oberliga-Siegen gegen Markranstädt und Aue II sitzen Sie wieder sicher im Sattel. Wie fühlen Sie sich?

Es geht nicht um mich. Ich habe immer gesagt, die Mannschaft braucht Zeit. Vor der Saison haben wir mit Richter und Grossert zwei sportliche Leistungsträger verloren. Außerdem haben mit Sadlo, Embingou und Tews drei Säulen im Team ihre Schuhe an den Nagel gehängt. Da musste die Hierarchie erst wieder hergestellt werden. Die langwierigen Verletzungen der zweitliga-erfahrenen Hauser und Scholze haben nicht unbedingt dazu beigetragen, den Findungsprozess zu beschleunigen.

Gegen Rot-Weiß Erfurt steht Ihnen ein leichtes Spiel bevor, oder?

Sicher, wir haben nichts zu verlieren. Der Stachel vom verlorenen Pokalfinale 2007 sitzt bei den Erfurtern sicherlich noch tief. In diese Wunde wollen wir wieder hineinbohren, wobei Rot-Weiß diesmal natürlich gewarnt ist.

Wie schätzen Sie die Erfurter ein?

Sie haben eine richtig gute Mannschaft zusammen mit herausragenden Einzelspielern. Aber die hatten sie vor 17 Monaten auch. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Wir haben Rot-Weiß mehrfach beobachtet, kennen jeden Spieler und werden unser Team natürlich auf die Stärken und Schwächen hinweisen und dementsprechend einstellen.

Haben Sie Besetzungssorgen?

Nein, oder vielleicht doch. Erstmals in dieser Saison stehe ich in Sachen Aufstellung vor der Qual der Wahl. Alle sind fit. Nur Christian Schmidt kränkelte zuletzt etwas. Taktisch werden wir wie gegen Aue II spielen, also aus einer defensiven Grundeinstellung. Niemand hat eine Stammplatzgarantie, nur weil in Aue gewonnen wurde. Die Trainingsleistung entscheidet. Im Vergleich zur Vorwoche stehen die gesperrten Friedrich und Strobel wieder zur Verfügung. Auch Weißhaupt drängt gegen seine Erfurter wieder ins Team.

Was erwarten Sie vom Sonntag?

Zunächst einmal, dass viele Zuschauer den Weg ins Stadion der Freundschaft finden werden. Hoffentlich sind auch viele Geraer darunter. Und dann setze ich natürlich wieder auf eine Überraschung unsererseits. Bisher waren wir im Landespokal nämlich immer nur den Vertretungen des FC Carl Zeiss Jena unterlegen.

Dieses Interview führte Jens Lohse von der OTZ

 

 

Souverän und überzeugend in der Innenverteidigung: Enrico Neubert

05.10.2008

Wann haben Sie erfahren, dass Sie Innenverteidiger spielen?

Am Samstag hat mir Trainer Nico Quade gesagt, dass ich mich darauf einstellen kann. Das habe ich getan und alles hat gut geklappt. Wir haben hinten recht kompakt gestanden. Ausflüge nach vorn waren für mich von vornherein tabu. Aue II war ein starker Gegner, hatte nicht umsonst seine drei Heimspiele zuvor gewonnen. Aber wir haben unsere Chancen in der zweiten Halbzeit eiskalt genutzt. Der Sieg gibt uns weiter Auftrieb. Vielleicht haben wir ja eine Serie gestartet.

Vor der Pause hatten die Geraer aber auch in einigen Situationen Glück. Was war da los?

Die Auer Reserve ist nicht irgendwer. Sie haben stark begonnen. Die jungen Spieler sind motiviert, wollen sich für die Drittliga-Elf anbieten. Wir mussten Geduld bewahren, denn wir wussten, dass das hohe Tempo der ersten Halbzeit vom Gastgeber so nicht durchzuhalten war.

Ihnen selbst ist auf dem Platz alles gelungen. Manchmal hatte man den Eindruck, sie hätten ihren Gegenspieler auch noch auf der eigenen Torlinie ausspielen können ...

Das ist gefährlich. Da kommt manchmal noch durch, dass ich eigentlich offensiver spiele. Aber wenn es einmal läuft, dann klappt auch so etwas. Das Selbstbewusstsein wächst. Dem Trainer wird das wahrscheinlich nicht immer gefallen haben.

Der Sieg kam genau richtig. Nächsten Sonntag kommt Rot-Weiß Erfurt im Landespokal-Achtelfinale nach Gera. Was ist da drin?

Wir haben nichts zu verlieren, werden taktisch an die Aufgabe sicher genauso herangehen wie heute. Es ist alles möglich. Aber wir haben Erfurt ja schon einmal bezwungen, als es um viel ging. Auf jeden Fall zieht jetzt wieder Ruhe ins Vereinsumfeld ein. Vielleicht kommen durch unseren Erfolg heute wieder ein paar mehr Geraer ins Stadion.

Das Gespräch führte Jens Lohse von der OTZ

 

 

28.09.2008

"Wir sind uns einig und stehen hinter unserem Trainer"

Im Gespräch mit Sebastian Barich

Mit einem mühevollen 2:1 (0:0)-Erfolg gegen den SSV Markranstädt hat Oberligist 1. FC Gera 03 seine Talfahrt gestoppt und den Job von Trainer Nico Quade gerettet. Sebastian Barich (70.) und Marc Janke (89.) sicherten den zweiten Saisonerfolg der Geraer, der nach dem verwandelten Markranstädter Foulelfmeter durch Jurascheck (88.) schon in weite Ferne gerückt war.

Wie groß ist der Stein, der Ihnen nach Sieg heute vom Herzen gefallen ist?

Sehr groß, natürlich. Aber ich habe auch nach dem strittigen Elfmeter zum 1:1 noch an uns geglaubt. Manchmal gibt es doch einen Fußball-Gott. Der stand heute auf unserer Seite, nachdem uns das Glück im Saisonverlauf bisher nicht gerade hold war.

Die Mannschaft wirkte stark verunsichert. War da zu erwarten?

Nach so einem Fehlstart, wie wir ihn hingelegt haben, ist das normal. Wir mussten über den Kampf zum Spiel finden, bloß nicht wieder früh in Rückstand geraten. Da verkrampft man etwas. Wichtig war, dass hinten lange die Null stand. Wir haben kaum Großchancen für Markranstädt zugelassen. Friedrich und Fuhrmann haben die hohen Bälle alle abgeräumt. Schön sah das Spiel aber sicherlich nicht aus.

Sie haben das wichtige 1:0 erzielt. Schildern Sie kurz die Situation!

Ich habe den Ball gar nicht richtig getroffen. Ich glaube, der Markranstädter Kapitän hat das Leder noch leicht abgefälscht. So habe ich den Torwart auf dem falschen Fuß erwischt. Zuvor hatte ich Christof Neumann in ähnlicher Position freigespielt. Der hatte aber in Rückenlage verzogen.

War bei Ihnen im Hinterkopf, dass es heute um den Stuhl von Trainer Nico Quade ging?

Das sind im Fußball völlig normale Dinge. Die Erwartungshaltung von Mannschaft und Vereinsumfeld war größer als unser Punktekonto. Da steht der Trainer zur Diskussion, egal in welcher Liga. Fußballerisch hat das Spiel heute sicher keinen Glanz verbreitet. Wir Spieler standen heute in der Pflicht, haben kämpferisch alles gegeben. Ich hoffe aber auch, dass es jetzt kein Wechselspiel um den Trainer gibt. Jetzt muss eine klare Linie mit Nico Quade gefahren werden. Wir als Mannschaft sind uns einig und stehen hinter ihm. 

Das Gespräch führte Jens Lohse von der OTZ.

 

 

Paul Schletzke

21.09.2008

Im Gespräch mit Verteidiger Paul Schletzke

(OTZ/Jens Lohse). Eine erneute 0:4 (0:1)-Niederlage musste Oberligist 1. FC Gera 03 gestern beim neuen Tabellenführer ZFC Meuselwitz einstecken. Zwar zeigte sich die Quade-Elf im Vergleich zur Pleite gegen Halberstadt stark verbessert, besaß zahlreiche Chancen zum 1:1. Trotzdem stand man am Ende mit leeren Händen da. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit:

Das 0:4 entspricht in keinem Fall den Spielanteilen. Es ist alles sehr bitter zurzeit, oder?

Unglaublich. Da sind wir spielerisch gleichwertig, machen aber die entscheidenden Fehler gleich am Stück. Vorn treffen wir nichts. Irgendwie fehlt trotzdem der letzte Biss. Taktisch haben wir gut gestanden, sind aber wieder durch ein dummes Tor in Rückstand geraten. Ich habe den Ball nach dem weiten Einwurf unglücklich verlängert. Alles läuft irgendwie gegen uns.

Was kann man da machen?

Wir könnten zum Beispiel einmal in Führung gehen. Da könnten wir ganz anders aufspielen, selbst kontern. Und dann dürfen wir uns natürlich nicht so abschlachten lassen. Dass nach dem 0:2 die Moral erst einmal am Boden ist, ist verständlich. Aber trotzdem können wir uns nicht immer vier Stück einschenken lassen.

Wie sehen Sie Ihre eigene Leistung?

Das ist egal. Wir haben 0:4 verloren. Was will ich mich da über irgendwelche guten Aktionen freuen. Insgesamt war bei mir wie bei allen heute ein Aufwärtstrend erkennbar. Wir können uns so viele Vorwürfe nicht machen. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Aber dafür können wir uns nichts kaufen.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir müssen den Kopf oben behalten. Man sagt so einfach, die Niederlage muss abgehakt werden. Wir müssen im Training genauso weiter arbeiten wie letzte Woche. Wir brauchen wieder ein Erfolgserlebnis. Irgendwann muss das Glück zurück kommen. Aber das Heimspiel gegen Markranstädt wird keinesfalls einfacher. Da müssen wir dann wieder das Spiel machen.

 

 

14.09.2008

Jeder muss sich an eigene Nase fassen

Im Gespräch mit 03-Kapitän Christian Hauser

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Eine 0:4 (0:1)-Heimpleite musste Oberligist 1. FC Gera 03 gestern gegen Germania Halberstadt hinnehmen. Gegen die bärenstarken Gäste fand die Quade-Elf vor 413 Zuschauern einfach keine Mittel. Nach der Begegnung unterhielt sich unsere Zeitung mit Kapitän Christian Hauser.

Nach sechswöchiger Verletzungspause durften Sie heute endlich wieder ran. Mit ihrem Debüt dürften Sie allerdings überhaupt nicht zufrieden gewesen sein, oder?

Das war ein schlechter Einstand. Wir haben saft- und kraftlos gespielt. Abgesehen von den 20 Minuten vor der Halbzeit waren wir nie richtig auf dem Platz. Halberstadt hat uns vorgespielt.

Von der Spielstärke der Halberstädter dürfte die Mannschaft doch aber nicht überrascht gewesen sein. Schließlich unterlag Gera ja schon vor vier Monaten bei Germania mit 1:5. Wie sehen Sie das?

Halberstädt verfügt über eine eingespielte Mannschaft. Wir dagegen haben noch viel zu lernen. Ronny Scholze und ich waren lange verletzt. Maik Strobel ist für vier Spiele gesperrt. Heute stand auch noch Christian Schmidt nicht zur Verfügung. Da passt die Abstimmung noch nicht. Wir müssen uns jetzt zusammenraufen. Was uns nach der Heimniederlage gegen Magdeburg gelungen ist, was nun wieder klappen. Schließlich geht es nächste Woche nach Meuselwitz.

Mit Ihrem Freistoß hatten Sie noch die größte Geraer Chance im Spiel. Wenn da das 1:1 fällt, läuft das Spiel wahrscheinlich anders, oder?

Ja. Dann hätte auch Halberstadt wieder etwas für das Spiel tun müssen. So konnten die Gäste hinten immer kompakt stehen und auf Konter lauern. Beim Freistoß ging die Mauer auf. Der Halberstädter Torwart wäre wohl nicht mehr heran gekommen. Aber ein Spieler hat den Ball noch vor der Linie weggeschlagen.

Warum fehlte es heute am Durchsetzungsvermögen in der Offensive?

Einem Rückstand hinterher zu laufen ist immer schwer. Wir haben einige gute Angriffe gefahren. Der Abschluss hat aber gefehlt. Wir haben nicht aus der zweiten Reihe geschossen, obwohl der Trainer vorher darauf verwiesen hat. Der Trainer hat uns auf das Spiel gut eingeschworen. An ihm liegt das nicht. Jeder muss sich jetzt an seine eigene Nase fassen.

 

 

Trainer Nico Quade

30.08.2008

Knoten beim 1. FC Gera 03 geplatzt

Im Gespräch mit Trainer Nico Quade

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Bei Oberligist 1. FC Gera 03 scheint der Knoten geplatzt zu sein. Beim SC Borea Dresden gewannen die zuvor sieglosen Geraer mit 3:1 (0:1). Mit einem lupenreinen Hattrick (52./56./62.) brachte Marc Janke die Gäste in Dresden auf die Siegerstraße. Nach dem Spiel unterhielt sich unsere Zeitung mit 03-Trainer Nico Quade:

Ist Ihnen nach ersten Sieg ein großer Stein vom Herzen gefallen?

Sicher. Für mich sind die drei Punkte allerdings auch die Bestätigung unserer bisher gezeigten Leistungen. Denn schon in Jena und gegen Magdeburg hat mir unser Spiel über weite Strecken gefallen. Nur die Ergebnisse haben nicht dazu gepasst.

Dabei ging das Spiel wieder gar nicht nach Ihrem Geschmack los, oder?

Wie schon gegen Magdeburg war der Elfmeter für Dresden für mich keiner. So laufen wir nach zehn Minuten wieder einem Rückstand hinterher. Die erste Halbzeit war spielerisch von beiden Seiten schlecht. Dann haben wir uns gesteigert, uns auch von der unberechtigten roten Karte für Maik Strobel nicht beeindrucken lassen. Marc Janke hat vorn getroffen und hinten haben wir kaum etwas zugelassen.

Freuen Sie sich über den Hattrick von Marc Janke besonders?

Ja, ich wusste, dass er bald wieder trifft. Dass es gleich drei Mal geklappt hat, ist für ihn natürlich traumhaft. Wobei ich auch sage, dass ich Marc Janke nicht nur an seinen Toren festmache. Er hat noch ganz andere Qualitäten, der er in den Dienst der Mannschaft stellt.

Ein Wort zu den Dresdnern?

Borea hat so gespielt, wie es der Tabellenstand sagt. Sie haben auch in Überzahl gegen uns keine Mittel gefunden. Die Mannschaft ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Team aus der Vorsaison, wo man in der Hinrunde die Tabellenspitze erobert hatte. Angreifer Robert Koch, damals Torjäger erster Güte, ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Zieht jetzt wieder mehr Ruhe im 1. FC Gera 03 ein?

Ich hoffe. Wir mussten von außen in der letzten Woche viel Kritik einstecken. Wir hatten eben zu wenig Punkte. Die Mannschaft hat auf dem Platz die richtige Antwort gegeben. Das wird uns voranbringen.

Nun geht es im Oddset-Pokal nächste Woche nach Schlotheim. Wie gefährlich ist es, den Gegner zu unterschätzen?

Spiele, gegen unterklassige Gegner sind immer gefährlich. Aber wir wollen im Pokal in dieser Saison so weit wie möglich kommen. Deshalb müssen wir die Hürde Schlotheim mit hundertprozentiger Einstellung nehmen. Alles andere akzeptiere ich nicht.

 

 

Einer der auffälligsten am gestrigen Abend: Michael Franz

22.08.2008

Geraer Tor nicht gegeben

Im Gespräch mit Michael Franz nach der 1:3-Niederlage gegen Magdeburg II

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Der Heimauftakt von Oberligist 1. FC Gera 03 ging gestern Abend vor 453 Zuschauern im Stadion der Freundschaft in die Hose. Gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg II musste sich die Quade-Elf mit 1:3 (1:1) beugen. Andy Raab (23.) hatte die frühe Magdeburger Führung (15.) ausgeglichen. Nach dem Wechsel machten Werner per verwandeltem Foulelfmeter (59.) und Herold mit seinem zweiten Treffer (90.+1) den Auswärtssieg der Gäste perfekt. Nach der Begegnung unterhielt sich unsere Zeitung mit Mittelfeldspieler Michael Franz:

Das 1:3 heute war eine bittere Niederlage. Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Nach der guten Leistung beim 1:1 in Jena hatten wir uns alle viel vorgenommen. Wir waren hoch motiviert, haben ja auch gut begonnen. Am Ende stehen wir aber mit leeren Händen da. Nur ein Punkt nach zwei Spieltagen - das ist eine Situation, die wir unbedingt vermeiden wollten.

Was war für Sie die Schlüsselsituation des Spiels?

Für mich gab es zwei. Zum einen den Treffer von Marc Janke nach der Pause, der sich nach meiner Eingabe lang gemacht hat und den Ball links unten verwertet hat. Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter da gepfiffen. Der Assistent hatte jedenfalls kein Abseits angezeigt. Und dann natürlich der Magdeburger Elfmeter kurz darauf. Vielleicht hat Jens Roß den Angreifer berührt. Aber der hat sich vom Tor weg bewegt und ist sehr theatralisch gefallen. Danach sind wir wieder hinterher gelaufen. Paul Schletzke hatte in der letzten Woche in einer ähnlichen Situation ja statt einen Elfmeter Gelb bekommen. 

Nach dem 1:2 war der Geraer Spielfaden dann gerissen. Der Gastgeber fand nicht richtig in die Partie zurück, oder?

Wir waren dann einfach zu hektisch. Uns ist nicht mehr viel gelungen. Magdeburg stand hinten sehr sicher, hat die Räume eng gemacht und uns keine echte Torchance mehr gestattet. Die Brechstange war sicher nicht das richtige Mittel. Zwangsläufig wurden auch die Konterräume der Gäste größer. Magdeburg hat das clever gemacht.

Für mich waren Sie 60 Minuten lang der auffälligste Geraer Spieler. Wie schätzen Sie Ihre Leistung ein?

Ja, ich hatte einige gute Aktionen. Die Flanken kam gut, fanden aber nicht immer Abnehmer. Auch aus den Ecken entstand meist Torgefahr. Friedrichs Kopfball wurde auf der Linie gerettet. Eine Ecke strich durch den gesamten Torraum. Uns hat auch etwas das Glück gefehlt. Bekommt einer mal eine Fußspitze an den Ball, sieht alles ganz anders aus. Gehen wir durch Jankes Tor mit 2:1 in Führung, dann können wir kontern. So kann ich mir für meine gute Leistung auch nichts kaufen

Sie haben an der Seitenlinie einen Schlag aufs Knie bekommen,wurden fünf Minuten vor Schluss ausgewechselt. Ist das Knie in Ordnung?

Ich weiß es nicht. Es ist das linke Knie, an dem ich mir in der Vorbereitung in Hohenstein-Ernstthal schon eine Verletzung zugezogen hatte. Es ist etwas dick. Ich hoffe aber, es ist nichts Schlimmes.

Nun geht es am 30. August zu Borea Dresden. Die Mannschaft steht etwas unter Druck. Wie will man den totalen Fehlstart vermeiden?

Vielleicht kehrt ja das Glück zu uns zurück. Es gibt keine leichten Spiele in dieser Oberliga. Alle können Fußball spielen. Wir bekommen nichts geschenkt. Irgendwie müssen wir jedenfalls im Jägerpark punkten.

 

 

Beobachtet das Spiel seiner Mannschaft immer sehr aufmerksam: Trainer Nico Quade

"Wir wollen auf alle Fälle gewinnen!"

Oberligist 1. FC Gera 03 bereits heute Abend gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg II

Gera (KA/Jens Lohse). Bereits am heutigen Freitag Abend um 18.30 Uhr empfängt Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 im Stadion der Freundschaft Aufsteiger 1. FC Magdeburg II zum Heimauftakt. Vor der Partie unterhielten wir uns mit 03-Trainer Nico Quade:

Mit der Vorbereitung an sich können Sie sicher zufrieden sein. In Jena beim 1:1 präsentierte sich die Mannschaft top fit. Nur die beiden Verletzten sind ein Wermutstropfen, oder?

Ja, das stimmt. Verletzungen in der Vorbereitung sind eigentlich eine normale Sache. Dass es aber mit Christian Hauser und Ronny Scholze ausgerechnet zwei gestandene Spieler erwischt hat, die wir erst vor der Saison verpflichtet haben, ist schon schade. Das wiegt schwer. Christian Hauser steigt nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining ein, Ronny Scholze in zwei Wochen. Zu Hause gegen Halberstadt am 14. September denke ich, dass beide wieder einsatzfähig sind.

Beim 1:1 gegen den FC Carl Zeiss Jena II hat die Mannschaft aber bewiesen, auch ohne die Zweitliga-erfahrenen Hauser und Scholze richtig guten Fußball spielen zu können, oder?

Warum auch nicht? Unsere Mannschaft besteht aus 21 Spielern. Jeder hat den Anspruch, in der Startformation zu stehen. Da müssen wir auch zwei Ausfälle kompensieren können. In Jena hat jeder der zum Einsatz gekommenen Kicker bewiesen, dass er Oberliga-Format besitzt.

Wie haben Ihrer Meinung nach die Neuzugänge eingeschlagen?

Alle haben sich in der Vorbereitung sehr positiv dargestellt. Über Hauser und Scholze uund deren Qualitäten brauchen wir nicht zu reden. Paul Schletzke und Maik Strobel standen in Jena in der Anfangself und zählten zu den Besten. Nick Pohland wurde eingewechselt, fand schnell ins Spiel und hat mit seinen 19 Jahren noch alle Zeit der Welt. Auch Norman Wohlfeld hat sich stark präsentiert. Allerdings kann ich nur einen Torwart spielen lassen. Und da hat Jens Roß für mich in den letzten Wochen eine enorme Entwicklung vollzogen. Deshalb habe ich mich zunächst für ihn zwischen den Pfosten entschieden.

Wer hat neben Jens Roß für Sie einen großen Leistungssprung gemacht?

Da gab es einige. Enrico Neubert hat in der Vorbereitung bewiesen, auch ein starker Innenverteidiger zu sein. Christof Neumann hat nach einem etwas verkorksten Start in Gera ebenso einen Sprung nach vorn getan wie mit Paul Schletzke, Christian Schmidt oder Michael Franz weitere junge Spieler.

Als Saisonziel hat der 1. FC Gera 03 einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben. Das ist sehr weit gefasst. Was trauen Sie Ihrer Mannschaft zu?

Einen einstelligen Tabellenplatz. Wir wollen, dass die Spieler ohne Druck auflaufen können.

Der 1. FC Magdeburg II ist sehr schwer einzuschätzen. Was wissen Sie über den Gegner?

Nicht viel. Da erwartet uns wieder einmal die Wundertüte einer zweiten Mannschaft. Ich habe die Magdeburger noch nicht gesehen. Als Zweiter der Verbandsliga Sachsen-Anhalt haben sie sich nach zwei Unentschieden gegen Lichtenberg 47 aufgrund der Auswärtstorregel in der Relegation für die NOFV-Oberliga Süd qualifiziert.

Vier Punkte nach zwei Spieltagen wären ein fast optimaler Saisonstart, oder?

Die peilen wir an. Bis auf Hauser und Scholze sind alle anderen fit. Ob ich unsere taktische Grundaufstellung ändere, weiß ich noch nicht. Das entscheiden auch die Spieler mit ihren Trainingsleistungen. Auf alle Fälle wollen wir gewinnen!

 

 

 

Ronny Fuhrmann

17.08.2008 

Heute: Ronny Fuhrmann 

War das 1:1 ein Punktgewinn oder hat ihr Team eher zwei Zähler abgegeben?

Dem Spielverlauf nach haben wir einen Punkt gewonnen. Wir haben einen großen Aufwand betrieben. Wenn man in der 89. Minute ausgleicht, muss man zufrieden sein. Wir sind eben frühzeitig einem Rückstand hinterher gelaufen.

Bereits nach zwei Minuten hieß es 0:1. Sie waren mitbeteiligt. Wie haben Sie die Situation gesehen?

Die Jenaer haben einen guten Pass genau in die Nahtstelle der Viererkette gespielt. Petersen kam von hinten. Wir waren Schulter an Schulter auf einer Höhe. Dann kam Torwart Jens Roß heraus, was er nicht brauchte. Petersen hat ihn gut umspielt. Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ich war vielleicht auch noch nicht ganz bei der Sache.

Nach der ersten halben Stunde bekamen die 03-er das Spiel in den Griff ...

Ja, wir haben den Ball klug laufen lassen, mit vielen Kontakten gespielt und die gegnerische Abwehr ins Schwimmen gebracht. Wir haben uns so viele Chancen wie noch nie in Jena erarbeitet und sind kurz vor Schluss wenigstens mit dem 1:1-Ausgleich durch den aufgerückten Friedrich belohnt wurden.

Sie waren ihrem ersten Oberliga-Tor im Geraer Trikot so nah wie noch nie, oder?

Bei Freistößen und Eckbällen waren wir sehr torgefährlich. Auch ich hatte einige gute Kopfballmöglichkeiten. Einmal wurde auf der Torlinie gerettet. Dann kaum der eingewechselte Neumann noch mit der Sohle an den Ball, brachte das Leder aber auch nicht im Tor unter. Uns hat da immer die allerletzte Konsequenz im Abschluss gefehlt.

Mit dem Punkt kann die Mannschaft jetzt aber gut leben, oder?

Natürlich. Im Vorjahr haben wir unser Auftaktspiel gegen Markranstädt mit 0:3 verloren. Da ist das 1:1 doch in Ordnung. Zumal die Jenaer als Vorjahresfünfter auch nicht irgendwer sind. Mit Kraus, Schmidt, Ullmann, Eggemann, Amrhein und Petersen hat man aus dem Profikader ja auch einiges in die Oberliga-Elf gesteckt.

Gegen den 1. FC Magdeburg II soll nun am Freitag Abend der erste Sieg her. Ist der realistisch?

Warum nicht? Sicher sind zweite Mannschaften schwer einzuschätzen. Aber wir haben uns doch heute Selbstvertrauen geholt. Ich glaube nicht, dass Christian Hauser bereits mitwirken kann. Aber egal, ob mit ihm oder ohne ihn brauchen wir uns nach der Leistung von heute nicht zu verstecken.

Das Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

Nico Quade

Wenn am 17. August die neue Saison in der Fußball-Oberliga beginnt, dann will auch der 1. FC Gera 03 wieder vorn mitmischen. Über den derzeitigen Vorbereitungsstand der Ostthüringer sprach die TLZ mit Cheftrainer Nico Quade (33).

Welche Veränderungen hat es im Team gegenüber der vorigen Spielzeit gegeben?

Einige. Mit Richter, Grossert und Bloß haben uns drei Leistungsträger verlassen, und auch Sadlo, Embingou sowie Tews verabschiedeten sich. Doch die Neuverpflichtungen von Christian Hauser (Dynamo Dresden), Ronny Scholze (Neustrehlitz), Norman Wohlfeld (Pößneck), Maik Strobel (Zwickau), Paul Schletzke (Schott Jena) sowie Nick Pohland (Weida) sollten durchaus in der Lage sein, diese Lücken zu schließen.

Sind Sie mit dem bisherigen Trainingsstand zufrieden?

Durchaus, denn alle ziehen hochmotiviert mit und sind heiß auf den Punktspielstart. Erfreulicherweise sind auch alle verletzungsfrei.

Und der beginnt am 17. August beim FC Carl Zeiss Jena II, gegen den sie in der Saalestadt zuletzt zwei Mal das Nachsehen hatten ...

Das stimmt. Vor allem der Pokal-K.o. wurmt noch immer. Doch mit möglichst einem Sieg wollen wir uns dann auf das folgende Heimtreffen gegen den 1. FC Magdeburg II vor hoffentlich großem Anhang empfehlen.

Wie lautet die Zielstellung nach dem doch respektablen siebenten Platz als Neuling im Vorjahr?

Ein erneut einstelliger Tabellenplatz sollte es schon sein.

Wer sind Ihrer Meinung nach die ersten Titelanwärter?

Das sind vor allem der SSV Markranstädt, VfB Auerbach sowie der FSV Zwickau.

Was steht noch in der Vorbereitung an?

Neben einem Kurztrainingslager in der näheren Umgebung erwarten wir am 30. Juli mit dem Regionalligisten Holstein Kiel einen echten Prüfstein. Einen Tag nach dem Pokalspiel in Altenburg sind wir dann in Leipzig, um gemeinsam mit unserem dortigen Gegner Lok Leipzig das neue Bruno-Plache-Stadion einzuweihen. Nico Quade steckt mit seiner Mannschaft mitten in der Saisonvorbereitung.

Das Interview führte Jens Lohse (TLZ)

 

 

 

Freude über einer der vielen erfolgreichen Augenblicke des zurückliegenden Spieljahres: Der 4:1 Kantersieg der Quade-Elf gegen den Chemnitzer FC

Oberliga aufgemischt

Englische Wochen kosteten möglichen Regionalliga-Aufstieg

Mit ihm stieg man in der Saison 2006/2007 aus der Landesliga in die Oberliga auf und schaffte zweimal hintereinander die Teilnahme an der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. So konnte man in der Otto-Dix-Stadt Gera immerhin den 1.FC Kaiserslautern und den Zweitligisten FC Carl-Zeiss Jena begrüßen. 

Er war einer der entscheidenden Garanten für die zurückliegenden und erfolgreichen Jahre unseres 1.FC Gera 03: Nico Quade

Interview

Hätte Ihnen vor der Saison jemand gesagt, dass der 1. FC Gera 03 als Oberliga-Aufsteiger Siebenter werden würde, wären Sie damit sicherlich zufrieden gewesen. Können Sie sich nach dem Saisonverlauf auch noch über Rang sieben freuen?

Ja, sicher. Die Saison hat viel Spaß gemacht. Wir haben uns in der Oberliga etabliert. Noch vor dem letzten Spieltag hatten wir die Chance aufzusteigen. Durch die Niederlage gegen Halle wurden wir noch auf den siebenten Platz durchgereicht. Das klingt dann nicht mehr so gut. Letztlich hat sich die Mannschaft aber trotzdem toll präsentiert.

Wie schwer wiegt die Enttäuschung, die greifbar nahe Regionalliga-Qualifikation verpasst zu haben?

Die Enttäuschung war nach dem HFC-Spiel vorhanden, jetzt nicht mehr. Seitdem habe ich die Saison genau analysiert. Es gab Dinge, die waren einfach nicht zu verhindern. Die haben uns die paar Prozente gekostet, um aufzusteigen. Der Mai war prall gefüllt mit drei englischen Wochen. Es gab kaum noch Regenerationsphasen. Wir sind eben keine Profimannschaft. Wenn Leistungsträger nach einem Mittwoch-Abend-Spiel am nächsten Tag um sieben wieder auf Arbeit sein müssen, sind keine optimalen Leistungen bei der nächsten Sonntagspartie zu erwarten. Da fehlten uns zum Schluss einfach Kraft und Frische.

In die Rückrunde war die Mannschaft fast optimal mit fünf Siegen aus sechs Partien gestartet. Hat das Team da sogar über seine Verhältnisse gespielt?

Das würde ich nicht sagen. Wir haben in der Winterpause knüppelhart trainiert. Unser Ziel war es, den Abstand zu die Aufstiegsränge zu verkürzen. Das hat gut funktioniert. Die englischen Wochen im Mai waren zunächst ja nicht in dieser Konzentration geplant. Das Sachsen Leipzig-Spiel wurde ja erst später verlegt.

Wer war Ihr Spieler der Saison?

Es wird viele überraschen, aber für mich war Marcel Ast der beste Spieler. Er hat über das gesamten Spieljahr die konstantesten Leistungen angeboten. Er hat in fast jedem Spiel sein Leistungsvermögen zu hundert Prozent ausgeschöpft. Sicherlich verfügen wir über Kicker, die besser Fußball spielen können und ein größeres Potenzial haben. Aber die brauchten im Saisonverlauf auch ihre Pausen.

Was war Ihrer Meinung nach das beste Saisonspiel Ihrer Mannschaft?

Der 3:2-Erfolg in Zwötzen gegen Borea Dresden - und zwar aus verschiedenen Gründen. In diesem Spiel sind wir gut mit dem Druck, gewinnen zu müssen, klar gekommen, haben dazu noch über weite Strecken der Begegnung guten Fußball gespielt, wobei wir kräftemäßig schon an unseren Grenzen angelangt waren. Die Mannschaft hat gegen Dresden immer an sich geglaubt, auch wenn es phasenweise nicht mehr so lief. Rock Embingous Siegtreffer war dafür der verdiente Lohn. Für die Zuschauer war der Höhepunkt sicherlich das 4:1 gegen Chemnitz. Da haben wir eine berauschende zweite Halbzeit gespielt. Aber wenn wir nach den ersten 45 Minuten mit 0:2 hinten gelegen hätten, wären wir nicht wieder zurück gekommen. Das Heimspiel gegen Plauen war sicherlich auch nicht schlecht. Aber da haben wir bei 0:0 eben keine Tore geschossen.

Wie bewerten Sie den Ausgang der Oberliga-Saison?

Als alle Teams noch Kraft hatten, war alles sehr ausgeglichen. Da haben die vermeintlichen Außenseiter wie Markranstädt, Auerbach, Dresden oder wir bewiesen, dass sie nicht schlechter als Chemnitz, Halle oder Plauen sind. Als zum Saisonende hin aber der körperliche Zustand der Spieler die entscheidende Rolle spielte, haben sich die Favoriten aufgrund ihrer besseren Möglichkeiten durchgesetzt. Das hat auch der Endspurt des FC Sachsen Leipzig mit sechs Siegen in Folge eindrucksvoll bewiesen.

Wenn Sie mit einem Satz unter die Aufstiegssaison des 1. FC Gera 03 ein Fazit ziehen sollten?

Es hat viel Spaß gemacht, diese Oberliga aufzumischen.

Dieses Interview führte Jens Lohse (OTZ)

 

 

 

Fußball-Gera soll hinter den 03-er stehen

Im Gespräch mit Trainer Nico Quade vor der Partie in Meuselwitz

Gera (KA/Jens Lohse). Am Sonntag um 13.30 Uhr ist der 1. FC Gera 03 in der Fußball-Oberliga zu Gast beim ZFC Meuselwitz in dessen bluechip-Arena. Vor der Begegnung unterhielt sich der Kommunale Anzeiger mit dem Geraer Trainer Nico Quade:

War es schwer, die beiden Niederlagen gegen Zwickau und Jena II während der zweiwöchigen Spielpause aus den Köpfen der Spieler zu bekommen?

Da musste ich nicht viel Arbeit leisten. Wenn wir auf die Tabelle blicken, dann haben wir alles noch selbst in der Hand. Aus der Gruppe von Plauen als Drittem bis Meuselwitz als Zehntem haben nur wir noch ein Spiel auszutragen. Im Falle eines Sieges gegen Sachsen Leipzig wären wir Vierter und absolut im Soll. Es ist noch alles möglich. Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen.

Sie meinen also, Ihre Mannschaft hat die Niederlagen gut weggesteckt?

Ja, sicher. Wir haben unsere Fehler analysiert. Gegen Zwickau waren wir bei Standards zu unkonzentriert. Nachdem wir vorher von sechs Rückrundenspielen fünf gewonnen hatten, dachten einige, es geht von allein. Nach dem 0:2-Rückstand haben alles gegeben, aber es hat nicht mehr gereicht. Gegen Jena II - das war nicht unser Tag. Wir waren ganz einfach schlecht. Und für diesen Fall hatten die Jenaer genügend Spieler in ihren Reihen, die das Potenzial hatten, uns zu dominieren. Da sahen wir nicht gut aus.

Gegen den ZFC Meuselwitz haben die Geraer noch nie gewonnen. Wären Sie auch mit einem Punkt zufrieden?

Das richtet sich nach dem Spielverlauf. Jetzt würde ich sagen, ein Unentschieden würde uns weiterhelfen. Wir haben dann zwei Heimspiele gegen Auerbach und Sachsen Leipzig, fahren dann nach Bautzen. Da könnten wir im Falle eines Zählers in Meuselwitz gut nachlegen. Es ist für uns noch viel machbar.

Erstmals in dieser Saison wird Marco Weißhaupt fehlen, der in Jena seine fünfte gelbe Karte kassierte. Ist der Geraer Spielgestalter überhaupt zu ersetzen?

Wir haben 20 Spieler im Kader. Auch ein Marco Weißhaupt ist zu ersetzen. In manchen Spielen war er überragend. Aber es gab auch Begegnungen, in denen waren andere besser. Ich sehe nicht schwarz. Es ist doch sogar gut. Sonst ist viel auf Marco Weißhaupt ausgerichtet. Die Meuselwitzer können sich diesmal darauf nicht einstellen. So müssen sich überraschen lassen.

Haben Sie den ZFC Meuselwitz zuletzt einmal gesehen?

Ja. Meuselwitz ist eine sehr kompakte, einsatzstarke Mannschaft, die unter Trainer Damian Halata noch besser geworden ist. Aber das sind wir auch. Der ZFC bricht nicht mehr so schnell auseinander wie manchmal noch in der Hinrunde. Wir halten auf jeden Fall dagegen und werden sehen, was am Ende dabei heraus kommt.

Nach einigen Unstimmigkeiten zuletzt hat man Mike Sadlo wieder trainieren sehen. Gehört er wieder zum Kader?

Ja, er ist wieder voll integriert, nachdem es eine Aussprache mit ihm und der Mannschaft gegeben hat. Mehr möchte ich dazu in der Öffentlichkeit nicht sagen.

Steht Ihnen am Sonntag bis auf den gesperrten Marco Weißhaupt und den an der Leiste operierten Andy Raab der komplette Kader zur Verfügung?

Auch Tobias Friedrich fällt weiter aus. Ich habe die Routiniers in die Pflicht genommen. Von Spielern wie Tews, Embingou und Sadlo erwarte ich, dass sie aufgrund ihres großen Erfahrungsschatzes die jungen Spieler noch besser führen. Die nächsten fünf Wochen werden mit sieben Spielen enorm hart. Da ist jeder gefordert, alles zu geben, zumal unsere Trainingsbedingungen für Oberliga-Verhältnisse alles andere als gut sind.

Was wünschen Sie sich für den Schlussspurt der Saison?

Neben dem sportlichen Erfolg wünsche ich mir, dass ganz Fußball-Gera hinter uns steht. Die Mannschaft spielt mit Herz und Leidenschaft. Wir sind keine Profis, schon gar keine Übermannschaft. Wir brauchen die Unterstützung der Geraer Zuschauer in den nächsten fünf Wochen. So können wir noch ein paar Prozent mehr herauskitzeln und am Ende hoffentlich aufsteigen.

 

 

(OTZ/Jens Lohse). Die höchste Pflichtspiel-Niederlage der Vereinsgeschichte hat Oberligist 1. FC Gera 03 beim FC Carl Zeiss Jena II kassiert. Bei der 1:5 (0:2)-Klatsche präsentierte sich der weiterhin auf Rang fünf platzierte Quade-Elf völlig von der Rolle. In Sachen Kampfgeist, Einsatzbereitschaft und Siegeswillen war man der Zeiss-Reserve deutlich unterlegen. Franz hatte zwischenzeitlich auf 1:3 verkürzt (65.). Für die Jenaer Zweitliga-Reserve hatten Fröhlich (13.), Wuttke (42.), Hoffmann (49.), Amrhein (74. und Ullmann (88.) ins Schwarze getroffen. Nach der Begegnung stellte sich Ronny Fuhrmann den Fragen.

Gibt es eine Erklärung für die enttäuschende Vorstellung der Mannschaft?

So kurz nach dem Spiel gibt es die sicher nicht. Beim Fußball spielt sich fast alles im Kopf ab. Wir hatten uns viel vorgenommen, waren uns dessen bewusst, dass sich auf dem holprigen Untergrund von der ersten Minute ein Kampfspiel entwickeln würde. Aber schon nach dem frühen 0:1-Rückstand hatten einige die Köpfe unten. Dann ist es enorm schwer, ein solches Spiel noch herumzureißen.

Fast alle Gegentore resultierten aus individuellen Fehlern. Wie kann das passieren?

Alles ist Kopfsache. Wir haben die Jenaer mit Ballverlusten und Schnitzern förmlich zum Toreschießen eingeladen. Die waren clever genug, das auszunutzen. Wir waren heute einfach nicht auf der Höhe.

Hat das Fehlen des wegen einer Grippe kurzfristig ausgefallenen Innenverteidigers Tobias Friedrich so schwer gewogen?

Nein, das glaube ich nicht. Es ist in den letzten Wochen mit Tobias Friedrich und mir im Abwehrzentrum sehr gut gelaufen. Die Abstimmung hat gepasst. Aber auch Stefan Bloß hat genug Erfahrung, diese Rolle auszufüllen. Uns hat heute die Kompaktheit im Mannschaftsverbund gefehlt. Wir sind im Umkehrspiel nicht geschlossen aufgetreten, haben nicht alle schnell den Rückwärtsgang eingelegt, wenn es erforderlich war. So etwas wird in der Oberliga bestraft.

Blickt man auf die Ergebnisse der Aufstiegskonkurrenten, hat der 1. FC Gera 03 heute eine große Chance verpasst, oder?

Ein Sieg heute wäre ein Bigpoint gewesen. Trotzdem ist die Chance, in die Regionalliga aufzusteigen, immer noch da. Auch Chemnitz, Plauen und Markranstädt haben an diesem Spieltag verloren. Wir müssen das Jena-Spiel jetzt vergessen, die Köpfe frei bekommen.

Kommt die Pause bis zum 4. Mai jetzt gerade recht?

Vielleicht. Wir müssen die sechs Spiele binnen 22 Tagen hoch konzentriert angehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in die Saison als Aufsteiger gegangen sind. Spielerisch und konditionell brauchen wir uns vor keinem Oberliga-Team zu verstecken. Der Kopf ist entscheidend.

Lastet der Druck zu schwer auf der Mannschaft?

Der Druck wird von außen ins Team getragen, kommt automatisch mit den Erfolgen. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit schaffen wir unser Saisonziel. Darauf müssen wir uns wieder besinnen.

Marco Weißhaupt wird gegen den ZFC Meuselwitz wegen den fünften gelben Karte fehlen. Ist sein Ausfall zu kompensieren?

Das werden wir sehen. Jetzt sind erst einmal zwei Wochen Pause. Wir werden trainieren, um uns die Körner für die restlichen sieben Partien zu holen. In Meuselwitz soll man dann einen anderen 1. FC Gera 03 erleben - auch ohne Marco Weißhaupt.

 

 

1. FC Gera 03 kassiert zu Hause gegen Zwickau zweite Heimniederlage der Saison

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Oberligist 1. FC Gera 03 hat vor 1278 Zuschauern im Heimspiel gegen den FSV Zwickau einen Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen müssen. Die Quade-Elf kassierte beim 1:2 (0:2) die zweite Heimniederlage der laufenden Saison. Marco Weißhaupt gelang mit seinem siebenten Saisontreffer nach Eingabe von Enrico Neubert (83.) nur noch die Resultatsverkürzung zum 1:2, nachdem Zwickau durch Danny Moses (18.) und Marcel Trehkopf (26.) jeweils nach Standards früh auf 0:2 enteilt war. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Angreifer Marc Janke:

Wie tief sitzt die Enttäuschung über die Niederlage bei Ihnen?

Die Enttäuschung ist groß. Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten unsere tolle Heimserie unbedingt fortsetzen. Aber wir haben die ersten 30 Minuten vergeigt. Da waren wir nicht auf dem Platz. Wir wollten schon vorn draufgehen, die Zwickauer in deren Hälfte unter Druck setzen. Wir wollten uns ins Spiel hinein beißen. Warum das nicht geklappt hat, weiß ich auch nicht. Bereits in den letzten Partien haben wir nicht gut begonnen.

Wie haben Sie die Gegentore gesehen?

Gegentore nach Standards sind immer dumme Dinger. So etwas darf nicht psassieren. So müssen wir einem 0:2-Rückstand hinterher laufen, obwohl wir selbst unbedingt in Führung gehen wollten.

Der FSV Zwickau hat sich natürlich als wesentlich stärker präsentiert, als es die Tabelle vermuten ließ, oder?

Das ist richtig. Die Zwickauer stehen zu Unrecht da unten. Sie haben gute Einzelspieler, die solch ein Spiel entscheiden können. Trotzdem waren wir die spielerisch bessere Mannschaft. Zwickau hat auf Konter gelauert. Nach unseren letzten starken Ergebnissen ziehen sich die Gegner gegen uns natürlich weiter zurück. Wir müssen dann das Spiel machen. Das liegt uns nicht wirklich. Aber darauf müssen wir uns einstellen.

Trotzdem gab es genügend Möglichkeiten, das Spiel noch zu drehen. Hat heute auch etwas das Glück im Abschluss gefehlt?

Ja, das war wohl so. Der Anschlusstreffer ist zu spät gefallen. Gelingt der uns kurz vor oder nach der Halbzeit, gerät Zwickau noch viel mehr unter Druck. Zum Schluss mussten wir dann hinten aufmachen, hatten nichts mehr zu verlieren. Da war es zwangsläufig, dass sich auch dn Zwickauern Kontergelegenheiten bieten mussten.

Wirft die Niederlage die Mannschaft jetzt um?

Nein, keinesfalls. Wir werden mal sehen, wie die anderen Spitzenteams gespielt haben. Der Tabellenführer kann maximam vier Punkte weg sein. Wir sind als Truppe gewachsen, sind noch längst nicht auf unserem Höhepunkt. Nun müssen wir uns eben nächste Woche beim FC Carl Zeiss Jena II die heute verlorenen Zähler wieder zurück holen. Für uns spricht, dass wir in dieser Saison noch nie zwei Punktspiele in Folge verloren haben.

Mal abgesehen vom Ergebnis hat das Spiel den Leuten im Stadion - nicht nur den Zwickauer Fans - gut gefallen. Der gewachsene Zuschauerzuspruch spricht für die Mannschaft, oder?

Ja, natürlich. Die Zuschauer haben ein kurzweiliges Spiel gesehen. Die Leute haben gemerkt, dass wir kämpferisch alles gegeben und uns mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage gewehrt haben. Wir haben einen guten Ball gespielt. So wollen wir auch das Publikum ins Stadion locken. Klar ist auch, dass wir nicht jede Woche 4:1 gewinnen können. Ich hoffe, die Zuschauer verzeihen uns die Niederlage und kommen wieder.

 

Spieler wollen den Aufstieg von ganzem Herzen

Heißer Mai mit sechs Begegnungen binnen 22 Tagen steht bevor

Gera (KA/Jens Lohse). Am Samstag um 13.30 Uhr erwartet der 1. FC Gera 03 im Stadion der Freundschaft den FSV Zwickau. Vor der Begegnung unterhielten wir uns mit Harry Pleß, dem sportlichen Leiter der Geraer:

Oben in der Tabelle ist alles dicht gedrängt. Keine Mannschaft aus der Spitzengruppe lässt abreißen. Ist der 1. FC Gera 03 als Neuling dem Druck gewachsen, da mitzuhalten?

Wir haben eine sehr gute Mischung aus Jung und Alt, Heißspornen und Routiniers gefunden. Alle wollen den Aufstieg von ganzem Herzen. Jetzt haben wie die Gegner von ganz oben und ganz unten weg. Es zählen weiterhin Siege, wobei wir eine recht dünne Spielerdecke haben und Ausfälle nur schwer kompensieren können. Viel darf nicht passieren. Es gibt natürlich keine Garantie. Auch der eine oder andere Rückschlag wird vielleicht noch kommen. Auf jeden Fall stellen wir uns der historischen Chance.

Hat die Mannschaft in Sangerhausen beim 1:0 Reife und Geduld bewiesen oder war das späte 1:0 einfach nur Glück?

Uns war klar, dass wir kein Gegentor kassieren dürfen. Das hat die Mannschaft umgesetzt, ist nie blind angerannt. Außer bei der einen Ecke haben wir nichts zugelassen. Standards entscheiden solche Spiele. Und dafür haben wir nach der Pause wesentlich mehr getan. Weißhaupts Geniestreich hat dann entschieden. Überhaupt steht und fällt mit ihm unser Spiel. Am Ende interessiert es doch keinen mehr, ob das Spiel unansehnlich war oder nicht. Wir haben 1:0 gewonnen.

Vor dem 1. FC Gera 03 liegt ein heißer Mai mit sechs Spielen binnen 22 Tagen. Das sind ja schon fast Bundesliga-Belastungen. Ist das physisch für einen Amateurverein überhaupt machbar?

Es erfordert auf jeden Fall von den Spielern eine unheimliche Disziplin. Viele von ihnen haben aber auch noch Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. In dieser Zeit können sie sich fast nur auf den Fußball konzentrieren. Ich traue der Mannschaft noch einiges. Am 1. Juni gegen den Halleschen FC wollen wir es noch in der Hand haben, aus eigener Kraft aufzusteigen.

Sie haben sieben Punkte aus den Spielen gegen Chemnitz, Sangerhausen und Zwickau gefordert, um die Aufstiegschance zu wahren. Reicht da jetzt schon ein Zähler gegen Zwickau?

Da wäre ich wohl ziemlich enttäuscht. Wir werden alles daran setzen, unsere Siegesserie fortzusetzen. Mit jedem Erfolg werden wir selbst stärker und setzen die Konkurrenten mehr unter Druck. Sebastian Barich wird wieder dabei sein. Also wollen wir gewinnen, auch um die hohe Erwartungshaltung zu befriedigen. Hinzu kommt noch unsere unheimliche Heimstärke. Mit dem Druck müssen die Spieler jetzt umgehen. Den Mannschaften in Chemnitz, Plauen oder Halle geht das jede Woche so. Auf keinen Fall wollen wir gegen Zwickau in einen Konter laufen und in Rückstand geraten.

Weißhaupt, Grossert und Barich sind mit vier gelben Karten belastet. Könnte das zum Problem werden?

Alle zusammen dürfen nicht ausfallen. Dann wird es schwer. Als Fuhrmann seine Gelbsperre abgesessen hat, haben wir gleich in Plauen verloren. Wir können den Ausfall absoluter Leistungsträger nur schwer überspielen.

Sind gegen den FSV Zwickau alle Spieler fit?

Andy Raab fällt wegen seiner bevorstehenden Leisten-Operation aus. Christian Schmidt ist von einer Grippe geschwächt, wird auf keinen Fall in der Startformation stehen. Sonst stehen alle Spieler zur Verfügung.

Wie weit ist das Lizensierungsverfahren fortgeschritten?

Die Wirtschaftsprüfer haben ihren Bericht verfasst. Am Montag und Dienstag bin ich beim DFB in Frankfurt/Main, um die Unterlagen persönlich abzugeben. Unser Schatzmeister Ingo Franke hat mit seinem Steuerbüro die letzten Tage ganze Arbeit geleistet. Ich bin optimistisch. Ein paar Auflagen wird es sicher geben. Aber die werden wir als Aufgaben annehmen. Unsere Spieler wissen, dass sie trotz des anstehenden Umbruchs - wir werden den Kader weiter verjüngen - auch für die neue Saison erste Ansprechpartner für uns sind.

 

 

Langer Atem ist gefragt

Kapitän Stefan Bloß traut Geraern nach 1:0-Sieg in Sangerhausen noch viel zu

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Mit einem 1:0 (0:0)-Erfolg bei Schlusslicht VfB 1906 Sangerhausen hat Oberligist 1. FC Gera 03 seine Anwartschaft auf den Regionalliga-Aufstieg bekräftigt. Marco Weißhaupt gelang mit einem direkt verwandelten Freistoß (83.) in einer allerdings schwachen Begegnung das Tor des Tages zugunsten der Quade-Elf, die in der Tabelle zwar auf Rang fünf verblieb, den Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Halle aber auf zwei Zähler verkürzte. Nach der Begegnung unterhielten wir uns mit dem Geraer Kapitän Stefan Bloß:

Wer solche Spiele wie heute gewinnt, der muss doch fast aufsteigen, oder?

So weit sind wir noch nicht. Es sind noch viele Partien zu absolvieren. Der Erfolg heute war genauso wichtig wie der gegen Chemnitz. Wir wussten, dass es hier sehr schwer werden würde. Sangerhausen stand sehr weit hinten drin.

So richtig frei schien die 03-er heute im Kopf aber nicht zu sein. War es doch schwieriger als erwartet, aus den Köpfen zu bekommen, dass Sangerhausen eigentlich nur Schlusslicht ist?

Nein, aber das war heute ein komplett anderes Spiel als gegen Chemnitz. Uns war von vornherein klar, dass wir hier nicht mit 3:0, 4:0 oder 5:0 gewonnen werden, wie es im Umfeld schon fast als sicher galt. Aber hier muss man erst gewinnen. Das haben wir getan. Alles andere zählt nicht.

Stefan Richter war einmal mehr wichtiger Rückhalt. Wie sehen Sie seine Leistung?

Er hat den einzigen schweren Ball gehalten, der aufs Tor kam. Das war sehr wichtig. Aber dafür ist er auch da. Wenn wir in dieser Szene beim Kopfball von Ivanov natürlich in Rückstand geraten, dann wird es ganz schwer. Sonst haben wir hinten gut gestanden, nichts weiter zugelassen.

Sie waren am Führungstor direkt beteiligt?

Ja, ich habe den Freistoß herausgeholt. Trautmann hat mich voll am Fuß getroffen. Da musste der Schiedsrichter pfeifen.

Wie haben Sie das Tor des Tages gesehen?

Alles war korrekt. Der Schiedsrichter hat gesagt, dass er den Freistoß nicht anpfeifen wird. Das haben die Sangerhäuser wahrscheinlich nicht mitbekommen. Marco Weißhaupt hat die Situation schnell erfasst und den Ball über die Mauer ins Tor gehoben. Da hat der VfB-Torwart immer noch die Mauer gestellt. 

Nun kommt am nächsten Samstag der FSV Zwickau. Die gute Ausgangsposition soll mit einem Sieg weiter ausgebaut werden, oder?

Na klar. Für Zwickau geht es zwar nicht mehr um so viel wie für Sangerhausen. Aber geschenkt werden wir trotzdem nichts bekommen. Ich hoffe auf jeden Fall nach den unseren letzten Auftritten wieder auf eine ordentliche Kulisse.

Was springt am Saisonende heraus?

Das werden wir sehen. Es sind nur noch zwei Punkte nach ganz oben. Ich denke, es wird sehr spannend. Ein langer Atem ist auf jeden Fall gefragt. Wahrscheinlich entscheidet sich alles erst an den letzten drei Spieltagen.

 

 

 

 

Fast 2000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft

Stefan Richter hält 1. FC Gera 03 gegen Chemnitz mit tollen Paraden im Spiel

(OTZ/Jens Lohse). 1938 Zuschauer im Stadion der Freundschaft - darunter etwa 700 aus Chemnitz - konnten gestern mit Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 jubeln. Mit 4:1 (0:0) bezwang die Quade-Elf überraschend deutlich den bisherigen Spitzenreiter Chemnitzer FC und rückte wieder auf den fünften Tabellenplatz nach vorn. Die Tore für den Sieger erzielten Friedrich (54./81.) jeweils per Kopf, Embingou (57.) und Torjäger Janke mit seinem neunten Saisontreffer (84.). Den Westsachsen gelang durch Sonnenberg (86.) nur noch der Ehrentreffer. So klar, wie es das Ergebnis ausdrückt, war der Spielverlauf nicht. Mit tollen Paraden hielt Torwart Stefan Richter seine Mannschaft gerade in der ersten Halbzeit immer wieder im Spiel. Mit ihm unterhielt sich unsere Zeitung nach dem Abpfiff:  

Gewinnt man ein Spiel mit 4:1 ist es gewöhnlich so, dass man es vorn gewonnen hat. Heute wurde die Partie aber hinten entschieden. Wie haben Sie es gesehen?

Das Spiel ähnelte dem von Halberstadt. Wir haben die erste Halbzeit zwar nicht so schlecht gespielt, hätten aber auch klar hinten liegen können. Chemnitz hat mit dem Wind im Rücken enorm viel Druck gemacht. Erst nach dem Wechsel haben wir dann richtig Fußball gespielt. Dann war der Wind für uns gut und dann haben wir das Spiel auch wieder vorn gewonnen.

Motivieren braucht Sie vor einem Spiel gegen den Chemnitzer FC niemand, oder?

Nein. Chemnitz ist so etwas wie der Klassenprimus. Da will jeder eine starke Leistung bringen. Außerdem waren heute endlich einmal mehr Zuschauer im Stadion. Das hat gleich viel mehr Spaß gemacht. Für die Leute spielen wir ja auch eigentlich. Es ist schon toll, wenn einmal mehr als 500 da sind.

Den Chemnitzer Stürmern haben Sie heute ganz schön den Schneid abgekauft. War das die Rache für das Hinspiel?

Steven Sonnenberg wird sicher heute Nacht schlecht träumen. Vier Gegentore hat Chemnitz, glaube ich, in dieser Saison noch nicht bekommen. Es war für uns heute enorm wichtig zu gewinnen. Hätten wir verloren, wäre die Spitze auf acht Punkte davon gezogen. Das wäre nur noch schwer aufzuholen gewesen. Mit dem Erfolg bleiben wir im Geschäft.

Ist das Gegentor für Sie ein Makel?

Sonst ist so etwas für einen Torwart immer ärgerlich. Aber heute ist das völlig egal. Es ist toll, dass ich nach der langwierigen Handverletzung endlich wieder zurück bin. Die Mannschaft hat mir dabei geholfen. Es macht viel Spaß, hier Fußball zu spielen.

Haben Sie noch Schmerzen?

Manchmal schmerzt die Hand noch leicht. Hundert Prozent sind es noch nicht. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Im Spiel merkt man eh keinen Schmerz. Da ist der Adrenalinpegel zu hoch.

Wie geht es weiter mit dem 1. FC Gera 03?

Jetzt kommen mit Sangerhausen und Zwickau vermeintlich lösbare Aufgaben. Wir müssen nachlegen, dürfen die Gegner aber nicht unterschätzen. In den Hinspielen haben wir uns sowohl beim 3:1 gegen Sangerhausen als auch beim 2:2 in Zwickau schwer getan. Wir wissen jedenfalls, was uns erwartet. Ich bin hierher gekommen, um in die Regionalliga aufzusteigen. Wir haben eine gute Ausgangsposition. Alles ist möglich.Wir haben uns vorn festgesetzt. Nicht mehr und nicht weniger. 

 

Unser Ziel sind drei Punkte gegen Chemnitz

Vor den Sonntagsspiel im Gespräch mit Gera 03-Trainer Nico Quade

Gera (KA/Jens Lohse). Am Sonntag um 14 Uhr hat Fußball-Oberligist 1. FC Gera 03 im Stadion der Freundschaft im Hofwiesenpark den Spitzenreiter Chemnitzer FC zu Gast. Vor der Begegnung unterhielten wir uns mit dem Geraer Trainer Nico Quade:

Mussten Sie die Mannschaft nach der vermeidbaren 1:2-Niederlage in Plauen wieder aufrichten?

Aufrichten ist das falsche Wort. Die Mannschaft hat sich über ihre eigene Dummheit geärgert. Es war sehr schade, dass wir in Plauen wichtige Punkte liegen gelassen haben. Die Wut darüber müssen wir jetzt in positive Energie umsetzen. Das wird das Geheimnis des Erfolgs für das Chemnitz-Spiel sein. Es darf uns nicht mehr passieren, dass unser Engagement in Überzahl nachlässt. Das ist alles eine Kopffrage.

Sie haben den Chemnitzer FC in Auerbach gesehen. Wie waren Ihre Eindrücke?

Chemnitz ist einer der spielstärksten Mannschaften in der Oberliga, vielleicht sogar die beste. Allerdings ist der CFC keine Übermannschaft. Das Chemnitzer Spiel in Auerbach lässt sich mit dem am Sonntag in Gera sicherlich nicht vergleichen. Der Platz in Gera wird besser sein, das Wetter wahrscheinlich auch. Wir wollen gewinnen und Chemnitz ist schlagbar.

Am Mittwoch Abend ist der Chemnitzer FC mit einem 2:0-Erfolg zu Hause gegen Regionalligist Dynamo Dresden ins sächsische Landespokalfinale eingezogen. Ist es für Ihr Team von Vorteil, dass die Chemnitzer Spieler jetzt gleich zwei Partien mehr in den Knochen haben als Ihre Kicker?

Das wird man sehen. Natürlich hätte ich mir für Mittwoch eine Verlängerung gewünscht. Mit dem Finaleinzug im Rücken besteht für die Chemnitzer natürlich die Gefahr, uns zu unterschätzen. Meiner Mannschaft hat die Pause jedenfalls gut getan. Wir konnten ordentlich regenerieren und Kraft tanken. Der CFC hat auf jeden Fall Kräfte gelassen. Das erhöht unsere Chancen.

Mit Chemnitz haben die 03-er aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Die Mannschaft hat eine Rechnung mit sich selbst offen. Das war das einzige Spiel der Saison bisher, in dem wir nicht annähernd unser Leistungsvermögen ausgeschöpft und nur Angsthasenfußball gespielt haben. Das darf und wird uns nicht wieder passieren.

Wären Sie auch mit einem Punkt zufrieden?

Wenn Sie mich jetzt fragen, sage ich ganz klar nein. Nach dem Spielverlauf dann, kann es gut möglich sein. Aber unser Ziel sind erst einmal drei Punkte.

Blickt man auf die Tabelle, muss der 1. FC Gera 03 aber fast gewinnen, um oben dran bleiben zu können, oder?

Das möchte ich nicht an dem einen Spiel fest machen. Auch andere Mannschaften aus der Spitze werden noch Federn lassen. In der Winterpause hatten wir zehn Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Jetzt ist es nur noch die Hälfte. Wir haben also in vier Spielen fünf Zähler gut gemacht. Wir haben noch genug Zeit, müssen Geduld haben.

Wie sieht es personell vor dem Sonntag-Spiel aus?

Jens Roß fällt noch wegen seiner Innenbandverletzung im Knie aus. Andy Raab plagt seine weiche Leiste. Der Test in der Landesklasse-Elf verlief nicht zufrieden stellend. Nächste Woche wird entschieden, ob er sich vielleicht operieren lässt. Nach seiner Gelbsperre rückt Ronny Fuhrmann wieder ins Team. Auf welcher Position, dazu werde ich mich aber noch nicht äußern. Wichtig für uns wird sein, dass uns möglichst viele Geraer Zuschauer im Stadion - sei es nur durch ihre Anwesenheit - unterstützen.  

 

 

 

In Überzahl Spielfaden gerissen

Unnötige 1:2-Niederlage des 1. FC Gera 03 in Plauen

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Im Vogtlandstadion konnte der Oberliga-Vierte 1. FC Gera 03 seine Erfolgsserie nicht fortsetzen. Nach drei Rückrundensiegen in Folge musste sich die Quade-Elf am Sonntag vor 1940 Zuschauern dem VFC Plauen unglücklich mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Mit der einzigen echten Chance des VFC in der ersten Halbzeit brachte Risch den Gastgeber in Führung (15.). Die spielbestimmenden Geraer schafften durch Friedrich per Kopf den verdienten Ausgleich (32.). Nach Rot für Plauens Schulze (48.) riss der Geraer Spielfaden. VFC-Angreifer Zimmermann schaffte nach einem Freistoß in Unterzahl das entscheidende 2:1 (68.). Nach dem Spiel unterhielten wir uns mit dem Sportlichen Leiter des 1. FC Gera 03, Harry Pleß:

Viel unglücklicher kann man nicht verlieren. Die Rote Karte für Plauens Schulze war heute irgendwie der Knackpunkt. Wie haben Sie es gesehen?

Danach riss unser Spielfaden. Das sind die Geschichten, die der Fußball Woche für Woche schreibt. Im Spiel Elf gegen Elf haben wir Plauen beherrscht. In Unterzahl hat sich der VFC als Team präsentiert, den Kampf angenommen und noch eine Schippe drauf gelegt. Vorher hatte der Gastgeber gedacht, uns im Vorbeigehen besiegen zu können. Ein Punkt für uns wäre absolut verdient gewesen. Aber so ist es eben im Fußball. Da zählen nur die Tore.

Dachte die Mannschaft, nach dem starken Spiel bis dahin und dann mit einem Mann mehr Plauen locker bezwingen können. Irgenwie wirkten die Geraer in Überzahl nicht mehr so konzentriert?

Ja, so war es. Alles spielt sich im Kopf ab. Wir saßen auf der Bank und wussten, dass es jetzt noch schwerer werden würde. Jeder Spieler von uns dachte dann, es würden auch ein paar Prozent weniger reichen. Das war ein Trugschluss. Alle Umstellungen haben nichts gebracht. Die Ordnung ging verloren. Ein Standard hat dann gegen uns entschieden. Da spielte die Überzahl nämlich keine Rolle. Da ging es Mann gegen Mann.

Wirft die Niederlage den 1. FC Gera 03 zurück?

Nein, das glaube ich nicht. Aber man wird sehen. Wir hatten drei Mal in Folge gewonnen. Das Selbstvertrauen war groß. Dementsprechend sind wir hier auch aufgetreten und haben Plauen lange beherrscht. Okrucky hat bei einigen unseren Möglichkeiten toll reagiert. Trainer Nico Quade hat jetzt 14 Tage Zeit, die Mannschaft wieder aufzubauen. Ronny Fuhrmann wird nach abgesessener Gelbsperre sicherlich wieder ins Team zurückkehren. Enrico Neubert hat für mich ein gutes Spiel gemacht. Schade, dass ausgerechnet er beim 1:2 für Plauen gegen Zimmermann zu spät kam.

Kommt die Mannschaft mit dem größer werdenden Druck nicht zurecht?

Die Mannschaft hat sich die Tabellenposition selbst mit ihren konstant guten Leistungen erarbeitet. Dadurch ist der Druck erst entstanden. Aber egal, was am Ende der Saison heraus kommt. Als Aufsteiger hat die Mannschaft zu überzeugen gewusst. Manchmal fehlt uns eben noch etwas Cleverness im Vergleich zu den Top-Aufstiegsanwärtern Chemnitz, Halle oder eben Plauen.

 

 

 

Ein guter Jahrgang?

Lieblingsgegner Eilenburg

Im Gespräch mit Marco Weißhaupt nach dem 2:1 des 1. FC Gera 03 gegen Eilenburg

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Mit einem 2:1-Heimsieg vor 510 Zuschauern gegen den FC Eilenburg hat Oberligist 1. FC Gera 03 den dritten Rückrundensieg in Folge eingefahren und ist wieder auf den vierten Tabellenrang vorgestoßen. Die Tore zum Erfolg steuerten Marco Weißhaupt mit einem direkt verwandelten Freistoß (42.) und Abwehrchef Tobias Friedrich nach einem Eckball (61.) bei. Seifert hatte Eilenburg zuvor in Führung geschossen (38.). Nach dem Spiel unterhielt sich unsere Zeitung mit dem einmal mehr überragenden Marco Weißhaupt:

Gäste-Trainer Achim Steffens meinte, wenn Sie in seinem Team gewesen wären, hätte Eilenburg heute mit 4:0 gewonnen. Was sagen Sie dazu?

Das ist doch ein schönes Kompliment. Aber ich spiele in Gera. Der Sieg heute war für uns enorm wichtig. Wir wussten vorher, dass es sehr schwer wird. Nach dem Rückstand haben wir Moral bewiesen. In der Mannschaft steckt Charakter. Es geht weiter voran.

Gegen Eilenburg haben Sie schon im Hinspiel einen Freistoß direkt verwandelt. Sind Sie gegen diesen Gegner besonders motiviert?

Eigentlich nicht. Aber die Eilenburger liegen mir igendwie. Gegen die könnten wir jede Woche spielen.

In der Vorwoche gegen Pößneck haben Sie beide Treffer vorbereitet, diesmal den Ausgleich selbst geschossen und das Siegtor per Ecke eingeleitet. Ist es mit Marco Weißhaupt wie mit gutem Wein?

(Lacht) Es läuft zurzeit sehr gut. Ich konnte verletzungsfrei in der Vorbereitung trainieren, fühle mich ausgezeichnet. Am Ende ist es mir egal, wer die Tore schießt oder vorbereitet. Hauptsache ist, dass sie fallen. Klar ist es immer schön, selbst zu treffen. Ich freue mich aber auch für die anderen.

Den Freistoß zum 1:1 haben Sie voll getroffen, oder?

Genauso habe ich mir den Freistoß vorgenommen. Über die Mauer ins Eck, da sollte er hin. Vor allem fiel der Ausgleich zu einem psychologisch sehr wichtigen Zeitpunkt. Wenn wir mit einem Rückstand in die Pause gegangen wären, wäre es sehr schwer geworden.

Eilenburg war ein extrem unbequemer Gegner. Wie haben Sie die Spielstärke des Kontrahenten gesehen?

Eilenburg hat nicht wie ein Tabellenzwölfter gespielt. Der Kontrahent war sehr diszipliniert, hat die Räume geschickt verengt. So mussten wir lange Wege gehen. Bei den weiten Einwürfen mussten wir immer auf der Hut sein. Wir waren gut eingestellt. Bei den Eilenburgern sind viele Stammspieler verletzt. Die nachrückenden Kicker wollen sich dann natürlich bei ihrem Trainer für weitere Einsätze anbieten. So waren die Gäste hoch motiviert. Aber am Ende hatten wir den längeren Atem, haben eine unserer guten Chancen nach dem Wechsel zum 2:1-Siegtreffer genutzt.

Nächste Woche geht es nach Plauen. 14 Tage später kommt der Chemnitzer FC nach Gera. Jetzt wird es richtig ernst, oder?

Jetzt wird sich zeigen, wie weit wir wirklich schon sind. Wir können mit viel Selbstvertrauen nach Plauen fahren, brauchen uns nicht zu verstecken. Die Chancen stehen 50:50. Die Tagesform wird entscheiden. Wir können locker an die Aufgabe heran gehen. Jetzt gehen wir aber erst einmal ins "Tivoli" zum Nudeln essen.

Wo steht der 1. FC Gera 03 am Saisonende?

Ich hoffe, unter den vier Erstplatzierten der Oberliga-Staffel Süd.

 

 

Schaut optimistisch in die Zukunft des Vereins: Peter Harthaus

06.03.2008

Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden des 1. FC Gera 03, Peter Harthaus

(Jens Lohse). Auf Platz fünf rangiert der 1. FC Gera 03 derzeit in der Fußball-Oberliga. Die ersten drei Mannschaften steigen aufgrund der Spielklassen-Umstrukturierung nach dieser Saison in die zweigeteilte Regionalliga auf. Die Viertplatzierten beider NOFV-Oberliga-Staffeln bestreiten zwei Relegationsspiele, um einen weiteren freien Platz. Als Fünfter mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang drei sind die Geraer noch voll im Aufstiegsgeschäft mit dabei. Welche Aufgaben sich daraus in den nächsten Wochen für Vorstand und Aufsichsrat ergeben, darüber sprachen wir mit dem Vorstandsvositzenden Peter Harthaus:

Sportlich kann es für den 1. FC Gera 03 kaum besser laufen. Wie beurteilen Sie den derzeitigen fünften Tabellenplatz und die beiden Siege zum Rückrundenstart?

Das ist sehr positiv zu bewerten. Die Mannschaft schwebt auf einer Welle der Euphorie. Etwas enttäuscht bin ich aber von den fußballinteressierten Geraer Zuschauern, die lieber nach Stuttgart, Koblenz oder Meuselwitz fahren, anstatt sich mal ein Spiel in ihrer Heimatstadt anzuschauen. Ein bisschen mehr Lokalpatriotismus wäre da, glaube ich, angebracht, ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen. Ein möglicher Aufstieg wird dadurch erschwert, da wir schon mit einem etwas höheren Zuschauerschnitt gerechnet haben. Aber vielleicht findet der eine oder andere doch noch den Weg ins Stadion der Freundschaft, wenn es gegen den Chemnitzer FC, Sachsen Leipzig oder den Halleschen FC geht. Sonst hat der Verein eine tolle Entwicklung genommen. Vor fünf Jahren spielten wir als TSV 1880 Zwötzen schließlich noch in der Landesklasse.

Eine mögliche Regionalliga-Qualifikation rückt näher. Ist ein solcher Schritt für Gera finanziell überhaupt gehbar?

Warum nicht? Aber da spielen eben auch die Zuschauereinnahmen eine Rolle. Es ist schon ein Unterschied, ob ich mit 25.000 oder 100.000 Euro aus diesem Topf rechnen kann. Die meisten Sponsoren waren bei den Gesprächen über eine Aufstockung ihrer Zuwendungen sehr aufgeschlossen. In der Regionalliga würden 130.000 Euro an Fernsehgeldern dazu kommen. Vielleicht bekommen wir einen Etat von 800.000 Euro zusammen. Damit liegt man in einer solchen Liga aber sicherlich am absolut unteren Ende der Fahnenstange.

Bis wann müssen die Unterlagen beim DFB eingereicht werden?

Bis zum 15. März. Von unserer Seite ist alles so weit fertig. Wie ich es einschätze, dürften wir keine großen Probleme bekommen. Das geforderte Flutlicht wollen wir noch für ein Jahr zurück stellen lassen. Sonst erfüllt das Stadion der Freundschaft alle Ansprüche.

Werden die Sorgenfalten also langsam weniger auf Ihrer Stirn?

Nein, das werden Sie nicht. Wir müssen im Tagesgeschäft hart arbeiten. Viel wird derzeit auch von der Euphorie getragen. Auf dieser Welle wollen wir auch am Sonntag gegen Eilenburg zum nächsten Sieg schweben. In der Tabelle ist alles sehr dicht beeinander. Da dürfen wir uns keinen Ausrutscher leisten.

Wird sich der 1. FC Gera 03 auch längerfristig in Ligen wie Oberliga oder Regionalliga etablieren können?

Das wird man sehen. Viel kommt auch auf das Umfeld an. Wirtschaft, Politik und Stadt spielen wichtige Rollen. Städtepolitisch ist es für die Otto-Dix-Stadt Gera doch sehr interessant, in den Stadien der Fußball-Regionalliga und in den Medien Woche für Woche präsent zu sein und mit dem Namen Gera zu werben. Wir würden dann vielleicht in Hamburg, Bremen, Berlin, Braunschweig, Magdeburg oder Dresden spielen. Das klingt doch nicht schlecht. Aber die Verantwortlichen müssen hinter dem Fußball stehen. Mir ist klar, dass die Stadt kein Geld hat. Aber es gibt andere Möglichkeiten der Unterstützung.

Gelingt der Regionalliga-Aufstieg nicht, geht in Gera aber auch nichts kaputt, oder?

Nein, der 1. FC Gera 03 geht daran bestimmt nicht zu Grunde.Wir werden die Mannschaft weiter verjüngen, setzen auf junge neue Spieler und den eigenen Nachwuchs. Mit diesem Pfund müssen wir wuchern. Wir wollen zur dritten Macht in Thüringen nach Jena und Erfurt werden.

 

 

02.03.2008

Der Trainer gibt mir Selbstvertrauen

Michael Franz rückt nach Derby-Sieg mit 1. FC Gera 03 auf Platz vier nach vorn

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Mit einem 2:0-Heimerfolg über den VfB 09 Pößneck ist der 1. FC Gera 03 in der Oberliga-Tabelle auf Rang vier nach vorn gerückt. Für die Quade-Elf trafen Sebastian Barich nach Pass von Marco Weißhaupt (3.) und Tobias Friedrich mit dem Kopf nach einem Weißhaupt-Freistoß ins Schwarze (73.). Nach dem Spiel unterhielten wir uns mit Michael Franz. Der 23-jährige Mittelfeldspieler stand wie in Markranstädt in der Geraer Anfangsformation:

Pößneck war ein unbequemer Gegner. Wie haben Sie das Spiel heute gesehen?

Wir haben alles erreicht, was von uns erwartet wurde. Unterm Strich stehen die drei Punkte und wieder kein Gegentor. Das spricht eindeutig für uns. Wir wussten, dass es heute nicht leicht wird. Gegen den Wind haben wir sehr gut begonnen, hatten nach Wiederbeginn aber auch einen Hänger. Ein 5:2 hätte den Chancenanteilen auch entsprochen.

In der zweiten Halbzeit lief es nicht mehr ganz so gut. Warum?

Ich hatte auch gedacht, dass wir mit dem Wind im Rücken noch mehr Druck entfachen. Aber da kamen wir schlechter zurecht, brauchten einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Erst einmal gab es aber vier Ecken in Folge gegen uns. Dann haben wir uns aber wieder gefangen und mit dem 2:0 alles klar gemacht.

Für Sie läuft es nach der Winterpause optimal. Standen in der Hinrunde gerade drei Kurzeinsätze zu Buche, haben Sie sich jetzt zum Stammspieler gemausert. Was ist anders?

Der Trainer hat mir neues Selbstvertrauen gegeben. Ich trainiere besser, tue auch für mich noch zusätzlich etwas. Das kommt an. Ich will micht unbedingt weiterentwickeln, in den Dienst der Mannschaft stellen und mit ihr die erforderlichen Punkte einfahren, um unser Saisonziel zu erreichen. Bisher habe ich das Vertrauen des Trainer nicht enttäuscht, glaube ich.

Heute konnten Sie auch in der Offensive einige Akzente setzen. Aus der Distanz wäre Ihnen fast ein Tor gelungen?

Wäre der Ball etwas flacher gekommen, hätte er wohl eingeschlagen. Über die rechte Seite bin ich in der ersten Halbzeit zwei Mal gut durchgekommen. Bei meinen flachen Eingabe hat bei den Stürmern in der Mitte immer nicht viel gefehlt. Da gehört dann auch etwas Glück dazu. Noch mehr konzentrieren muss ich mich bei meinen Ecken.

Die Tore sind heute immer zum richtigen Zeitpunkt gefallen, oder?

Warum auch nicht. Bei uns läuft es derzeit ausgezeichnet. Früh in Führung zu gehen, verleiht etwas Sicherheit, wobei wir in der ersten Halbzeit trotz des 1:0 zeitweise alle nach vorn gerannt sind. Das hatten wir gar nicht nötig, wurden so manchmal ausgekontert. Das zweite Tor hat den Pößneckern dann den Nerv gezogen.

Nun kommt am nächsten Sonntag mit Eilenburg der nächste Gegner ins Stadion der Freundschaft. Gelingt da der dritte Sieg in Folge?

Wir haben uns neun Punkte zum Rückrundenstart vorgenommen. Darauf werden wir in der Woche hin arbeiten. Aber jedes Spiel muss erst gespielt werden. Wir bekommen nichts geschenkt. Eilenburg ist stärker als sein Tabellenplatz. Doch wir brauchen uns vor niemand zu verstecken. Mit dem dritten Erfolg könnten wir beruhigter die schweren Aufgaben gegen Plauen und Chemnitz angehen.

 

24.02.2008

Defensiv-Dreieck funktioniert

Innenverteidiger Tobias Friedrich überzeugt beim 1:0-Auswärtssieg in Markranstädt

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Einen Rückrundenstart nach Maß erwischte Oberligist 1. FC Gera 03 im Aufsteigerduell beim SSV Markranstädt. Mit dem 1:0 (1:0)-Erfolg beim bisherigen Tabellendritten vor 510 Zuschauern bewahrten sich die Geraer alle Chancen auf die Regionalliga-Qualifikation. In der Tabelle rückte man auf Rang sechs nach vorn. Das Tor des Tages hatte Angreifer Marc Janke mit seinem achten Saisontreffer erzielt (35.). Die 03-Abwehr geriet nur selten unter Druck. Nach dem Spiel unterhielt sich unsere Zeitung mit dem 34-jährigen Tobias Friedrich, der gemeinsam mit Ronny Fuhrmann die Innenverteidigung bildete:

In den letzten Vorbereitungsspielen blieb man gegen unterklassige Gegner nie ohne Gegentor. Was war diesmal anders?

Das ist schwer zu sagen. In der Vorbereitung läuft nie alles rund. Heute waren alle hoch konzentriert. Defensiv haben alle sehr gut gearbeitet. So haben wir den Grundstein für den wichtigen Erfolg gelegt. Florian Grossert hat vor der Abwehr viel abgeräumt. Das funktionierende Dreieck mit ihm, Ronny Fuhrmann und mir war enorm wichtig. Auch Torwart Roß hat sich keine Blöße gegeben.

Die großgewachsenen Markranstädter Hönemann und Mittenzwei kamen nur selten zum Zuge. Waren Sie auf die beiden langen Kerle besonders vorbereitet?

Wir wussten vorher, dass Markranstädt auf Flanken, Ecken und weite Einwürfe setzt. Man kennt sich in der Liga. Aber Ronny Fuhrmann und ich hatten von der Körpergröße her keine Nachteile. Das hat sich dann auch gezeigt.

Markranstädt machte das Spiel. Gera lauerte auf Konter. Die Partie erinnerte über weite Strecken an die Hinrunde - nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Wie haben Sie es gesehen?

Wir mussten das Spiel hier nicht bestimmen, wollten auf keinen Fall so euphorisch nach spielen wie zum Saisonauftakt. Wir brauchten etwas Zeit, um uns mit dem Rasen anzufreunden, auf Betriebstemperatur zu kommen. Schließlich hatten wir über Wochen nur auf Kunstrasen gespielt und trainiert. Markranstädt ist insgesamt nicht viel eingefallen.

Für Sie persönlich war die Hinrunde nicht so gut gelaufen. Nur selten standen Sie in der Startelf. Sind Sie jetzt wieder der Alte?

Jeder hat mal eine schlechte Phase. Bei mir kam noch eine langwierige Verletzung dazu, die mich immer wieder zurück warf. Jetzt habe ich in der Vorbereitung regelmäßig trainiert, hoffe jetzt, meinen Beitrag dazu leisten zu können, damit wir unser Saisonziel erreichen können.

Wie geht es jetzt weiter?

Es folgen zwei Heimspiele gegen Pößneck und Eilenburg. Ich warne schon jetzt davor, die Stärke der Kontrahenten zu unterschätzen. Auch diese beiden Begegnungen müssen erst gewonnen werden. Wir bekommen nichts geschenkt. Wenn wir hinten erneut so gut wie heute stehen, kann uns nicht viel passieren. Vorn sind wir immer für mindestens einen Treffer gut.

 

08.12.2007

Der letzte Wille hat gefehlt

Pokalverteidiger 1. FC Gera 03 muss bei Zeiss-Reserve Segel streichen

Fußball Thüringer Oddset-Pokal (Viertelfinale): FC Carl Zeiss Jena II - 1. FC Gera 03 2:1 (2:0) (OTZ/Jens Lohse). Pokalverteidiger 1. FC Gera 03 musste beim Oberliga-Tabellennachbarn FC Carl Zeiss Jena II im Landespokal die Segel streichen. Mit 1:2 zog der Gast den Kürzeren. Vor der Pause lief bei den 03-er nicht viel zusammen. Zimmermann (24.) und Fardjad-Azad (34.) brachten die Zeissianer mit 2:0 in Führung. Dazwischen lag noch Riemers verschossener Foulelfmeter (31.). Nach dem Wechsel kämpfte die Quade-Elf. Mehr als der Anschlusstreffer durch Sadlos Kopfball (80.) gelang aber nicht mehr. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit Abwehrspieler Ronny Fuhrmann:

Die erste Halbzeit hat sich die Mannschaft in Jena vermutlich anders vorgestellt, oder?

Natürlich. Trotzdem waren wir meiner Meinung nach in den ersten 20 Minuten die bessere Mannschaft, hatten auch gute Möglichkeiten. Dann haben wir aber völlig unbegründet das Spielen eingestellt, sind in Lethargie verfallen. Jena wurde stärker. Nach einer kurz ausgeführten Ecke haben wir nicht schnell genug geschalten, gerieten in Rückstand. Am Ende konnten wir froh sein, mit nur zwei Gegentoren in die Kabine gekommen zu sein.

Wer sich hinten solche individuellen Fehler leistet, wird bestraft. Waren die Spieler mit ihren Gedanken schon in der Winterpause?

Nein, wir wollten hier unbedingt gewinnen. Woran es lag, möchte ich nicht mutmaßen. Mangelnde Konzentration kann schon eine Rolle spielen. Der tiefe Platz hatte natürlich auch seine Tücken, die Andre Tews vor dem 0:2 zum Verhängnis wurden. Trotzdem hat uns heute irgendwie vor der Pause der letzte Wille gefehlt, manche missliche Situation zu verhindern. Nach dem Wechsel haben wir das dann besser gemacht.

Mangelnden Kampfgeist kann man der Mannschaft nicht vorwerfen. Haben Sie den Schalter zu spät umgelegt?

Ja. Was mir in den letzten Spielen aufgefallen ist, ist, dass wir immer erst in Rückstand geraten müssen, bevor wir unsere kämpferischen Tugenden entdecken. Das war gegen Halberstadt wie auch in Halle so. Konditionell sind wir absolut in Schuss, können immer noch eine Schippe drauflegen. Schade, dass es immer erst so weit kommen muss.

Hätte Jenas Fardjad-Azad nach seiner unsportlichen Aktion an der Mittellinie gegen Marcel Ast kurz nach Wiederbeginn nicht eigentlich vom Platz fliegen müssen?

Für mich war das eine klare Tätlichkeit, für die der Schiedsrichter Rot hätte zücken müssen. Der Jenaer hat Marcel Ast mit beiden Händen umgestoßen und der ist alles andere als ein Schauspieler.

Nach dem Anschlusstreffer von Mike Sadlo keimte nochmals Hoffnung auf. Sie gaben die Flanke. Wie haben Sie das Tor gesehen?

Ein langer Ball wurde abgewehrt, rollte mir direkt vor die Füße. Ich hatte die Wahl, zu schießen oder erneut zu flanken, haben den Ball wieder nach innen gebracht, wo Mike Sadlo am langen Pfosten freistehend seinen Kopf nur noch hinzuhalten brauchte. Danach wollten wir den Ausgleich erzwingen, haben es mit langen Bällen versucht, die aber nichts eingebracht haben, weil sie kaum ankamen. Jena lauerte da auf Konter.

Freuen Sie sich jetzt auf die gut vier Wochen Winterpause?

Klar, ich glaube, die haben sich alle nach der anstrengenden Hinrunde mit Höhen und Tiefen verdient. In der zweiten Halbserie wollen wir nochmal mit neuer Kraft richtig angreifen. Wir haben noch alle Chancen. Ein kleines Fitnessprogramm wird jeder Spieler vom Trainer mit nach Hause bekommen. Ganz ohne Sport halte ich es vier Wochen lang sowieso nicht aus.

 

02.12.2007

Mit uns ist noch zu rechnen

1. FC Gera 03 entführt einen Punkt vom traditionsreichen Halleschen FC

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Mit einem verdienten 1:1-Unentschieden beim Halleschen FC hat sich Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gera 03 zum Hinrunden-Abschluss den achten Auswärtspunkt gesichert. Mit seinem siebenten Saisontreffer konnte Marc Janke die schmeichelhafte Hallenser Pausenführung noch egalisieren. Damit verteidigten die Geraer Rang sechs in der Tabelle, haben lediglich drei Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der am Saisonende zu zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die neue Regionalliga berechtigt. Nach der Begegnung in Halle unterhielt sich Jens Lohse (OTZ) mit Trainer Nico Quade:

Eigentlich wollten Sie ja in Halle gewinnen. Nun ist es "nur" ein 1:1 geworden. Sind Sie jetzt unzufrieden?

Ich bin zufrieden mit dem Punkt. Wir waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, waren mit unseren Standards immer gefährlich. Halle hat einmal auf unser Tor geschossen, wir haben gepennt und der Ball lag im Netz. Der Ausgleich nach Wiederbeginn war hochverdient. Sehe ich das Spiel in seiner Gesamtheit, muss ich sagen, dass unser Anspruch, hier gewinnen zu wollen, so unrealistisch nicht war.

Sie mussten mehr als eine Halbzeit auf der Tribüne verbringen. Warum hat Sie der Schiedsrichter dorthin verbannt?

So etwas passiert mir einmal im Jahr. Ich verspreche, es kommt nicht wieder vor. Im Spiel gibt es nun mal Emotionen. Das gehört zum Fußball dazu. Deshalb fand ich die Reaktion des Schiedsrichters übertrieben. Angeblich soll ich zum Referee gesagt haben: "Du hast ´ne Meise!" Ich habe aber nur nach einem Einwurf, den der Schiedsrichter für Halle gab, gerufen: "Der war für uns!" Das haben auch die Mitarbeiter vom Fernsehen bestätigt. Ich werde nachher noch einmal in die Schiedrichter-Kabine gehen.

Der Halbzeitstand entsprach nicht den Spielanteilen. Hatten Sie noch Hoffnung, dass Ihre Mannschaft das Spiel noch drehen kann, obwohl es nach dem Wechsel gegen den Wind ging?

Ja, natürlich. Es war ärgerlich, dass wir hinten lagen. Aber wir wollten auf jeden Fall noch ein Tor machen. Das ist uns gelungen. Ist es nicht toll, dass ein Geraer Verein beim traditionsreichen Halleschen FC verdient einen Punkt mit nach Hause nimmt, zumal die Hallenser sowohl vom Spielermaterial als auch vom Etat in der Tabelle weit vor uns stehen müssten?

Wie haben Sie das Spiel insgesamt gesehen?

Es war sehr kampfbetont. Sowohl durch den böigen Wind als auch den holprigen, weichen Platz war der Ball schwer zu kontrollieren. Wir haben in beiden Halbzeiten gut nach vorn gespielt. Die Fans haben in der Kurve nach dem Spiel Torwart Stefan Richter gefeiert. Aber ich musste erst einmal überlegen, ob er überhaupt einen Ball halten musste. Mit ist keiner eingefallen. Unsere Defensivleistung war heute sehr stark.

Gera bleibt damit im Geschäft um Platz vier, oder?

Das ist richtig. Der Punkt heute war wichtig, aber für die gute Ausgangsposition nicht entscheidend. Die hat sich die Mannschaft mit einer starken Hinrunde über die 15 Spiele erarbeitet. Mit uns ist noch zu rechnen.

 

 

25.11.2007

Stefan Richter lässt Gera im Spiel

Torwart in der Halbzeitpause wegen Nackenbeschwerden fit gespritzt

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Mit einem schwer erkämpften 2:1-Erfolg über den VfB Germania Halberstadt ist Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gera 03 wieder auf Rang sechs der Tabelle nach oben gerückt. Der kurz zuvor eingewechselte Tobias Friedrich hatte eine Minute vor Abpfiff per Kopf nach einem Weißhaupt-Freistoß für den umjubelten Siegtreffer gesorgt. Vor der Pause war der Quade-Elf nicht viel gelungen. Mit dem 0:1-Halbzeitstand war man noch gut bedient. Florian Grosserts zwischenzeitlicher Ausgleich (75.) hatte den Geraer Schlussspurt eingeleitet. Nach dem Abpfiff unterhielt sich unsere Zeitung mit Torwart Stefan Richter:

Manchmal können Torhüter nach einem Spiel auch strahlen, wenn sie nicht zu Null gespielt haben. Ist heute so ein Tag?

Ja, sicher. Wir sind früh in Rückstand geraten. Der erste Schuss war gleich drin. Dann habe ich mit einigen guten Paraden die Mannschaft im Spiel gehalten. Dafür stehe ich aber auch da hinten drin. Zur Halbzeit hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn es schon 0:3 oder 0:4 gestanden hätte. Wir waren gar nicht richtig auf dem Platz, haben viel zu viele Fehlpässe gespielt.

Was hat Nico Quade in der Halbzeitpause gesagt?

Der Trainer ist etwas lauter geworden als sonst. Er wollte uns wach rütteln, was er auch geschafft hat, wie man nach dem Wechsel auf dem Rasen gemerkt hat.

Sie mussten sich vor der Pause erst auf dem Platz, dann in der Kabine behandeln lassen. Was war los?

Ich hatte schon die Woche über Probleme mit dem Nacken. Dann habe ich bei einem Eckball ein Halberstädter Knie vor den Kopf bekommen, wurde auf dem Platz behandelt. In der Kabine waren die Schmerzen dann so stark, dass ich mir einer Spritze habe verabreichen lassen.

Auf dem Platz zurück war von Ihrer Behinderung aber nichts mehr zu spüren?

Im Spiel merkt man davon nichts. Der ist zu viel Adrenalin im Blut. Die Schmerzen werden erst heute Abend wieder kommen.

Hatten Sie im Spiel das Gefühl, dass die Mannschaft der Partie noch eine Wende verleihen kann?

In der ersten Halbzeit war es schwer, positiv zu denken. So schlecht wie wir angefangen haben, kann man auch nicht zwei Halbzeiten spielen.  Nach dem Wechsel haben wir dann aber aufgedreht, gekämpft und uns auch Torchancen erarbeitet. Der Siegtreffer war enorm wichtig und aufgrund der großen Steigerung auch nicht unverdient. Jetzt können wir nächste Woche ruhiger nach Halle fahren. Hätten wir heute verloren, wäre Platz vier erst einmal weit weg gewesen.

Wird das Gastspiel nächsten Sonntag beim Halleschen FC für Sie eine besondere Partie?

Ja, etwas Besonderes ist das schon. Schließlich habe ich bis zu den A-Junioren beim HFC gespielt, hatte auch einen Männervertrag vorliegen, den ich aber ausgeschlagen habe. Meine Familie und viele meiner Freunde sind am Sonntag im Stadion. Ich freue mich darauf, will auf dem Platz Spaß haben und möglichst meinem alten Verein mit meiner guten Leistung eins auswischen.

 

18.11.2007 

Nicht verrückt machen lassen

Im Gespräch mit Sascha Tröger nach der 0:1-Niederlage bei Dresden-Nord

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Auch im fünften Auswärtsspiel in Folge gelang Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gera 03 kein Erfolg. Beim bisherigen Tabellenzweiten FV Dresden-Nord zog die Quade-Elf unglücklich mit 0:1 (0:0) den Kürzeren. Das Gegentor kassierten die 03-er erst in der 82. Minute. Die Gäste hatten eine konzentrierte und überaus disziplinierte Vorstellung abgeliefert und den Dresdnern bis dahin keine klare Tormöglichkeit gestattet. Allerdings litt unter der Defensivtaktik auch das eigene Angriffsspiel. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Ex-Cottbuser Sascha Tröger, der zum zweiten Mal von Anbeginn auf der rechten Außenbahn aufgelaufen war:

Wäre das Spiel torlos ausgegangen, hätten der Mannschaft alle auf die Schulter geklopft. So steht man auswärts erneut mit leeren Händen da. Woran lag es?

Wir haben gut gespielt, hinten sicher gestanden und dem Gegner eigentlich nur eine echte Möglichkeit erlaubt. Das hat den Dresdnern aber gereicht, um uns zu schlagen. Das Gegentor war bitter. Wir hätten schon im Mittelfeld klären können, haben den Ball aber nicht weg gebracht. Nach vorn hätten wir mehr machen müssen. Mit etwas Glück wäre Weißhaupts Flachschuss rein gegangen oder einer der beiden Kopfbälle von Schlachta und Janke. Eigentlich war das doch ein typisches 0:0-Spiel.

Zum zweiten Mal in Folge standen Sie in der Startaufstellung. Wie schätzen Sie Ihre eigene Leistung ein?

Nach hinten habe ich recht solide gearbeitet. Da ist nur wenig angebrannt. Nach vorn hat noch der letzte Tick gefehlt. Auf dem tiefen Boden eine Flanke exakt nach innen zu bringen, ist schwierig. Entweder sie kommt richtig oder gar nicht. Auch meine Pässe kamen längst nicht alle an. Mit meiner Leistung bin ich deshalb noch nicht zufrieden. Ich habe noch Reserven. Trotzdem ist es schön, dass ich erst einmal mit dabei bin und spielen darf.

Im Spiel nach vorn lief heute nicht viel zusammen, obwohl man eigentlich bisher die meisten Tore der Liga erzielt hatte. Was war los?

Dresden-Nord stand mit seinen großgewachsenen Spielern hinten drin sehr sicher. Die hohen Bälle kamen postwendend wieder zurück. Wenn wir über die Außenpositionen gespielt haben, waren wir gleich gefährlicher, hätten ganz vorn dann aber konsequenter nachsetzen müssen. Wie schwer es hier wird, war uns klar. Schließlich wussten wir, dass der Gastgeber fünf seiner sechs Heimspiele gewonnen hatte und zu Hause noch ungeschlagen war.

Hat sich die Mannschaft nach der auf der Jahreshauptversammlung während der Woche nach oben korrigierten Saisonzielstellung unter Druck gesetzt gefühlt?

Nein, auf keinen Fall. Jeder in der Mannschaft spürt doch, dass in dieser Saison etwas drin ist. Ich habe den Anspruch, oben mitzuspielen. Druck haben wir dadurch nicht.

Nun stehen in der Hinrunde noch zwei schwere Spiele daheim gegen Halberstadt und beim Halleschen FC an, die beide vor Gera platziert sind. Danach könnte die neue Zielstellung bereits über den Haufen geworfen , weil unerreichbar sein, oder?

Wir sollten uns nicht verrückt machen lassen. Immerhin stehen noch 17 Spiele aus. Wir sollten versuchen, in diesem Jahr noch möglichst viele Zähler zu holen, eine ordentliche Vorbereitung auf die Rückrunde hinzulegen und dann noch einmal angreifen.

 

 

11.11.2007

Kopfballtor für den Vater

Marcel Ast steuert Treffer zum Geraer 4:0-Heimsieg über Bautzen bei

Fußball (OTZ/Jens Lohse). Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gera 03 scheint nach dem höchsten Saisonsieg in der Erfolgsspur zurück. Der 4:0-Heimsieg über den FSV Budissa Bautzen hätte leicht noch höher ausfallen können. Vor 217 Zuschauern im Stadion der Freundschaft ging die Quade-Elf bei eisigen Temperaturen und böigem Wind schon vor der Pause durch Tore von Florian Grossert (15.) und Marcel Ast (42.) in Führung. Nach dem Wechsel erhöhten Marc Janke (55.) und Dmytro Schlachta (72.) auf 4:0. Damit rückten die Geraer auf Rang sieben der Tabelle nach vorn. Nach dem Spiel unterhielten wir uns mit Mittelfeldspieler Marcel Ast:

War die Mannschaft nach drei sieglosen Partien zuletzt heute angespannter als sonst?

Nein, das glaube ich nicht. Wir wussten, dass wir heute gewinnen können. Wir haben sehr konzentriert gespielt, alles das umgesetzt, was uns der Trainer in der Kabine gesagt. Heute können wir sehr zufrieden sein.

Man hat richtig gespürt, wie viel Wert die Mannschaft heute auf die Null hinten gelegt hat. Wie haben sie das gesehen?

Das ist richtig. Wir haben dafür hinten umgestellt, mit Dreierkette gespielt. Die Prämisse lag auf dem zu Null. Uns war klar, wenn wir kein Gegentor bekommen, holen wir die drei Zähler. Einen machen wir auf jeden Fall rein.

Wird jetzt immer mit Dreierkette gespielt?

Das weiß ich nicht. Das muss der Trainer entscheiden. Heute jedenfalls hat es sehr gut funktioniert. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, da ist noch einer, der einen absichert und eventuell noch klären kann, wenn man einen Fehler macht. So haben wir Bautzen heute auch kaum eine klare Möglichkeit gestattet.

Wann haben sie zuletzt ein Kopfballtor erzielt?

Das ist eine gute Frage. Weil ich so selten mit dem Kopf erfolgreich bin, kann ich das ziemlich genau beantworten. Es war vor neun Jahren mit dem FC Carl Zeiss Jena II gegen Bischofswerda in der Oberliga. Mein Vater hat mir übrigens heute am Frühstückstisch gesagt, ich soll mal wieder ein Tor schießen. Dass es geklappt hat, freut mich um so mehr. So etwas sollte er vielleicht öfter einmal verlangen.

Das 2:0 war nicht nur ein schönes, sondern auch ein sehr wichtiges Tor, passte es doch vor der Halbzeit genau ins taktische Konzept, oder?

Ja, unser Plan ist insgesamt voll aufgegangen. Eine Viertelstunde vorn drauf gehen, gelingt ein Tor, dann etwas zurück ziehen und auf Konter lauern. Die Flanke von Sascha Tröger kam dann auch genau auf meinen Kopf. Da brauchte ich nicht mehr viel zu machen.

Jetzt geht es nächsten Samstag zum FV Dresden-Nord. Der 1. FC Gera 03 hat nichts zu verlieren. Was ist dort möglich?

Mit Einstellung und Kampfgeist von heute sind wir nicht chancenlos. Der Tabellenstand spricht für die Stärke der Dresdner. Aber wir werden alles versuchen, für eine Überraschung zu sorgen. Wenn Pößneck gegen Dresden-Nord ein 0:0 schafft, warum sollen wir dann nicht auch zumindest einen Zähler entführen können.

 

 

Nicht jammern, sondern ranklotzen

Harry Pleß freut sich auf das Sonntagsspiel gegen Budissa Bautzen

Der 1. FC Gera 03 musste nach den letzten Begegnungen einige Kritik einstecken. Steht Gera auf Rang neun jetzt dort, wo ein Aufsteiger eigentlich hingehört?

Das weiß ich nicht. Es gab auch schon Neulinge, die sind gleich nochmal aufgestiegen. Nach dem guten Start ist die Aufstiegseuphorie zurzeit etwas der Ernüchterung gewichen. Wir werden nach den aufsehenerregenden Leistungen zu Beginn von keinem Kontrahenten mehr unterschätzt. Eine Platzierung zwischen Rang sieben und neun für uns halte ich für realistisch. Aber die Spieler haben eben gemerkt, dass mehr gehen könnte. Da müssen sie aber auch mehr leisten und sind jetzt gefordert. Ich bin nach wir vor zuversichtlich, dass wir trotz unseres schweren Programms bis zum Hinrunden-Ende den ominösen vierten Platz noch nicht aus den Augen verlieren werden.

Muss man der Mannschaft nicht zugestehen, auch einmal eine schwächere Phase durchzumachen?

Sicherlich, aber das ist eben eine verrückte Saison. Jeder will Dritter werden. Die Chance, auf drei oder vier Aufsteiger kommt nicht so schnell wieder. Wir müssen wieder mehr als Mannschaft auftreten. Wenn einer einen Fehler macht, müssen zwei andere bereitstehen, ihn auszubügeln. Nur so funktioniert das. Deshalb ist das Bautzen-Spiel am Sonntag so wichtig. Wir haben zuletzt zu einfache Gegentore kassiert.

Wurde die Woche über anders trainiert als bisher?

Nein, wir haben fünf Mal trainiert, mussten meist auf den Kunstrasen ausweichen, was sicherlich nicht optimal ist. Bei diesem Wetter sind alle Rasenplätze zu Trainingszwecken von der Stadt gesperrt. Trotzdem wären viele andere froh, einen Kunstrasen zu haben. Wir wollen nicht jammern, sondern ranklotzen. Cottbus und Rostock haben in der Bundesliga auch nicht die Bedingungen von Bayern München. Mit Tom Diepold und Michael Schmidt haben in dieser Woche erstmals zwei A-Junioren am Training der Oberliga-Elf teilgenommen. Robin Pfeiffer spielt in der Reserve schon seit Wochen über dem Schnitt. Wir setzen verstärkt auf die Jugend. Schließlich verfügen wir über den ältesten Kader in unserer Oberliga-Staffel. Wir müssen also an den Verein und dessen Zukunft denken.

Wie haben Sie das Spiel in Auerbach gesehen?

Auerbach ist zu Hause sehr stark, hat dort 13 von 18 möglichen Punkten geholt. Wir haben also nicht gegen Irgendjemand verloren. Schön-Spielen wurde dort nicht belohnt. Andererseits hat unsere Elf mit ihrem Saisonstart Hoffnungen auf mehr geweckt. Hätten wir bisher sechs oder sieben Punkte auf unserem Konto, hätte sich wahrscheinlich niemand über das 0:2 aufgeregt. So kommt Kritik auf, weil viel mehr möglich war.

Erwarten Sie am Sonntag gegen Bautzen eine Trotzreaktion der Mannschaft?

Nein, dazu besteht kein Grund. Die Mannschaft ist stabil und in sich gefestigt. Rock Embingou ist mit Erkältung und muskulären Problemen gleich doppelt angeschlagen, wird wohl nicht spielen können. Wir haben aber genug Alternativen. Nach der Auerbach-Vorstellung wird es sicher wieder Veränderungen geben.

Steht am Sonntag hinten die Null?

Ich würde es mir wünschen. Aber ich bin nicht der Trainer, der Aussagen darüber treffen kann, wie wir taktisch hinten spielen. Wenn die Null stehen sollte, dann gewinnen wir. Ich freue mich jedenfalls auf den Sonntag.

Das Interview führte Jens Lohse.

 

 

(OTZ/Jens Lohse). Bei VfB Auerbach 1906 unterlag Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gera 03 am Samstag bei ständigem Nieselregen vor 495 Zuschauern mit 0:2 (0:1). In der Offensive gelang der Quade-Elf auf dem rutschigen Untergrund nicht viel. Aus heiterem Himmel geriet man in Rückstand (33.), kassierte nach Wiederbeginn das 0:2 (67.) und hatte in der Schlussphase Glück, nicht noch höher zu verlieren. Nach der Partie unterhielt sich unsere Zeitung mit dem Geraer Kapitän Stefan Bloß:

Schöner Fußball nicht belohnt

Kapitän Stefan Bloß hofft nach Niederlage, in Ruhe weiterarbeiten zu können

Schöner Fußball wird zurzeit nicht mit Punkten belohnt. War der Unterschied zwischen beiden Mannschaften heute einfach der, dass Auerbach viel effektiver war?

Mit Sicherheit war das so. Die Auerbacher haben aus wenigen Möglichkeiten zwei Tore gemacht. Allerdings hatte der Gastgeber auch etwas Glück. Das 0:1 kam aus dem Nichts. Beim zweiten Gegentor lag meiner Meinung nach eine klare Abseitsstellung vor. Das war spielentscheidend.

Das Spiel der Geraer an sich sah so schlecht nicht aus. Welchen Eindruck hatten Sie?

Bis zum Auerbacher Strafraum konnten wir gefällig aufspielen. Dann war allerdings Schluss. Wir haben einfach nicht konsequent genug den Abschluss gesucht, im gesamten Spiel nur zwei Mal aufs gegnerische Tor geschossen und wieder zu viel quer gespielt. Das Mittel Distanzschüsse haben wir auf dem nassen Untergrund zu selten eingesetzt. Wir waren einfach zu verspielt.

In der Vorwoche wurde viel Defensivarbeit trainiert. Genutzt hat es aber noch nicht wirklich, oder?

Was soll man machen, wenn der Schiedsrichter-Assistent beim 0:2 die Fahne nicht hebt. Es geht in dieser Saison in der Oberliga um viel. Woche für Woche werden die Partie von sehr jungen Schiedsrichtergespannen geleitet, denen noch die Erfahrung fehlt. Gerät man in Rückstand, muss man mehr riskieren, läuft somit zwangsläufig in den einen oder anderen Konter. Auch ich wurde nach dem Wechsel auf der linken Seite offensiver. Auerbach war keine Übermannschaft, was unsere 70 Prozent Ballbesitz auch beweisen.

Waren die persönlichen Ziele einiger Spieler, die um Rang drei mitspielen wollten, zu hoch gegriffen?

Das ist schwierig zu sagen. Der Blick auf die Tabelle hat ab dem dritten Spieltag, als wir Tabellendritter waren, für viel Euphorie gesorgt. Aber das sind alles nur Momentaufnahmen. Mal sehen, wo wir nach der kompletten Hinrunde stehen. Wichtig wird sein, dass wir in Ruhe weiterarbeiten können.

Ist die Mannschaft nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen nun in der Krise oder ist das jetzt einfach eine Schwächephase, die man einem Aufsteiger zugestehen muss?

Ich habe immer gewarnt und schon zu Saisonbeginn gesagt, dass auch Zeiten kommen werden, in denen wir zwei, drei Spiele hintereinander nicht gewinnen werden. Derzeit läuft es nicht wie erhofft. Damit müssen wir aber umgehen lernen.

Am nächsten Sonntag geht es gegen Budissa Bautzen, dass gerade den Trainer gewechselt hat. Druck von Außen verspürt die Mannschaft eigentlich nicht. Wird dann wieder gewonnen?

Wir haben keinen Druck. Egal, ob wir auswärts verloren oder gepunktet haben, wir wollen sowieso jedes Spiel gewinnen. Es muss uns eben gelingen, Aufwand und Nutzen in einem besseren Verhältnis erscheinen zu lassen. Dann steht den drei Zählern gegen Bautzen nichts mehr im Wege.


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